Lokalsport

Swisscup als Aufgalopp in die neue Saison

Der Swisspowercup am kommenden Sonntag markiert den Saisoneinstieg der Kirchheimer Mountainbike-Profis Lado und Manuel Fumic. Große sportliche Erwartungen hegen sie nicht: Die saisonalen Höhepunkte kommen später.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Auch wenn sie es am Sonntag in Schaan (Liechtenstein) mit Weltklasse-Konkurrenz zu tun haben, den ersten Lauf zum Swisspowercup werden Lado und Manuel Fumic lediglich en passent mitnehmen. Für Lado wird es das erste Rennen in dieser Saison sein, gegen Konkurrenz, die sich den Schliff bereits auf Zypern, in Spanien, Italien oder sonst wo geholt hat. Bis zum ersten große Highlight in der Saison, dem Weltcup in Offenburg, sind noch zwei Monate Zeit.

Ihre neuen Arbeitsgeräte, genauer die Canyon-Mountainbikes, haben die Brüder aus Kirchheim seit Kurzem in Betrieb. "Daran muss man sich erst gewöhnen", sagt Lado Fumic. Manuel Fumic war vergangenen Sonntag bereits in Slowenien, um ein Rennen zu bestreiten. "Ich will in zwei Wochen in Münsingen nicht wieder mit einem so flauen Gefühl an den Start gehen", begründete der frühere U23-Weltmeister seinen Rennstart. Rang sieben angesichts einer wenig herausragenden Konkurrenz war sicher kein Maßstab für ihn. "Ich kann noch nicht hoch drehen", sagt er eine Redewendung, die man von ihm kennt, wenn es um Rennen im Frühjahr geht.

Fragt man Lado Fumic nach seiner Saisonplanung, kristalliert sich die Weltmeisterschaft als Highlight heraus. Wenn er's sagt, schwingt Euphorie in der Stimme mit. Die Vorfreude hat mit dem WM-Ort zu tun: Fort William in Schottland bringt gute Erinnerungen für ihn, vielleicht sogar die besten in seiner Karriere. 2003 wurde er dort nur knapp geschlagen vom späteren Dopingsünder Filip Meirhaeghe (Belgien) Zweiter. "In Fort William war ich schon immer gut", sagt der 30-Jährige, "wenn ich gut vorbereitet bin, ist vieles möglich." Dann gibt es noch die deutsche Meisterschaft in Wetter/Ruhr. Den Titel, den Lado nach sechs Jahren an Moritz Milatz (Freiburg) verlor, will er sich zurückholen.

Den Weltcup-Auftakt in Houffalize, in knapp drei Wochen, wird Lado Fumic wohl noch nicht in Hochform erleben. Vielleicht ist Manuel, der sechs Jahre jüngere Bruder, stärker. Für ihn ist es nach der (durch Schlüsselbeinbruch) verkorksten Saison 2006 von Bedeutung, sich in Houffalize eine gute Startposition für den zweiten Weltcup-Lauf in Offenburg zu verschaffen. Deshalb will er auch beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen (15. April) schon in guter Verfassung sein. Weltranglistenpunkte dort verbessern auch seine Startposition in Houffalize. Sein Vorhaben: "Dort will ich richtig was zeigen."

Manuel sagt, dass er sehr gut trainiert habe. Das bestätigt auch Bundestrainer Frank Brückner vom Trainingslager auf Zypern im Februar. Dem liegt auch einiges an den Weltranglistenpunkten. Es geht schließlich um die Olympischen Spiele. Die Jahre 2006 und 2007 sind entscheidend für die Zahl der Startplätze in Peking, und im Moment sieht es nicht gut aus für die deutschen Herren. Nach Lage der Dinge wird es nur zwei Startplätze geben. Für den dritten müssten die Deutschen schon eine Menge Punkte holen in diesem Jahr. "Ich habe andere Sorgen", nimmt Lado Fumic vom deutschen Handicap aber wenig Notiz.

Auf Lado Fumic, Manuel Fumic und den Deutschen Meister Moritz Milatz (Freiburg) muss Brückner in der Frage setzen: Drei Fahrer kommen in die Nationenwertung, anderen Fahrern traut man nicht zu, in die internationale Top 10 zu fahren was für eine punktemäßige Aufholjagd notwendig wäre. So aber wird, ohne den dritten Startplatz, 2008 einer aus dem Trio zuhause bleiben müssen.

MTB-Club Teck gut vorbereitetEinen ersten Test gibt es am Sonntag in Schaan auch für die Junioren des MTB-Clubs Teck. Torsten Lehmann (Lenningen) und Ralf Maier (Köngen) konnten sich über den Winter gut vorbereiten, sodass sich Trainer Stephan Paul sehr zufrieden zeigt. Lehmann und der ein Jahr jüngere Ralf Maier seien super drauf. Das muss im ersten Rennen gegen bärenstarke Schweizer Konkurrenz aber nicht viel bedeuten. Der erste bedeutsame Auftritt wird das Bundesliga-Rennen in Münsingen zwei Wochen später sein. Das gilt auch für Alex Speisekorn (Köngen) und für U23-Fahrer Kai Kautz (Kirchheim). Beide gehen im Amateur-Rennen an den Start, das eine Schweizer Besonderheit ist. Insgesamt sieht Stephan Paul sein Team Giant/Nolte-Küchen in einer Aufbauphase: Die ganz großen Würfe sind nicht zu erwarten.

Max Berner (Nabern), der zuletzt an einer Grippe laborierte und deshalb den Saisonauftakt verschiebt, Ralf Maier und Torsten Lehmann sollen die Rückkehr in den Landeskader anvisieren. Dort wird Jugendfahrer Denis Opeka (Weilheim) derzeit als einziger Teck-Biker geführt. Trainer Dominik Micolaj, der die jüngere Fraktion unter seinen Fittichen hat, setzt für Opeka den Verbleib im Kader zum Ziel. Hoffnungen setzt Micolaj auf Marco Tippmann (Kirchheim), dem er einen guten Einstieg in die Jugendklasse zutraut. Dabei sind die Top15 in den nationalen Sichtungsrennen der Maßstab. Lucas Stix (Kohlberg) und Lukas Kuch (Kirchheim) könnten sich im günstigen Fall ebenfalls an den Landeskader herantasten. Benedict Bosler (Kross Racing Team Haspel) vom RKV Kirchheim baut in diesen Wochen sein Abitur. Das hat vorerst Priorität. "Danach kann er Gas geben", sagt sein Trainer Marc Gölz.

Boslers Vereinskamerad Benjamin Vogel ist von der Schule ebenfalls noch gebremst. Im Kross-Racing-Team und für den RKV fährt weiter die in Freiburg lebende Hanna Klein, die 2006 WM-16. der U23-Klasse war. Auch Vero Lüscher aus Oberlengenhardt fährt für das Team von RKV- Abteilungsleiter Albert Bosler.