Lokalsport

Tief stapeln vor dem Saisonfinale

Die Fumic-Brüder wehren ab, wenn es um Medaillenambitionen geht. Bei der Marathon-DM am Sonntag auf der Schwäbischen Alb haben andere die Favoritenbürde. Münsingen setzt gleichzeitig den Schlusspunkt im diesjährigen Rennkalender.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM "Ich? Favorit? Nein, ich habe keine Ambitionen." Manuel Fumic wehrt ab, wenn er auf die Einschätzung von Hannes Genze angesprochen wird. Der Titelverteidiger aus Sindelfingen hat den 23-Jährigen Kirchheimer nämlich fest auf der Rechnung, wenn es am Sonntag (Start um 9 Uhr) um den Titel des Deutschen Marathon-Meisters geht. An erster Stelle nennt Genze allerdings Karl Platt (Osthofen). Der Marathon-WM-Sechste verbindet schon seit Jahren Einsätze in der olympischen Cross-Country-Disziplin mit solchen auf der Langstrecke. Auch Moritz Milatz (Freiburg), dieses Jahr schon Marathon-Weltcup-Sieger in Österreich, steht hoch im Kurs.

"Dem Karl würde ich es gönnen, der hat noch nie eine Medaille gewonnen", sagt Manuel Fumic. Allerdings: Herschenken wird er Edelmetall auch nicht. Vergangene Woche plagte er sich zwar mit einer Erkältung herum, doch wenn er fit ist, wird es sicherlich schwer, ihn abzuhängen. Lado Fumic sieht bei sich die Spannung etwas verloren. Das, so schiebt er sofort hinterher, würde aber nicht bedeuten, dass er ohne Motivation ins Rennen geht. Zurzeit nimmt ihn und auch seinen Bruder die Sponsorensuche massiv in Anspruch. Klar scheint bisher nur, dass die beiden im gleichen Stil weitermachen. "Ich hatte ein paar Anfragen, habe aber gleich abgesagt", berichtet Manuel Fumic. Die Materialsponsoren stehen so gut wie fest, da wird es wohl keine Änderung geben. Mitbikefremden Sponsoren gibt es allerdings Verhandlungen über die beide bisher nichts verlauten lassen. So bleiben nur Spekulationen in der Szene, die das Brüderpaar in Zukunft mit Red Bull verbandelt sehen. Auch in Münsingen werden die Fumic-Brüder in deren Promotionaktionen eingebunden sein.

Zurück zum Sportlichen: Auf dem Papier gehört auch Lado Fumic zu den Favoriten, die auf den 114 Kilometern um die Medaillen bei der zweiten deutschen Marathon-Meisterschaft streiten. Drei 38 Kilometer lange Runden, die es in sich haben, warten auf die Bike-Profis. 2490 Höhenmeter summieren sich auf einer technisch einfachen Strecke. "Das wird extrem schwer", konstatierte Stefan Sahm (Bissingen), nachdem er den Kurs in Augenschein genommen hatte. Eine deutsche Meisterschaft praktisch vor der eigenen Haustür "Klar, dass ich da motiviert reingehe", sagt Sahm. Zumindest eine kleine Chance auf eine Medaille bietet sich auch ihm. Marc Gölz (Weilheim) kam zuletzt beim Golden Race in Schaffhausen, wo er Sechster wurde, mit der Langdistanz ganz gut zurecht. Da er noch nicht so viele Rennen in den Beinen hat wie die Konkurrenz, dürfte er noch Reserven haben. "Was dabei rauskommt, ist schwer einzuschätzen", zuckt er mit den Schultern. Schafft er es wie bei der Marathon-EM, lange in der Spitzengruppe dabei zu sein und ohne Defekt zu bleiben, dann könnte ein brauchbares Ergebnis für ihn herausspringen.

Die Biker vom MTB Teck werden sich vornehmlich auf der Mitteldistanz über 76 Kilometer tummeln. Alex Speisekorn (Giant Goldway) dürfte man weit vorne erwarten. Auch die Junioren Kai Kautz und Julius Henne versuchen sich genauso wie Benedict Bosler auf den zwei Runden. Am Samstag nehmen Andi Vicic und Marvin Mayer die Kurzstrecke in Angriff.