Lokalsport

Standortbestimmung nach kurzer Weihnachtspause

Von wegen Winterpause: Nach einer kurzen Weihnachtsunterbrechung greifen die Handballer am Wochenende wieder zum Ballharz und treffen sich zum Lenninger Winterpreis. Am Samstag spielen die Frauen und am Sonntag die Männer. Es ist auch zugleich das Treffen von Hans Hahn, Markus Noth-wang und Bruno Rieke, die als ehemalige Trainer bei der SG das Sagen hatten.

RUDI DÖLFEL

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LENNINGEN Bei den Frauen schwingt viel Lokalkolorit mit. In der Gruppe 1 spielt der TSV Weilheim (Bezirksklasse) gegen die beiden Landesligisten HSG Argental und SG Lenningen. Dabei kann Underdog Weilheim durchaus den Favoriten ein Bein stellen. Zwei Bezirksligisten, der HC Wernau und der TSV Owen, werden vom Bezirksklassevertreter VfL Kirchheim gefordert. Dass das Bodensee-Team aus Argental nach Lenningen kommt, beruht auf dem guten "Sportmarketing" des SG-Oranjeteams. Dieses pflegt seit dem Sommer einen engen Kontakt mit der HSG, welcher bei einem Turnier in München zustande kam. Die beiden Landesligisten rangieren in ihren jeweiligen Staffeln im oberen Tabellenbereich.

Favorit in der Gruppe zwei ist zweifellos Bezirksliga-Tabellenführer HC Wernau. Beim Spitzenspiel kurz vor Weihnachten festigte Wernau diese Position mit einem 20:17-Sieg über Verfolger TB Neuffen. Gespannt darf man auf den TSV Owen sein. Vor der Haustür will die Hoyler-Sieben zeigen, dass sie nicht nur fesch auf den Kalenderblättern des Jahres 2008 brilliert, sondern auch Turnierergeiz entwickeln kann. Vom Papier her ist da der VfL Kirchheim als Außenseiter einzustufen.

Etwas durchmischter ist das Männerturnier am Sonntag. Hier tauchen mit dem TV Pflugfelden (Dritter der Bezirkliga Enz-Murr) und der HT Uhingen/Holzhausen (Neunter der Bezirksliga Esslingen/Teck) Turnierneulinge auf. Beide spielen zusammen mit Gastgeber SG Lenningen (Achter der Landesliga, Staffel 2) in einer Gruppe. Und beide werden der SG, die vom Papier her Favorit ist, einheizen wollen. Während man von den Ludwigsburger Vorstädtern wenig weiß, wird das HT Uhingen/Holzhausen vom Ex-Lenninger Bruno Rieke trainiert. Der betrachtet das Ganze als eine gute Vorbereitung zum Rückrundenstart. "Ich habe da auch die Möglichkeit, den einen oder anderen Spieler aus der zweiten Mannschaft zu testen", so Rieke, "zudem ist es angenehm, so dicht vor der Haustür zu spielen." Bruno Rieke wohnt nur einen Steinwurf von der Sporthalle entfernt.

Bei der SG Lenningen ist es noch nicht so lange her mit dem letzten Ballkontakt. Zwei Tage vor Weihnachten gab's beim Bezirkspokalspiel gegen Unterensingen eine 36:17-Bescherung. Diesen Sieg sollte man jedoch nicht zu hoch hängen, da der Bezirksligist weit unter Form spielte. Auch bei der SG blieben noch einige Wünsche offen. Da die Lenninger Sporthalle ferienbedingt geschlossen ist, absolviert die Kiedaisch-Sieben heute Abend in der Grabenstetter Falkensteinhalle ein "Höhentraining" und möchte am Sonntag ihre Fans mit Handball a la carte verzaubern. Laut Mannschaftskapitän Steffen Kazmaier sind alle Mann an Bord.

In der Gruppe zwei rückt der TV Neuhausen II besonders in den Fokus. Zum einen wird der Landesligaaufsteiger vom Lenninger Ex-Trainer Hans Hahn betreut, zum anderen darf man gespannt sein auf den Nachwuchs der Ermstäler Talentschmiede. Das Sprungbrett für die Landes- und Regionalligamannschaft ist die B- und A-Jugend. Beide Teams spielen in der Baden-Württemberg-Oberliga. "Da drängen sich junge, ehrgeizige Spieler geradezu auf. Es herrscht ein starker Konkurrenzkampf", berichtete Hahn. Mit Jörn Lehmann, Manuel Vogel und Christoph Baumann gibt es ein Wiedersehen. Diese drei haben in Owen, Kirchheim und Lenningen mit dem Handball begonnen, ehe sie ins Blickfeld der TVN-Späher rückten.

Bei so viel Klasse werden es die beiden Bezirksklasseteams aus Kirchheim und Owen schwer haben, gegenzuhalten. Markus Nothwang, der Owener Coach, sieht auch dieses Turnier als ideale Vorbereitung und Sichtung. "Ich werde den A-Jugendlichen Oliver Annen, Manuel Jaus, Dominik Klett und Yannik Lehmann die Möglichkeit geben, Spielpraxis zu sammeln." Bei der Württembergliga-Reserve gibt es im neuen Jahr einen Einschnitt: Sascha Faustmann, Dreh- und Angelpunkt der Gelbschwarzen, steht nur noch als Notnagel zur Verfügung. Dafür rückt Markus Wahl immer mehr in die Verantwortung. "Es wird einen Mix aus Jung und Alt geben", so Nothwang.

Der VfL Kirchheim liegt in der Bezirksklasse auf Platz drei, hat Chancen aufzusteigen. Kostproben des Stils von Coach Mitranic dürften morgen zu sehen sein.