Lokalsport

Start zur himmlischen Woche

Kirchheimer haben beim 43. Hahnweide-Wettbewerb ein heißes Eisen im Feuer

Der Himmel über Kirchheim gehört vom heutigen Samstag an wieder den weißen Riesenvögeln. Der 43. Internationale Hahnweide-Wettbewerb der Segelflieger wartet mit einem hochklassigen Starterfeld aus elf Nationen auf. In die Favoritengruppe eingereiht hat sich Patrick Puskeiler von der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth.

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Rainer Rauch

Kirchheim. Der Kirchheimer Jungpilot hat in der vorigen Woche beim Qualifikations-Grand Prix im polnischen Zar den zweiten Platz hinter dem Ausnahmepiloten Sebastian Kawa belegt. Damit stellt die Kirchheimer Fliegergruppe beim Grand Prix-Finale in Santiago de Chile im Januar 2010 gleich drei Piloten. Neben Puskeiler haben sich auch Thilo Holighaus und Vizeweltmeister Mario Kiessling qualifiziert. Der Münsinger Uli Schwenk komplettiert die deutsche Mannschaft in Chile.

117 Piloten in fünf Klassen starten bis zum nächsten Samstag zu ihren stillen Rennen über der Schwäbischen Alb. Konzentration und ein sicherer Blick auf die Wetterentwicklung sind Voraussetzung, um Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern auf den Wertungsstrecken zu erreichen. Diese werden auch dieses Jahr vom eingespielten Team um Wettbewerbsleiter Marc Puskeiler und Meteorologe Jupp Dahlem vorgegeben. „Distanzen bis 500 Kilometer sollten schon drin sein“, hofft Marc Puskeiler – schließlich sind zahlreiche Mitglieder europäischer Nationalmannschaften am Start. Die erwarten anspruchsvolle Strecken, die auch dazu genutzt werden, um sich auf die nationalen und internationalen Meisterschaften in diesem Jahr vorzubereiten.

Das Wettbewerbsgebiet reicht von der Schweizer Grenze bis zum Thüringer Wald. Neben dem Wetter müssen die Piloten auch die Beschränkungen der Lufträume im Bereich von Verkehrsflughäfen beachten. Dokumentiert wird dies über GPS-Geräte, die jeden Flug detailliert aufzeichnen. „Bisher hat das immer prima geklappt,“ meint Marc Puskeiler, schließlich werden alle relevanten Informationen beim täglichen Briefing der Piloten bekannt gegeben. Auch die zu fliegende Strecke wird dabei vorgestellt. Wann der Pilot über die Startlinie fliegt, entscheidet er selbst. Früh abfliegen, um vor dem großen Pulk schneller voranzukommen oder später starten und dabei versuchen, die Vorausfliegenden einzuholen, ist die immer wiederkehrende Frage der Taktik. Einzig die GP-Klasse startet einheitlich im Regattastil. Auch hier entscheiden oft wenige Sekunden Zeitdifferenz beim Überflug am Dettinger Buckel über Tagessieg oder Mittelfeldplatz.

Dass Patrick Puskeiler beide Wettbewerbsformen beherrscht, hat er mit konstant guten Platzierungen und Tagessiegen beim Qualifikations-Grand-Prix bewiesen. Ein wenig stolz kann Vater Hans Puskeiler, der Vorsitzende der Kirchheimer Fliegergruppe schon sein. Schließlich ist der Erfolg des Filius auch ein Beleg für die erfolgreiche Jugendarbeit im Verein. Schon bald darf er dann neben der Organisation des Oldtimer­treffens auf der Hahnweide im September auch bei der Vorbereitung der Chile-Reise helfen.