Lokalsport

Süßen macht VfL bitter

Kirchheimer Oberligaturner brechen am Barren regelrecht ein

Unglückliche Heimniederlage für die Oberligaturner des VfL Kirchheim. Durch die 293,90:296,05-Pleite gegen den TSV Süßen verpassten es die Teckstädter, sich an der Tabellenspitze festzusetzen.

Kirchheim. Die Vorzeichen standen für die VfL-Turner ganz klar auf Sieg: Zum ersten Mal in der Saison hatte sich Jugendnational-Turner André Schaich fit gemeldet, wollte an allen Geräten Glanzpunkte setzen. Doch die Vorfreude auf ein überlegenes Auftreten vor heimischem Publikum währte nicht lange. Beim Einturnen an den Ringen, wenige Minuten vor Wettkampfbeginn, verletzte sich Moritz Pohl so schwer an der Schulter, dass er absagen musste – der Vorteil der VfL-Turner war dahin.

Am Boden begann das VfL-Oberliga-Team überlegen. David Schneider, der erst wenige Minuten zuvor anstelle von Moritz Pohl ins blaue VfL-Trikot geschlüpft war, machte seine Sache gut und erhielt 12,35 Punkte. Dominik Weber (13,25) und Philipp Straub (14,10) turnten ebenfalls souverän. Bodenturnen vom Feinsten zeigte André Schaich. 15,70 Punkte – die absolute Tageshöchstwertung – erturnte er sich mit schwierigsten Elementen wie Doppelsalto und Doppeltwist. Damit katapultierte er sein Team mit 2,10 Punkten in Führung.

Mit der höchsten Wertung glänzte André Schaich (13,20) auch am Pauschenpferd. Dominik Weber (10,50), Felix Munk (11,90) und Simon Paul (11,70) leisteten sich ebenfalls keine Fehler. Doch während die Kampfrichter beim Gegner offenbar zumindest ein Auge zudrückten, nahmen sie die Kirchheimer Truppe hart her. Dennoch zog der VfL um weitere fünf Punkte davon.

An den Ringen dann der zweite Schreck: André Schaich verlor kurz vor seinem gebückten Doppelsalto vorwärts den Griff und knallte auf den Boden. Der 17-Jährige stand auf, turnte seine Übung zu Ende und erhielt immer noch die Tageshöchstwertung (12,55) an diesem Gerät. Zusammen mit den Wertungen von Jochen Weber (10,80), Dominik Weber (11,10) und Andreas Mahler (11,45) genügte dies, um die Süßener um weitere sechs Zehntel ins Hintertreffen zu bringen.

Am Sprung schaffte der TSV Süßen die Wende. André Schaich (13,50), Simon Paul (13,45), Philipp Straub (13,40) und Jochen Weber (10,90) kamen zusammen auf 51,25 – Süßen hingegen auf 52,45 Punkte. An sich noch kein Beinbruch, hatte das Heimteam nach der Addition noch immer mit 6,25 Punkten einen kommoden Vorsprung.

Am Barren brach der VfL dann regelrecht ein. 13,70 Punkte von André Schaich und 13,25 Punkte von Felix Munk reichten bei den beiden Wertungen von Jochen Weber (11,65) und Andreas Mahler (10,10) nicht aus, die Süßener auf Distanz zu halten. Mit einem Schlag waren sie auf 1,4 Zähler an den VfL herangerückt.

Eigentlich hätte das Heimteam seinen Vorsprung nur noch nach Hause bringen müssen. Doch nur Dominik Weber (12,0) schaffte eine Zwölfer-Wertung, alle andern blieben teilweise deutlich darunter. 45,35 Punkte in der Addition – angesichts der Erwartungen und der wahren Stärke des Teams an diesem Gerät eine Enttäuschung. 11,75 Punkte von André Schaich, 11,30 von David Schneider und 10,30 Punkte von Jochen Weber reichten nicht aus, der Wettkampf war verloren. Um 3,55 Punkte hatte der TSV Süßen die VfL-Turner am Reck überflügelt – in der Endabrechnung waren es 2,15 Punkte.

In der Oberligatabelle liegt der VfL nun hinter der KTV Straubenhardt II und dem MTV Ludwigsburg mit vier Pluspunkten nach wie vor auf Rang drei. Auf die gleiche Punktzahl kommen jetzt die Süßener, die allerdings weniger Geräte gewonnen haben. Doch die Ausgangslage der Filstäler ist nach dem Sieg in Kirchheim deutlich besser. Während der VfL am kommenden Samstag Ludwigsburg emp fängt, hat Süßen gegen das Schlusslicht der Liga, die TG Wangen/Eisenharz, eine lösbare Aufgabe vor sich. Die Kirchheimer hingegen dürften sich am Tabellenzweiten aus der Barockstadt die Zähne ausbeißen. hp

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