Lokalsport

Steile Rampen und glühender Asphalt

Sengende Hitze mit Temperaturen bis 36 Grad machen den Fahrern bei der Transalp das Leben schwer. Das Jesinger Duo Markus Braun und Andreas Miller liegen vor der heutigen Königsetappe durch die Dolomiten in der Gesamtwertung des Teamwettbewerbs auf Platz 23.

SANKT VIGIL Die gestrige dritte Etappe der Tour-Transalp von Oberammergau nach Riva del Garda hatte es in sich. Zwar markierte der nur 90 Kilometer lange Abschnitt von Brixen nach Sankt Vigil die kürzeste der insgesamt sieben Etappen bis zur Zielankunft am kommenden Samstag am Gardasee. Mit dem 1 987 Meter hohen Würzjoch und dem gefürchteten Furkelpass (1 737 Meter), der sich vor wenigen Wochen bereits den Profis beim Giro d'Italia in den Weg stellte, erwarteten die Fahrer Rampen mit bis zu 19 Prozent Steigung.

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Kein Wunder, dass das Jesinger Duo Braun/Miller (Team Lightweight/Carbonsports) der heutigen Strecke mehr Respekt zollte als der morgigen Königsetappe über sechs Pässe und 3 500 Höhenmeter ins Herz der Dolomiten nach Wolkenstein. "Die langen Etappen sind nicht immer die schwersten", meint Markus Braun, den bereits am Montag auf den 126 Kilometern vom Skiparadies Sölden nach Brixen immer wieder Krämpfe plagten. Hinzu kommt die Hitze mit Temperaturen bis 36 Grad im Tal, die den Fahrern auch gestern zu schaffen machte. "Der Flüssigkeitsverlust ist das größte Problem", sagt Braun, der sich vom hohen Tempo im Feld überrascht zeigt. "Meist wird schon am ersten Berg attackiert. Nach dem Motto: Mal schauen, wer am Ende übrig bleibt."

Gestern war es immer wieder Andreas Miller, der seine Kletterqualitäten ausspielte und seinem Teamkollegen über die Berge half. "Andi hat zurzeit den größeren Druck am Berg", sagt Braun. "Trotz seiner Knieprobleme." Miller war beim Abschlusstraining vergangene Woche gestürzt und hatte sich dabei Prellungen zugezogen. Bei der Zielankunft am ersten Tag in Sölden stieß er erneut mit einem Konkurrenten zusammen und stürzte auf das bereits angeschlagene Knie. Trotzdem hat das Gespann aus Jesingen die eigenen Erwartungen bisher erfüllt: Platz 20 am Sonntag, Platz 28 zu Wochenbeginn und gestern nun Platz 29 auf dem bisher schwersten Berg-Abschnitt, der mit mehr als 3 000 Höhenmetern nur ein Stundenmittel von 23 km/h gestattete. Auf der ersten Etappe am Sonntag von Oberammergau hinauf nach Sölden waren die beiden Kirchheimer immerhin noch mit einem Schnitt von knapp 32 Stundenkilometern unterwegs.

Die Top 30 halten, formuliert Markus Braun das Ziel im mit 500 Zweierteams besetzten Fahrerfeld, das noch immer von den Deutschen Siavash Vahdati und Jens Volkmann (Team Biturbo) angeführt wird. Die italienischen Vorjahressieger Andreas Kofler und Stefano Casassa liegen mit knapp elf Minuten Rückstand auf Platz zwei. Für die Profis Johannes Sickmüller und Benjamin Hill ist der Traum vom Gesamtsieg nach Platz 20 gestern bereits geplatzt.

bk