Lokalsport

Stefan Ziegler vor dem Karriereende?

Die 1:2-Heimpleite des VfL Kirchheim gegen die TSF Ditzingen war schon schlimm genug. Schlimmer wog da die Nachricht von der schweren Verletzung, die sich Stefan Ziegler zugezogen hat. Was im ersten Moment wie eine Fleischwunde aussah, entpuppte sich als Kniescheibenbruch. Die Saison ist für Ziegler gelaufen seine Karriere auch?

REIMUND ELBE / PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Nachdem er in der 64. Minute des Spiels gegen Ditzingen mit VfL-Torwart Jürgen Rechner zusammengeprallt war, wurde Ziegler sofort ins Kirchheimer Krankenhaus gebracht. Dort diagnostizierten die Ärzte den Kniescheibenbruch. "Bei einem Luftkampf wurde Jürgen von einem Ditzinger Spieler unabsichtlich auf Stefan draufgeschoben", erklärt VfL-Spielleiter Norbert Krumm den Hergang der Verletzung, "da hat sich dann Jürgens Stollen in Stefans Knie gebohrt, was eine Fleischwunde und eben den Bruch zur Folge hatte." Noch in der Nacht wurde Ziegler zwei Stunden lang operiert. Angesicht der drohenden Zwangspause (siehe "Nachgefragt") ist die Saison für ihn gelaufen. Trotz aller Spekulationen um ein vorzeitges Ende seiner fußballerichen Karriere besteht auch Hoffnung für den 26-jährigen: Der bekannteste Kicker, der nach einem Kniescheibenbruch wieder auf die Beine kam, ist der englische Nationalspieler Gary Neville (30).

Die schwere Verletzung wirkt sich auch auf Zieglers berufliche Situation aus. Das Kirchheimer Eigengewächs muss eigentlich Ende Juni seine Diplomarbeit, die er bei einer medizintechnischen Firma in Böblingen schreibt, abgeben. Da Autofahren für längere Zeit flachfällt, muss "Ziege" umdisponieren. "Er kann das alles auf Ende August verschieben", weiß Krumm, der betont, dass das Sportliche nun erstmal in den Hintergrund rückt: "Das ist ein Schock für die ganze Mannschaft."

Doch der Ligaalltag geht weiter: Ohne den regionalligaerfahrenen Abwehrrecken wird es gegen den TSV Schwieberdingen für den VfL morgen noch schwieriger. Das 1:2 gegen die TSF Ditzingen sorgte bei VfL-Spielertrainer Michael Rentschler nach dem Abpfiff nicht gerade für gute Laune. Alles in allem zeigte sich der frühere Ditzinger Spieler und Trainer von der Vorstellung seiner jetzigen Mannschaft enttäuscht. "Bei einigen von uns klaffen leider Anspruch und Leistung auseinander", kritisierte der 34-Jährige, "wir haben durch die Niederlage gegen Ditzingen eine große Chance verpasst."

Statt vorzeitiger Rettung nun also wieder Nervenkitzel: Schon morgen könnte sich allerdings die Situation für den Verbandsligisten aus der Teckregion mit einem Sieg gegen den TSV Schwieberdingen (15.30 Uhr) wieder enorm verbessern. Dass die Schwieberdinger als Aufsteiger ganz oben mitmischen, überrascht VfL-Spielertrainer Michael Rentschler wenig. Schon zu Beginn der Saison hatte der Diplom-Sportwissenschaftler den Neuling aus der Ludwigsburger Ecke auf der (Titel)-Rechnung.

Etwas Positives gab es am vergangen Mittwoch wenigstens doch noch: Michael Rentschler und Abteilungsleiter Winfried Scholz besiegelten nun auch offiziell per Handschlag und Umarmung in der Pressekonferenz die Vertragsverlängerung des Kirchheimer Spielertrainers. Es ist ein Einjahresvertrag gültig für die Verbandsliga.