Lokalsport

Teil eins des "Aufsteigerchecks"

Die Erfolgstory im WFV-Pokal ist zu Ende, ab sofort können die Kirchheimer Verbandsliga-Fußballer anderweitig für Gesprächsstoff sorgen. Morgen startet das Team aus der Teckstadt beim FC Gärtringen mit Vorschusslorbeeren in die Punkterunde.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, war auch zwei Tage nach dem Pokalaus gegen den TSV Crailsheim (0:3) immer noch nicht gut auf Schiedsrichter Karle aus Waiblingen zu sprechen. "Die beiden Elfer gegen uns waren ein Witz, er hat sogar uns noch zwei Strafstöße verweigert", monierte der Clubfunktionär. In einem Punkt war Krumm trotzdem froh. "Ärgerlicher wäre es gewesen, wenn wir uns in einer Verlängerung total verausgabt hätten und dann am Ende genauso mit leeren Händen dagestanden wären."

So gesehen gehen die Mannen von der Jesinger Allee etwas frischer in das Auftaktmatch am Rande des Schönbuchs. Sicherlich war die Partie gegen den Oberligisten aber von aufschlussreicher Natur. Zum Beispiel, dass die mutigen und engagierten Kirchheimer Kicker noch nicht ganz das Level eines ambitionierten Oberligisten haben. Der Fingerzeig tut gut, dämpft etwas die möglicherweise übertriebenen Erwartungen vor dem bevorstehenden Start in die neue Runde. Dabei sehen die kurzfristigen Aufgaben nicht extrem problematisch aus. Die Kirchheimer haben es in den ersten vier Punktspielen dreimal mit Neulingen zu tun.

Morgen steht der erste "Aufsteigercheck" an. Und bei der Partie in Gärtringen muss Trainer Michael Rentschler wie im Pokalspiel gegen den TSV Crailsheim auf Kapitän Mario Grimm verzichten. Eine Vorsichtsmaßnahme nach dessen Kreislaufproblemen anfangs der Woche. Dadurch scheint denkbar, dass Rentschler wie beim 0:3 gegen die Crailsheimer eine Abwehrkette mit Fuchs, Mayer, Siopidis und Er auf den Platz schickt. Aber auch Christopher Eisenhardt ist potenzieller Kandidat als Anfangsaufläufer. Im Mittelfeld hat Rentschler ebenfalls Gestaltungsmöglichkeiten denkbar scheint eine Variante mit Isci, Alban Meha und Emrah Polat, die Angreifer Feriz Meha oder sich selbst in der Offensive in Szene setzen sollen. Norbert Krumm strahlt jedenfalls wie gewohnt Zuversicht aus: "Die Richtung stimmt, trotz Pokal-Aus."

Gärtringen: Autofahrern ist es vor allen Dingen deshalb bekannt, weil es dort eine Autobahnausfahrt gibt, auf der nach links abgebogen wird es ist die einzige Linksabfahrt von einer Autobahn in ganz Deutschland. Sie kam dadurch zustande, weil dem Kreuzungsbauwerk beim Bau in den 70er-Jahren eigentlich die Funktion eines Autobahnkreuzes zugedacht war, die vorgesehenen Rampen dann jedoch als Anschlussstelle benutzt wurden. Genauso selten wie derart ungewöhnliche verkehrstechnische Lösungen waren bisher sportliche Höhenflüge des heimischen FC. Der größte Erfolg des Clubs liegt schon 42 Jahre zurück damals stiegen die Gärtringer in die zweite Amateurliga auf und wurden nach dem prompten Abstieg binnen weniger Jahre bis in die damalige B-Klasse durchgereicht. Zwei Aufstiegen in die Landesliga (1989 und 1999) folgte nun der Coup mit dem Erreichen der Verbandsliga. Trainer der Gärtringer ist Martin Oßwald (34). Der in Amateurkreisen bestens bekannte Kicker, er bestritt rund 500 Spiele für die Sportvereinigung Böblingen, gibt nur eine Devise aus. "Wir wollen den Klassenerhalt schaffen." Spektakuläre Neuzugänge gibt es, ähnlich wie beim morgigen Gegner VfL, nicht. Der namhafteste ist Verteidiger Manuel Pflumm, der von Regionalligist SSV Reutlingen ausgeliehen wurde.

Wie bei allen Auswärtsspielen in dieser Saison wird ein Bus fahren. Abfahrt ist morgen um 12.30 Uhr am VfL-Stadion für fünf Euro.