Lokalsport

Stelldichein der Dart-Asse

Deutschlands beste Dartspieler geben sich am Wochenende in Ötlingen ein Stelldichein: Bei den deutschen Meisterschaften geht es in der Eduard-Mörike-Halle um ein Gesamtpreisgeld von 3400 Euro.

KIRCHHEIM Bei den deutschen Dart-Meisterschaften in der Ötlinger Eduard-Mörike-Halle gehen am Samstag, in den Einzelwettbewerben, 254 Herren und 81 Damen an den Start. Die Doppel- und Jugendwettbewerbe am Sonntag sowie das morgige Jedermann-Eröffnungsturnier mit eingerechnet, sind an den drei Turniertagen rund 400 Pfeilsportler aktiv. Neben Pokalen wird ein Gesamtpreisgeld von 3400 Euro ausgeschüttet, wobei der Herrensieg mit 460 Euro und der Damensieg mit 240 Euro dotiert ist.

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Nach 2004 dürfen die aus mittlerweile 14 Mitgliedern bestehenden Schafschützen Kirchheim das nationale Dart-Event zum zweiten Mal ausrichten. "Die Aktiven", weiß der zweite Club-Vorsitzende Markus Feuchter zu berichten, "kommen auch diesmal aus fast jedem Bundesland von Hamburg bis Bayern". Traditionell am stärksten vertreten sind die Spielerinnen und Spieler aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Darunter ist die komplette deutsche Elite: Deutschlands 16 beste Herren und die acht besten Damen haben sich komplett in die Starterlisten eingetragen. Beste Siegchancen werden bei den Herren zwei Ausnahmespielern aus Bremerhaven beziehungsweise Bremen eingeräumt: Tomas Seyler als Dreifach-Champion (2001, 2003, 2004) und André Welge als Meister des Jahres 2002. Zusammen bringen es die beiden, die im Doppelwettbewerb gemeinsam antreten, auf insgesamt 13 Erfolge.

Aus Baden-Württemberg gehen mit Markus Schulte (Huttenheim) und Frank Mast (Walldorf) zwei Top-Ten-Spieler an den Start, die ebenfalls gute Aussichten auf Spitzenplatzierungen haben. Weitere Titelanwärter sind Altmeister Colin Rice aus Bochum, Carsten Hoffmann (Bellheim), Vorjahresfinalist Jörg Goga aus Berlin und Neu-Nationalspieler Michael Lemmes aus Dortmund.

Bei den Damen gilt Rekordmeisterin Heike Ernst (Bochum) als klare Favoritin. Neun Einzeltitel in den letzten 13 Jahren unterstreichen ihre einzigartige Klasse auf nationaler Ebene. Zum erweiterten Favoritenkreis zählen Vereinskollegin Trixi Kröckel, Doppelpartnerin Andrea Leipold (Straubing) und Bianca Strauch (Frankfurt). Die vier Nationalspielerinnen kommen mit der frischen Empfehlung nach Kirchheim, einen Ländervergleichskampf vor Holland und Belgien gewonnen zu haben.

Als aussichtsreichste Mitspielerin aus dem Ländle geht Sabrina Spörle aus Walldorf an den Start: Die Dame hat sich mittlerweile auf Ranglistenplatz vier in Deutschland vorgekämpft. Für Sabine Kempter (Bad Waldsee), derzeit die nationale Nummer 17, dürfte hingegen schon das Erreichen des Halbfinales als Erfolg zu werten sein.

Für Dart-Enthusiasten außerhalb des Wettspielbetriebs gibt es im Übrigen die Möglichkeit, in der Eduard-Mörike-Halle selbst zu den Pfeilen zu greifen: Für das heute Abend stattfindende "Begrüßungsturnier" kann sich jedermann bis 19.30 Uhr in die Meldeliste eintragen. Danach benötigt man nur noch zehn Euro Startgebühr und drei Darts (mit Stahlspitze), um sich mit Gleichgesinnten sportlich messen zu können. Auch hier geht's um harte Euro . . . "Wir rechnen mit 80 Teilnehmern", sagt Fabian Herpel, der Vorsitzende der Schafschützen.

Am Samstag werden in Ötlingen die Einzelwettbewerbe der Damen und Herren ausgetragen (Beginn um 10 Uhr), die Viertelfinalspiele beginnen um 19.30 Uhr und die Halbfinalspiele gegen 20.15 Uhr. Danach tritt der Bühnensprecher ("Caller") in Aktion: Die Finalistinnen werden um 21.15 Uhr und die Finalisten um 21.45 Uhr auf die Bühne gerufen. Es folgen die Endspiele, die für das Publikum zusätzlich auf einer Videoleinwand übertragen werden. Am Sonntag (Beginn um 10 Uhr) stehen die Doppelwettbewerbe und die Jugendmeisterschaften auf dem Programm. Bei den Herren sind 93 Zweier-Teams gemeldet, bei den Damen deren 30. Die Endspiele sind für 16.30 Uhr geplant.

Weil das DM-Turnier in der Eduard-Mörike-Halle die an allen drei Tagen bewirtschaftet ist , organisatorischen Großaufwand abverlangt, geht von den ausrichtenden Schaf-schützen und deren Helfer niemand an den Start. "Helfen und spielen geht nicht", sagen die Organisatoren des Mini-Clubs, zu denen auch Andrea Herpel, eine ehemalige Dart-Nationalspielerin, zählt.

rh/top