Lokalsport

Symbolträchtige Szenen im Stadion

KIRCHHEIM So standen nur wenige Minuten nach dem ernüchternden 0:3-Fauxpas gegen die SG Sonnenhof Großaspach die VfL-Akteure eng beieinander in einem verschwörerisch anmutenden Kreis und Spielertrainer Michael Rentschler richtete aufmunternde Worte an die Verlierer. 45 Sekunden dauerte diese Szene zwar nur, aber die symbolträchtige Momentaufnahme zeigt, wie wichtig dem neuen Mann der Teamgedanke ist.

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Dass seine Mannschaft am Samstag erstmals an ihre Leistungsgrenzen stieß, darüber war sich der frühere Ditzinger Spieler und Trainer allerdings im Klaren. "Viele Spieler stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung, da fehlt noch die Konstanz," sagte Rentschler in der Pressekonferenz. Und: "Wir können zudem Ausfälle von erfahreneren Spielern wie Mario Grimm offenbar noch nicht kompensieren." Der VfL-Spielertrainer wirkte zwar enttäuscht, aber bei weitem nicht demoralisiert: "Die Konsequenz heißt für uns, dass wir in der kommenden Woche sehr hart arbeiten müssen, um die Fehler aufzuarbeiten, die wir gegen die SG Sonnenhof gemacht haben," kündigte der 33-Jährige an.



Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Archontis Siopidis (Oberschenkelprellung nach einem "Pferdekuss") kurz nach der Pause standen übrigens, mit Ausnahme Rentschlers, nur noch Feldspieler der Jahrgänge 1983 bis 1985 auf dem Platz. Interessanter Randaspekt dabei: Das Kirchheimer Publikum reagierte weit weniger kritisch als gedacht auf den verkrampften Auftritt des bis dahin "Überraschungszweiten."



"Leichte Kommunikationsprobleme" (Rentschler) gab es derweil zwischen dem Spielertrainer und dem Koordinator auf der Reservebank, der am Samstag Udo Issler hieß und eigentlich die Funktion des Spielleiters wahrnimmt, bei der sich abzeichnenden Auswechslung von Siopidis mit der Folge, dass sich die Einwechslung von Emrah Polat etwas verzögerte. "Das kann mal passieren," hielt Rentschler den Ball diesbezüglich flach. Der Spielleiter will deshalb zwecks Feinjustierung ein (klärendes) Gespräch in dieser Woche suchen.



Die Situation auf der Einwechselbank ist allerdings aktuell sehr schwierig. Michael Rentschler ist als Ruhepol und Abwehrstratege für die junge Mannschaft auf dem Spielfeld momentan unverzichtbar, Co- und Torwarttrainer Manfred Brenken muss aus gesundheitlichen Problemen für längere Zeit kürzer treten und wird vorerst nicht auf der Bank sitzen und der sportliche Leiter Norbert Krumm war am Samstag privat unabkömmlich. Als Torwarttrainer fungiert im Übrigen bis auf weiteres Jürgen Rechner, der in der vergangenen Saison nach einer Roten Karte für den damaligen VfL-Torwart Michael Schöffel mehrere Partien als "Feuerwehrmann" zwischen den Pfosten stand.



Blick voraus: Am kommenden Samstag gastieren die VfL-Kicker beim FV Illertissen, der am Samstag beim Ortsderby in Au vor 750 Zuschauern trotz einer taktischen Meisterleistung mit 0:1 den Kürzeren zog. Michael Rentschler ist sich sicher, dass sein Team bis zum Auftritt im Illertal das Negativerlebnis gegen die SG gut verarbeitet haben wird. "Mit den TSF Ditzingen bin ich vor zwei Jahren auch mal mit zwei Siegen gestartet, dann gab's eine Niederlage gegen die SG Sonnenhof und am Ende der Saison waren wir Vierter," flachste Rentschler in der samstäglichen Pressekonferenz, "wenn es diesmal mit dem VfL genauso läuft, hätte ich nichts dagegen."