Lokalsport

Stefan Sahm ist hoch motiviert

Mit der Präsentation des Giant-Racing-Teams am Gardasee begann für Stefan Sahm nach vier Jahren T-Mobile sportlich gesehen eine neue Ära. Der Bissinger hofft auf eine Weiterentwicklung.

EDGAR VELOCI

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ROSENHEIM Gemessen an den Erfolgen der Fahrer, ist das neue Team sogar noch einen Tick besser aufgestellt, als es das Team T-Mobile war. Der Belgier Roel Paulissen gewann 2004 zwei Weltcup-Rennen und war Weltcup-Gesamtzweiter. Überdies wurde er bei den Olympischen Spielen und bei der WM jeweils Vierter und löste seinen jetzigen Teamkameraden Bart Brentjens als Nummer eins der Weltrangliste ab. Mit dem Niederländer, der noch immer die zweite Position einnimmt, ist das Giant-Racing-Team in der Weltrangliste dominierend.

Als Stefan Sahm bei Ralph Denk im vergangenen Herbst den Kontrakt unterschrieb, war er noch davon ausgegangen, dass er gemeinsam mit Jochen Käß (Oberstenfeld) die Speerspitze der Rosenheimer Equipe bilden würde. In der quasi Rückversetzung ins zweite Glied durch die spätere Verpflichtung von Brentjens und Paulissen, musste sich der Bissinger mental erst einmal auseinandersetzen.

Inzwischen begreift er die Konstellation als Chance. "Ich bin extrem motiviert in einem so hochkarätigen Team fahren zu können." Teamchef Ralph Denk liegt die Entwicklung des deutschen Cross-Country-Sports sehr am Herzen. Deshalb ist nicht zu erwarten, dass Sahm, Käß und Youngster Rene Tann (20) aus Suhl nur Anhängsel sind. "Ich glaube, dass die deutschen Fahrer von den Ausländern lernen können. Das ist anders, als in einem deutschen Team mit Lado Fumic an der Spitze zu fahren", sieht Denk Entwicklungsmöglichkeiten.

Lob vom OlympiadrittenWie zur Bestätigung erzählt Paulissen, dass er als junger Mann bei American Eagle ein Jahr mit Brentjens im Team war und viel von seinem damaligen Vorbild gelernt habe. Brentjens bescheinigt Sahm übrigens Potenzial. "Ich bin mir sicher, er kann sich weiter verbessern", hat der Olympiadritte von Athen in den beiden gemeinsamen Magenta-Jahren beim 28-Jährigen erkannt. Ralph Denk sieht gar die Möglichkeit für Top-Ten-Platzierungen im Weltcup. Darüber hinaus träumt er im Blick auf Käß und Sahm von einem deutschen Meistertitel obwohl er einräumt, dass die Fumic-Brüder gewiss die Favoriten seien.

Die deutsche Meisterschaft in Albstadt ist für Stefan Sahm noch eine Spur wichtiger wie in den Jahren zuvor. Er ist in Mössingen nur 20 Minuten von Albstadt entfernt aufgewachsen. Auch die Marathon-DM wird er dieses Jahr wohl in Angriff nehmen, weil sie in Münsingen ist. "Sportlich weiterentwickeln und näher an die Weltspitze herankommen", beschreibt Stefan Sahm seine Vorstellungen von der ersten Saison im Giant-Racing-Team.

Neue Impulse könnten auch aus der Zusammenarbeit mit Toni Uecker kommen. Der 60-Jährige, der auch Marc Gölz betreut, hat in der Vorbereitung andere Akzente gesetzt. Er legt sehr viel Wert auf allgemeine Athletik und Ausgleichssport im Winter. "Ich bin in meinem Training abgewichen vom üblichen Rhythmus, habe viel Langlauf gemacht und viel Ausgleichstraining", erzählt Sahm. Die Ergebnisse der Leistungsdiagnostik haben ihm bisher Recht gegeben.

Außer den genannten gehören noch der Niederländer ThijsAl (24) und der Österreicher Martin Kraler (29) zum Team von Ralph Denk, der im Jahr 2000 unter seinem eigenen Namen mit einer Equipe in den Mountainbike-Sport einstieg.