Lokalsport

Theo Leftakis: "Glück gehabt!"

Das Spiel, das auf keinen Fall verloren werden durfte, gewann der VfL mit 79:77 (44:40). Bevor der erste Heimsieg gegen die SG Heidelberg-Kirchheim vor 600 Zuschauern in der Walter-Jacob-Halle fest stand, musste jedoch heftig gezittert werden.

KIRCHHEIM "Es war ein tolles Spiel, eine Riesenstimmung". Fast eine Exklusiv-Meinung vertrat SG-Coach Michael Moritz nach 40 Minuten im Ausweichquartier Walter-Jacob-Halle. Denn irgendwie empfanden das die VfL-Anhänger im Duell der Namensvettern ein kleines bisschen anders. Die Stimmung etwa war kaum zu vergleichen mit der in der Sporthalle Stadtmitte, obwohl immerhin fast 600 Zuschauer den Weg zum Schlossgymnasium gefunden hatten. Ganz anders als sein Kollege sah auch VfL-Coach Theo Leftakis das Spiel: "In Rastatt haben wir gut gespielt und verloren, hier haben wir schlecht gespielt und gewonnen. Glück gehabt."

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Das Glück und die Unerfahrenheit des Gegners war dem VfL vor allem in der letzten Minute hold. Nach einem Dreier von Konate stand es 76:76. Dann spitzelt Ross Jorgusen SG-Spielmacher Pires den Ball aus der Hand zu Nenad Lukic, der wirft nach vorne und Jorgusen vollendet zum 78:76. Sechs Sekunden vor Schluss wird Pires gefoult, verwirft den Zweiten bei dem vier statt der erlaubten drei Kirchheimer zum Rebound antreten, was aber die ansonsten ordentlichen Schiedsrichter übersehen und Lukic angelt sich den Abpraller. Nach einem Foul soll Jorgo Tsouknidis aus der Ecke einwerfen. Man merkt ihm nicht nur hier an, dass er einen Rückstand hat wegen einer Krankheit: Er schleudert den Ball ins Nirwana. Aber der Heidelberger Stefan Arns tut dem VfL den Gefallen, hechtet der Kugel hinterher und produziert einen Einwurf für die Gastgeber. Noch vier Sekunden. Nachdem noch einmal Jorgusen ohne Konsequenzen gefoult wird (es war erst das vierte Mannschaftsfoul), gibt es beim nächsten Foul gegen David Bouwmeester dem besten Einheimischen an diesem Abend endlich Freiwürfe. Er trifft den zweiten zum Endstand, denn der Verzweiflungswurf der Gäste verfehlt sein Ziel.

Es war bezeichnend, dass der Jubel und der Beifall anschließend nicht gerade frenetisch ausfiel zu groß war die Anspannung, zu groß aber auch der Frust über die wirklich nicht berauschende Leistung des VfL. Wer aber trotz solch begabter Schützen nur vier von 24 Dreier-Versuchen verwandelt und in der Abwehr viel zu oft die letzte Aggressivität vermissen lässt, darf sich nicht wundern, und muss sich stattdessen freuen, dass der Basketball-Gott diesmal auf der eigenen Seite stand.

Nicht auf der Seite von Wilu Lenger allerdings. Der riss sich bereits beim zweiten Heidelberger Angriff ein Band im linken Sprunggelenk, als er nach einem Blockversuch auf dem Fuß von Lukic landete. Das schockte seine Mannschaftskameraden, und vor allem in der Abwehr fehlte Lenger an allen Ecken und Enden.

Das Spiel glich dem in Rastatt-Rheinau: Rückstand nach dem ersten Viertel (22:24), kleiner Vorsprung zur Pause (44:40), ein bisschen mehr nach 30 Minuten (67:61) und Chaos im Schlussabschnitt, wo nur noch wenig gelang. Doch diesmal ging es gut, denn Heidelberg-Kirchheim hat wirklich ein starkes, vor allem eingespieltes Team vielleicht sogar das bessere. Davon ist zumindest Theo Leftakis überzeugt: "Die bessere Mannschaft hat heute verloren."

madVfL:

Bouwmeester (23), Bruck, Jorgusen (24), Kikic, Kranz (8/2), Lenger, Lukic (6/1), Reiter (1), Stifel (12) Tsouknidis (5/1). SGK:

Pires (11/2), Lenz, P.Rittinger (13/2), Natto (14), Arns (9/2), J. Rittinger (5/1), Eichacker (2), Wolf (13), Konate (10/2).Schiedsrichter:

Reil (Ehingen) und Bethke (Villingen) hatten die Partie jederzeit im Griff.Zuschauer:

600.