Lokalsport

Stephanie Lichtl wechselt zu Corucle

Die Trainingsgruppe um Erfolgs-Coach Micky Corucle hat prominenten Zuwachs bekommen: Mit Stephanie Lichtl von der TG Nürtingen hat Corucle eine der großen deutschen Hoffnungen im Hürdensprint der Frauen unter seinen Fittichen. Die 20-Jährige absolvierte bereits am Dienstagabend ihre erste Trainingseinheit im Kirchheimer Stadion.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Vom Wechsel in die Corucle-Gruppe verspricht sich Stephanie Lichtl vor allem eines: "Die Grundschnelligkeit muss wieder besser werden. Daran hat's in diesem Jahr etwas gefehlt." Die in Bempflingen lebende Athletin zählt seit Jahren zu den Aushängeschildern der Leichtathletik im Kreis Esslingen und hat in ihrer Paradedisziplin 100 m Hürden bereits zahlreiche Erfolge vorzuweisen. So wurde sie bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juli in Wattenscheid Fünfte im Endlauf, blieb dort in 13,45 Sekunden nur drei Hundertstel Sekunden hinter ihrer Saisonbestleistung, mit der sie in diesem Jahr siebtbeste Hürdensprinterin Deutschlands ist.

Zu ihren größten Erfolgen ist sicherlich die Bronzemedaille bei den Weltjugendmeisterschaften im vergangenen Jahr im italienischen Grosseto zu zählen. Dort lief sie in 13,36 Sekunden auch ihre bisher schnellste Zeit. Lohn dieser Leistung war die Berufung in den so genannten "Top-Team-Kader Peking 2008". Dorthin berief der Deutsche Leichtathletik Verband nach den Spielen im vergangenen Jahr in Athen die seiner Meinung nach aussichtsreichsten Talente für die kommenden Spiele im fernen Osten in drei Jahren. "Wir wollten nach Athen vor allem den jungen Athleten eine Perspektive bieten", erkärt Hürdenbundestrainer Rüdiger Harksen, neben Lichtl unter anderem auch verantwortlich für die derzeit beste deutsche Hürdensprinterin Kirsten Bolm (MTG Mannheim), "Stephanie hat sich einen Platz in diesem Kader absolut verdient."

Harksens Worten nach war die Trainingsarbeit zwischen dem Hürden-Talent und ihrem bisherigen WLV-Trainer Sven Rees "wohl nicht mehr optimal", wobei er betont, dass es Lichtl ohne Rees kaum so weit nach oben gebracht hätte. "Da ist vom WLV hervorragende Arbeit geleistet worden." Dem Wunsch der Familie und der Athletin entsprechend sollte ein neues Traingsumfeld vor Ort im Großraum Nürtingen-Kirchheim gefunden werden was lag also näher, als bei Micky Corucle anzufragen. Immerhin ist der Erfolg von Sprint-Ass Tobias Unger nicht zuletzt auf Corucles Trainingsmethoden zurückzuführen und schließlich hätten "Sprintqualitäten einem Hürdenläufer ja noch nie geschadet", sagt Rüdiger Harksen, der weiter für den Technikteil im Training verantwortlich bleibt.

Der Trainerwechsel bedeutet übrigens keinen Vereinswechsel: Stephanie Lichtl wird wohl auch in Zukunft im Dress der TG Nürtingen auf Zeitenjagd gehen. Gerüchte, sie würde zur LAZ Salamander Kornwestheim wechseln, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Das erste Training unter neuem Trainer, vorgestern Abend, ist dem Vernehmen Corucles nach absolut gut verlaufen, die Trainingsgruppe habe ihrem Neuzugang einen warmen Empfang bereitet. "Die Athletinnen kennen sich teilweise ja schon seit Jahren von den Wettkämpfen", weiß Corucle, der mit Lichtl nun eine weitere hochkarätige Athletin in seinen Reihen hat.