Lokalsport

Thriller am Sonntagabend

Knights schlagen den Favoriten Heidelberg auf der Zielgeraden mit 90:85

Was für ein Spiel: Nach einer zwischenzeitlichen 17-Punkte-Führung mussten Kirchheims Basketballer beim Favoriten in Heidelberg am Ende noch einmal gewaltig zittern. Erst in der Schlussminute sorgten die Knights mit kühlem Kopf und 90:85 für die Entscheidung. Bryan Smithson sorgte mit vier verwandelten Freiwürfen in den Schlusssekunden für den glücklichen aber verdienten Kirchheimer Sieg.

Bryan Timothy Smithson (VfL Kirchheim Knights) im Zweikampf mit Jay Threatt (MLP Academics Heidelberg), Action / AktionMLP Acade
Bryan Timothy Smithson (VfL Kirchheim Knights) im Zweikampf mit Jay Threatt (MLP Academics Heidelberg), Action / AktionMLP Academics Heidelberg vs. VfL Kirchheim Knights, Basketball, 2. Basketball Bundesliga/Pro A, 12.01.2014 Foto: Eibner

Kirchheim. Es war ein Sieg des zuletzt viel kritisierten Kirchheimer Teams, bei dem gleich fünf Spieler zweistellig punkteten. Mit dem kaum erwarteten Erfolg beim Favoriten behaupten sich die Kirchheimer in der Spitzengruppe der Pro A und rücken auf Platz sechs in der Tabelle vor. Topscorer der Kirchheimer war Sebastian Adeberg mit 18 Punkten.

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Die mitgereisten Kirchheimer Fans wurden für ihre Mühe belohnt. Sie erlebten ein Basketballspiel, wie man es sich als Fan nur wünschen kann. Kampf, Emotionen, viele Punkte und ein Sieger der bis zur letzten Sekunde zittern musste. Dabei waren die Vorzeichen schlecht. Bereits seit Wochen hinkten Kirchheims Korbjäger den eigenen Ansprüchen hinterher. Nachdem man sich in kurzer Zeit gleich zweimal dem Aufsteiger aus Leverkusen geschlagen geben musste, stieg der Druck. Doch die Ritter hatten gestern Abend die richtige Antwort parat.

Bereits unter der Woche hatte sich die Mannschaft auf die Partie in Heidelberg eingeschworen. Und es ging gut los: Beide Verteidigungsreihen setzten früh ein Zeichen und verhinderten leichte Punkte auf beiden Seiten. Besonders unter den Körben prägte ein Wort das Geschehen: Kampf. Beide Mannschaften fighteten um jeden Meter, entsprechend litt der Spielfluss darunter. Beim Stand von 14:13 ging es in die erste Viertelpause. Doch das Blatt wendete sich schnell, und es war die Kirchheimer Offensive, die die ersten Nadelstiche setzen konnte. Besonders aus der Distanz lief es für Kirchheim gut. Der eingewechselte DJ Byrd, Ben Beran und Radi Tomasevic versenkten jeweils Drei-Punkte-Würfe. Auf Heidelberger Seite konnten vor allem die beiden Amerikaner Shyron Ely und Jay Threatt antworten. Sie hielten die Partie weiterhin eng.

Doch die Ritter präsentierten sich diesmal anders als zuletzt voller Mut und Tatendrang. Der absolute Wille zum Sieg war der Mannschaft von Frenkie Ignjatovic deutlich anzumerken. Eine Sekunde vor der Halbzeit, beim Stand von 41:35, eine kuriose Situation: Die Knights hatten Einwurf vom eigenen Korb. Max Rockmann beförderte den Ball über das gesamte Spielfeld. Center Björn Schoo tipte den Ball zu Ivan Buntic, der den Ball in der Luft per akrobatischem Wurf direkt verwandelte – leider knapp nach Ablauf der Spielzeit. So mussten sich die Gäste mit einer knappen Sechs-Punkte-Führung zur Halbzeit begnügen.

Den dritten Abschnitt begann Kirchheim dann furios: Max Rockmann erzielte innerhalb von weniger als zwei Minuten acht Punkte im Alleingang und bescherte seinem Team einen schnellen 59:43 Vorsprung. Angefeuert von den mitgereisten Fans, fegten die Ritter die Hausherren in dieser kurzen Zeitspanne nahezu vom Feld. Die Vorentscheidung? Leider nein. Die Heidelberger schlugen postwendend zurück und verkürzten noch vor der Viertelpause auf 59:56. 13 Punkte in Folge gelangen dem Team von Trainer Garbelotto. Doch dann handelte sich Center Michael Jost ein technisches Foul ein und brachte so die Kirchheimer wieder zurück.

In die Viertelpause ging es beim Stand von 64:56. Es blieb also weiterhin spannend. Und wieder sollten es die Gäste aus Kirchheim sein, die zum ersten Schlag ausholten. Schnell wuchs der Vorsprung wieder auf zwölf Zähler, doch die Hausherren ließen sich auch dieses Mal nicht abschütteln. Wieder Ely und Neuzugang Anthony Hill hielten ihre Mannschaft in der Partie. Doch besonders Sebastian Adeberg, Bryan Smithson und Ben Beran übernahmen nun Verantwortung und erzielten wichtige Punkte. Die Schlussminuten brachten knisternde Spannung und die Knights verspielten fast noch den verdienten Sieg. Beim Stand von 82:74 erzielten die Heidelberger sieben Punkte in Folge und der Kirchheimer Vorsprung schrumpfte auf einen Zähler.

Es ging in die Schlusssekunden. Sebastian Adeberg erzielte wenige Sekunden vor dem Ende den wohl spielentscheidenden Korbleger. Die Hausherren mussten nun foulen und Aufbauspieler Smithson verwandelte eiskalt alle vier Freiwurfversuche und sicherte so den ersehnten Auswärtssieg.

„Nach den letzten Wochen war dieser Sieg unglaublich wichtig für uns. Ich bin sehr stolz, dass wir heute gewonnen haben. Nun freuen wir uns aufs nächste Derby“, meinte ein erleichterter Trainer Ignjatovic nach Spielende. Der Sieg tut gut, denn der nächste Brocken wartet schon: Am Freitag um 20 Uhr steht das zweite große Derby für die Ritter an. Beim Weihnachtsspiel in Crailsheim noch als Verlierer vom Platz gegangen, möchten sich die Ritter nun für diese Niederlage revanchieren. cs