Lokalsport

Stefan Schumacher startet für Gerolsteiner

Versöhnlicher Jahresausklang für Stefan Schumacher: Nach dem inzwischen entkräfteten Dopingverdacht hat der Nürtinger Radprofi einen Dreijahresvertrag beim Team Gerolsteiner unterschrieben.

NÜRTINGEN Bereits im Mai dieses Jahres war man sich einig. Gerolsteiner-Boss Hans-Michael Holczer wusste damals schon, was er Journalisten heute offiziell in die Feder diktiert: "Stefan passt zu uns. Er hat das Potenzial für klassische Rennen und für Rundfahrten." Schumacher hatte mit seinen Siegen in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und bei der Star Electrotour bewiesen, dass er auch eine Woche lang Höchstleistungen abrufen kann. Auch als 15. beim Amstel Goldrace und mit zweiten Plätzen in Köln und bei der Mergelland-Runde brauchte er sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.

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Doch dann der Rückschlag: Nach Bekanntwerden des Dopingverdachts gegen Stefan Schumacher hielt sich Gerolsteiner verständlicherweise bedeckt. Schließlich hatte man diesbezüglich mit Danilo Hondos Affäre schon genug am Hals, weshalb der Teammanager heute sagt: "Für uns war es zwingende Voraussetzung, dass Stefan vollständig rehabilitiert wurde."

Dies war im September der Fall (wir berichteten) so stand einer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege und am vergangenen Mittwoch gab die Teamleitung die Verpflichtung des 24-jährigen Nürtingers offiziell bekannt. Der brennt nun natürlich darauf, bei den Frühjahrsklassikern zeigen zu können, was in ihm steckt. Schließlich, weiß er, ist ein Dreijahresvertrag ein sattes Pfund Vertrauensvorschuss. Den will er im Frühjahr bei Lüttich Bastogne Lüttich und am Henninger Turm einlösen.

Ohne Hans-Michael Holczers Terminplanung vorgreifen zu wollen, hofft Stefan Schumacher, endlich auch bei einer mehrwöchigen Rundfahrt teilnehmen zu können, denn "irgendetwas wird man schon mit mir vorhaben, sonst hätte man mich nicht gleich für drei Jahre verpflichtet". Wenn's denn die Tour de France im nächsten Jahr noch nicht sein sollte, wäre ein Einsatz beim Giro d'Italia sein Wunschtraum: "Beim Giro könnte ich mal testen, ob ich auch über drei Wochen vorne mitfahren kann."

Zunächst geht's am 21. November zu einem ersten Mannschaftstreffen in die Eifel, wo dann die neuen Einsatzpläne für die kommende Saison zur Sprache kommen.

nz