Lokalsport

Tag der Arbeit für die Rückholer

Das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung: Durch einen raschen Wetterumschwung mussten alle Pilotinnen und Piloten beim Hahnweid-Segelflugwettbewerb ihre Flüge am Montag vorzeitig abbrechen.

CORINNA FRITZ

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KIRCHHEIM Für die Wertung waren am dritten Wertungstag deshalb nicht die Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern die geflogenen Kilometer maßgebend. Das Wetter war morgens zunächst viel versprechend: Dr. Abi Kießling und Jupp Dahlem stellten die Piloten mit bis zu 431 zu fliegenden Kilometern vor große Herausforderungen. Der Start verlief glatt, und nach eineinhalb Stunden waren alle Flugzeuge in der Luft. Doch bereits rund um die Hahnweide mussten die Flieger nun richtig kämpfen, da die thermischen Aufwinde sich als sehr schwach erwiesen.

Die als ersten gestarteten Piloten der Standardklasse hätten eine Aufgabe von 380,6 Kilometern lösen müssen, die sie von der Hahnweide bis nach Bayern und zurückgeführt hätte. Patrik Hasler (Schweiz) flog mit 267,3 Kilometern die längste Strecke in der Standardklasse und wurde Tagessieger. Sein Landsmann Marcel Dünner flog nur 100 Meter weniger: Platz zwei. Er übernahm damit die Führung im Gesamtklassement, da Mario Kießling (Fliegergruppe Wolf-Hirth) aus beruflichen Gründen nicht an den Start gehen konnte. Kießling wurde durch den verpassten Wertungstag mit einem Rückstand von knapp 1000 Punkten auf Platz 14 in der Gesamtwertung verwiesen.

Die Aufgabe für die Rennklasse war um weitere 15 Kilometer größer, die vorgegebene Strecke führte in Richtung Bayern, auf die Schwäbische Alb und auf die Hahnweide zurück. Tagessieger wurde Christian Kocks, der nachdem Holger Karow (Fliegergruppe Wolf-Hirth) am Montag selbst in der Offenen Klasse startete als Teamkollege von Tilo Holighaus (Wolf-Hirth) fungierte und die längste Strecke mit 260,6 Kilometern zurücklegte. Auch Michael Grund hatte eine Ersatzpilotin: Die junge Steffi Mühl schlug sich wacker und flog mit 246,8 Kilometern auf Platz zwei. Thomas Krauss (Fliegergruppe Kornwestheim) kam mit 30 Kilometern Rückstand auf Christian Kocks auf Platz drei. Im Gesamtklassement verringerte sich der Rückstand von Holighaus/Kocks auf Michael Grund auf 68 Punkte. Das Rennen um Platz eins bleibt also weiterhin spannend. Michael Eisele (Köngen) blieb Dritter, obwohl er nur die fünfweiteste Strecke zurücklegte.

In der 18-Meter Klasse hätten die 400 Kilometer überschritten werden müssen, um erfolgreich auf der Hahnweide zu landen. Die 418,2 Kilometer lange Strecke von der Hahnweide zur Walhalla und zurück verlangte den Piloten angesichts der schlechten Wetter- und Thermiklage zu viel ab: Auch in dieser Wettbewerbsklasse gelang die Strecke keinem der Gestarteten. Sebastian Beule (LSC Oventrop) flog mit 377,5 Kilometern zum Tagessieg, der Allgäuer Bernd Sauter (Isny) ordnete sich mit 50 Kilometern Rückstand auf Platz zwei ein. Dritter wurde Klaus G. Specht aus Offenbach. kam auf Platz drei. Im Gesamtklassement führt Beule vor Carsten Runge (Aschaffenburg) und Hahnweid-Pilot Thomas Ingerfurth (Fliegergruppe Nellingen).

Die Flieger der Doppelsitzerklasse mussten die kürzeste Strecke bewältigen, doch mussten auch sie alle ihren Flug vor der Rückkehr zur Hahnweide abbrechen. Die erste Wende in Kehlheim erreichten beinahe alle, doch vor der zweiten, rund 60 Kilometer vor der Hahnweide, mussten alle Teams aufgeben. Tagessieger wurden Dr. Sigi Baumgart und Brigitte Brüning (beide LSV Dinslaken). Mit rund neun Kilometern weniger (272,6) flog das Ebersbacher Team Ulrich Blahak/Steffen Clement auf Platz zwei. Steffen Keppler und Felix Rouf (beide Fliegergruppe Wolf-Hirth) bestätigten ihre gute Form mit 267,6 Kilometern. In der Gesamtwertung führen weiterhin Franz Gall und Hilmar Schill (Stuttgart) vor Matthias Sturm und Heike Schatz (LSV Schwarzwald) und den Tagessiegern Baumgart/Brüning.

Die "Superorchideen" der Offenen Klasse sollten die größte Strecke zurücklegen: 431 Kilometer. Tagessieger Francois Jermiasse (Niederlande) bewältigte immerhin 330 Kilometer was den Sprung auf Platz zwei in der Gesamtwertung nach sich zog. Der amtierende Weltmeister Holger Karow (Fliegergruppe Wolf-Hirth) flog mit einer Strecke von 326 Kilometern auf Platz zwei des Tagesklassements und beginnt nun offenbar auf Platz vier in der Gesamtwertung rangierend die Aufholjagd in Richtung Gesamtsieg.

Nach den vielen Außenlandungen mussten zum ersten Mal seit Wettbewerbsbeginn die "Rückholer" der Piloten in Aktion treten. Erst spät in der Nacht kamen die letzten Mannschaften auf der Hahnweide an. Gestern war die Wetterlage nicht viel besser: Allein die 18-Meter-Klasse wurde ins Rennen geschickt, alle anderen Wettbewerbsklassen mussten einen Ruhetag einlegen.