Lokalsport

Stufenbarren bremst Sprung ins Oberhaus

War der zweite Platz in der zweiten Bundesliga für die VfL-Kunstturnerinnen ein riesiger Erfolg, so konnten sie diesen beim Aufstiegswettkampf in die erste Bundesliga noch toppen. Als beste Mannschaft der zweiten Bundesliga belegten sie hinter dem SSV Ulm den 5. Rang und verpassten damit nur knapp den Einzug ins Oberhaus.

RÖSRATH Ohne Respekt vor den Großen im Kunstturngeschehen der Frauen traten die VfL-Turnerinnen zum Wettkampf um den Aufstieg in die erste Bundesliga an. Ekaterina Minich begann mit einer gewohnt sicher geturnten Balkenübung und 7,30 Punkten das Unternehmen Aufstieg. Nina Leikov zeigte eine mit Schwierigkeiten gespickte Übung, einen Aufgang mit Salto vorwärts und einen Salto vorwärts auf dem Balken in den Stand. Lediglich bei der erforderlichen akrobatischen Reihe auf dem Balken, einem Flick-Flack mit Salto rückwärts, musste sie vom Gerät. 7,15 Punkte bedeuteten noch eine gute Wertung.

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Daniela Flaig turnte mit dem Spreizsaltoaufgang und einer akrobatischen Reihe mit zweifachem Flick-Flack und Spreizsalto rückwärts eine ebenfalls sehr anspruchsvolle Kürübung, für die sie 7,55 Punkte erhielt. Sonst eine Garantin für eine gute Wertung am Balken war Carolin Riethmüller an diesem Tag leider etwas unsicher und musste bei ihrem Salto seitwärts vom Gerät mit 6,80 Punkten zufrieden sein. Das Geräteergebnis von 28,80 Punkten bedeutete nach dem ersten Durchgang den siebten Platz. Allerdings zeigte sich in der Endabrechnung, dass dies das viertbeste Balkenergebnis aller Mannschaften war.

Das Bodenturnen dominierten die Kirchheimerinnen schon bei den Wettkämpfen in der zweiten Bundesliga und war auch in Rösrath wieder eine sichere Bank. Tatjana Würslin und Daniela Flaig zeigten eine gute Akrobatik und erhielten jeweils 7,90 Punkte. Ekaterina Minich turnte solide und bekam 7,55 Punkte. Dorothee Henzler zeigte eine hervorragende Kürübung mit Doppelsalto rückwärts und Doppelschraube. Die 12-jährige erhielt für ihren ausdrucksstarken Vortrag mit 8,30 Punkten die zweitbeste Wertung aller Teilnehmerinnen. Das Ergebnis von 31,65 Punkten brachte Kirchheim an diesem Gerät auf Platz zwei hinter dem Erstligisten TV Hoffnungstal (32,30 Punkte).

Besser lief es am Sprung. Für ihre Überschläge mit Salto vorwärts erhielten Nina Deuschle 8,10 Punkte, Tatjana Würslin 8,20 Punkte, Magdalena Heffner 8,40 Punkte und Daniela Flaig 8,45 Punkte. Nina Leikov zeigte diesen Sprung in gebückter Ausführung und erzielte 8,40 Punkte. Damit hatte Kirchheim auch beim Sprung mit 33,45 Punkten außer dem TV Hoffnungstal (33,80 Punkte) alle anderen Mannschaften hinter sich gelassen und lag nach drei Geräten aussichtsreich auf dem zweiten Platz. Dass es am Stufenbarren schwer werden würde, war den Kirchheimerinnen bekannt. Ist es doch an keinem anderen Gerät so wichtig, über Schnitzelgruben trainieren zu können, um die geforderten schwierigen Flugteile zu erlernen. Hier haben die Konkurrenzmannschaften, die ausschließlich in Hallen mit feststehenden Geräten und Schnitzelgruben trainieren, deutliche Vorteile. Nina Deuschle turnte ihre Übung ohne Absteiger, musste aber beim Abgang nachgreifen und erhielt auch auf Grund des niedrigen Schwierigkeitsgrades nur 6,10 Punkte. Nina Leikovs Übung ist mit 8,40 Punkten Ausgangswert schon gut, sie musste aber bei ihrem Abgang, einem Felgunterschwung mit Salto vorwärts, ebenfalls korrigieren und mit 6,75 Punkten zufrieden sein. Tatjana Würslin, mit Schulterproblemen angetreten, erhielt für ihre durchgeturnte Übung 7,15 Punkte. Daniela Flaig kam kurz aus dem Rhythmus, erhielt aber mit 7,30 Punkten die beste Kirchheimer Wertung an diesem Gerät.

Mit 27,30 Punkten am Stufenbarren und 121,20 Gesamtpunkten fiel die VfL-Mannschaft auf den fünften Platz hinter den SSV Ulm zurück. Drei gewonnene Geräte gegen den Erstligisten SSV Ulm hatten leider nicht gereicht, um sich in der Endabrechnung vor den Ulmerinnen zu platzieren. In der Einzelwertung belegte Daniela Flaig den fünften Platz. Was blieb, war die Erkenntnis, dass die Mannschaften der ersten Bundesliga zwar sehr stark, aber auch schlagbar sind. Die Schützlinge um Dr. Herbert Leikov hatten sich von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung nur knapp ihr Ziel verfehlt.

asa