Lokalsport

Täles-Cracks verlieren und ziehen ins Finale ein

Jetzt ist's amtlich: Der TTC Frickenhausen steht im Endspiel des ETTU-Pokals. Halbfinal-Gegner Müller Würzburg nutzte der 3:1-Sieg im Rückspiel nichts mehr: Mit der guten Hinspiel-Satzbilanz im Rücken spielten die Täles-Cracks zu abgeklärt.

OLAF NÄGELE

Anzeige

WÜRZBURG Das gute Ergebnis aus dem Hinspiel (3:1) mit den deutlichen Duell-Siegen genügte als Polster: Der TTC Frickenhausen darf wieder von einem Titel träumen. Trotz der 1:3-Niederlage bei Müller Würzburger Hofbräu im Halbfinal-Rückspiel um den ETTU-Cup löste das Team von Trainer Qiu das Ticket zu einer Finalteilnahme. Im Endspiel um die europäische Trophäe kommt es am 11. oder 12. März nun zum schwäbischen Derby gegen Titelverteidiger und Zweitbundesliga-Spitzenreiter SV Plüderhausen.

Der TTC Frickenhausen vereitelte somit die winzige Final-Chance der Franken, die laut Würzburg-Manager Frank Müller nach dem verlorenen Hinspiel "bei zwei Prozent" gelegen hatte. Mit dem 1:3 im Rücken und einem Satzverhältnis von 4:11 hätte seine Mannschaft fast alle Spiele gewinnen müssen, um das Ruder noch herumzureißen.

Doch dieses ehrgeizige Unterfangen scheiterte bereits in der ersten Partie, in der Hongkong-Chinese Leung gegen Frickenhausens Nummer eins Ma Wenge einen Blitzstart seines Gegenübers erlebte. Zwar hatte Ma Wenge in den Folgesätzen Mühe mit dem immer stärker werdenden Leung, musste Ausgleich und sogar einen Rückstand hinnehmen. Doch ab dem vierten Satz nahm er wieder das Heft in die Hand. Letztlich setzte er sich in einem hochklassigen Spiel mit einer Glanzleistung durch und gewann knapp, aber verdient mit 3:2. Das 1:0 für Frickenhausen.

Jens Lundquist hatte es mit dem wieder erstarkten Tschechen Petr Korbel zu tun. Der ist in der Rückrunde der Bundesliga noch ungeschlagen auch Lundquist musste Korbels derzeitiger Topform Tribut zollen. Dennoch zeigte der Schwede Moral, rang seinem glänzend aufgelegten Kontrahenten einen Satz ab und trug damit zum Weiterkommen seiner Mannschaft bei. Am Ende verlor Lundquist 1:3 das 1:1.

Die TTC-Hoffnung ruhte nun auf den Schultern von Bojan Tokic, der normalerweise mit der destruktiven Spielweise von Defensivmann Chtchetinine gut zurechtkommt. Doch der Slowene agierte zu nervös, konnte dem Weißrussen sein Spiel nicht aufzwingen. Im dritten Satz gelang ihm der letztlich entscheidende Satzgewinn, dann riss der Konzentrationsfaden. Mit einer 1:3-Niederlage verließ auch er die Box.

Wie groß die Moral aller Frickenhausener Akteure an diesem Abend war, zeigte das letzte Spiel dieses Pokal-Halbfinales. Zu diesem Zeitpunkt war Frickenhausen aufgrund des besseren Satzverhältnisses schon im Finale, Jens Lundquist und Chu-Yan Leung hätte es also ruhig ausklingen lassen können. Aber sie boten den 150 Zuschauern in der s.Oliver-Arena noch einmal ein spannendes Spiel mit kuriosem Verlauf. Da führte der Schwede zum Beispiel im zweiten Satz mit 8:1 und musste sich dennoch am Ende mit 9:11 geschlagen geben. Im dritten Satz ließ er nach einer 7:2-Führung nichts anbrennen und glich aus. Auch der Entscheidungssatz blieb bis zum Schluss offen, bevor Leung in einer Schluss-Offensive seiner Mannschaft den dritten Punkt sicherte.

Am Ende hatten es die Täles-Cracks geschafft, zum zweiten Mal in dieser Saison im Finale eines Pokalwettbewerbs zu stehen. Gegner nun ist ein alter Bekannter der Lokalrivale SV Plüderhausen, der sich am Vorabend gegen die französische Mannschaft AS Pontoise Cergy (FRA) mit 3:0 durchgesetzt hatte. Ein Lokalderby also als Endspiel in einem europäischen Wettbewerb zwischen beiden Orten liegen nur 45 Kilometer. TTC-Manager Christoph Reuhl freut sich schon auf die Begegnungen: "In den Hallen wird es brodeln." Eine Favoritenrolle für den TTC trotz des Klassenunterschieds kennt er nicht: "Die Plüderhausener haben im DTTB-Pokal gegen Ochsenhausen und nun im ETTU-Pokal gezeigt, wie gefährlich sie sind. Das wird eine ganz knappe Geschichte."

SO LIEF DAS HALBFINALE

Müller Würzburg TTC Frickenhausen 3:1: Leung - Ma 2:3 (3:11, 11:9, 11:9, 9:11, 5:11) Korbel - Lundquist 3:1 (11:6, 11:8, 11:13, 11:9) Chtchetinine - Tokic 3:1 (11:6, 11:9, 8:11, 11:6) Leung - Lundquist 3:2 (11:4, 11:9, 6:11, 7:11, 11:9)