Lokalsport

Titelort: Eichert, Rübholz oder Bühl?

Mit dem Spitzenspiel TSV Notzingen II (Erster) gegen TSV Ötlingen (Zweiter) startet die Fußball-Kreisliga B6 am Wochenende ins Jahr 2009. In Lauerstellung auf Rang drei liegend, hat auch der TV Unterlenningen seine Aufstiegsambitionen noch nicht begraben.

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P. Eidemüller/K.-D. Leib

Notzingen. Wer hätte gedacht, dass der TSV Notzingen II in der ersten Saison nach dem Abstieg gleich wieder an der Tabellenspitze der Kreisliga B6 mitmischen könnte? Spielleiter Jürgen Sommer offensichtlich nicht: „Dass wir aufsteigen, kann ich mir nicht vorstellen, dafür ist der Kader nicht groß genug.“ Das alte Leid im Eichert: Leistungsträger aus der „Zweiten“ müssen regelmäßig im Bezirksligateam aushelfen, zumal selbiges in akuter Abstiegsgefahr schwebt. Arrivierte wie Jarryd Schwarz, mit zehn Treffern bester TSVN-II-Torschütze, sowie Peter Schenk und Andreas Ruff werden in der Rückrunde vermehrt in der „Ersten“ eingesetzt. Nichtsdestotrotz peilt das Team um Spielertrainer Roland Keck (Jürgen Sommer: „Er hat seinen Job bislang sehr gut gemacht“) einen Platz unter den ersten Vier an. Schwer genug wird‘s, muss man gegen den ärgsten Verfolger Ötlingen doch noch zwei Mal ran: übermorgen und am 7. Juni.

Selbstbewusste Töne kommen diesbezüglich aus dem Rübholz. „Ich gehe davon aus, dass wir Notzingen am Sonntag schlagen“, sagt Spielleiter Matthias Schlanderer. Das Ziel in Ötlingen ist klar: Direktaufstieg. „Biss und Wille sind da, wir sind ein eingeschworener Haufen“, so Schlanderer. Einzig das Verletzungspech könnte den ambitionierten Ötlingern einen Strich durch die Aufstiegsrechnung machen. „Vergangene Saison mussten wir drei Mal Spiele unserer zweiten Mannschaft absagen, um genügend Spieler für die Erste zu haben“, erinnert sich Schlanderer. Mut macht da der mit 38 Mann relativ große Kader, aus dem sich erste und zweite Mannschaft speisen. Weitere Vorteile für den TSVÖ: Gegen die Konkurrenten aus Notzingen und Unterlenningen spielt man jeweils vor heimischem Publikum, zudem hat Ötlingen das mit Abstand beste Torverhältnis der Topteams.

Mit vier Punkten Rückstand auf Notzingen und zwei auf Ötlingen liegt der TV Unterlenningen aktuell auf Rang drei, greift jedoch erst in einer Woche beim SV Nabern ins Spielgeschehen ein. Auf dem Bühl paart sich Zufriedenheit mit Kampfeslust. „Wir liegen voll im Soll“, so Spielleiter Peter Hezeli, „greifen aber in der Rückrunde voll an. Vielleicht klappt‘s ja noch mit Platz eins oder zwei.“ Wenn nicht, ginge die TVU-Welt auch nicht unter, „schließlich ist das erst die dritte Saison, in der wir wieder mit einer aktiven Mannschaft dabei sind“, gibt Hezeli zu bedenken.

Bereits etwas außer Sichtweite zum Spitzentrio liegt der TSV Holzmaden auf Rang vier. Kein Wunder, dass Abteilungsleiter Manfred Stark bei sieben und neun Punkten Rückstand auf die beiden Topplätze in Realismus macht: „Es ist doch ziemlich unwahrscheinlich, dass nach vorne noch was geht. Dafür müssten die anderen schon reihenweise richtig patzen.“ Nach dem eher mauen neunten Platz der Vorsaison ist man in Holzmaden nicht unzufrieden mit dem bisher Erreichten. „Vor der Runde hätte ich nicht gedacht, dass wir um den Abstieg mitspielen können“, so Stark, der für die Saison 2009/10 sogar mit einem noch stärkeren TSVH rechnet. „Dann kommen vier, fünf gute Spieler aus der Jugend.“

Beim TSV Weilheim II gibt es trotz des momentanen fünften Platzes, der den vorsaisonalen Erwartungen eigentlich entspräche, etwas zu bemängeln: „Die Mannschaft verfügt noch nicht über genügend Durchschlagskraft“, meint Spielleiter Günther Friess. Darüber hinaus plagen die Weilheimer ähnliche Probleme wie Spitzenreiter TSV Notzingen II: Wann immer in der ersten Mannschaft Personalnot herrscht, müssen die Besten aus der „Zweiten“ aushelfen – obwohl das Ehrensache ist, verhindert dieser Umstand oft ein besseres Abschneiden, wie zum Beispiel in Weilheim. „Unsere zweite Mannschaft hatte oft das Pech, dass wenn es gegen Spitzenteams ging, in der Ersten Verletzungssorgen herrschten und wir dort mit Leistungsträgern aufstocken mussten“, sagt Friess, der alles in allem nicht unzufrieden ist. „Wir liegen voll im Soll.“

Das kann man vom SV Nabern nicht gerade behaupten. Acht Punkte Abstand hat das Team von Trainer Karl-Heinz Toparkus auf den vor der Saison anvisierten vierten Tabellenplatz. „Ein Torjäger wurde in der Vorrunde schmerzlich vermisst“, klagt Toparkus, der vor Wiederbeginn des Spielbetriebs nur ein Ziel hat: „Ich wünsche mir, dass die gute Kameradschaft auch auf dem Platz in Punkte umgesetzt wird.“

Ein Stück weit Ernüchterung herrscht auch bei den SF Dettingen II. Nach Platz drei in der Vorsaison haben die „kleinen Sportfreunde“ mit dem Titelrennen in dieser Spielzeit nichts zu tun – auch wenn dies vor der Runde niemand in Dettingen so formuliert hat, hätte man das Team von Spielertrainer Heiko Blumauer sicherlich etwas weiter vorne in der Tabelle erwarten dürfen. Mit zwei Spielen weniger als die vor ihnen platzierten Teams könnten die SFD bei voller Punkteausbeute immerhin noch unter die ersten Fünf stoßen. Erste Gelegenheit zur Tabellenbegradigung bietet sich übermorgen im Match beim TSV Oberlenningen II.

Unter dem Reußenstein in Neidlingen wird Vorrundenplatz acht des TVN II indes als Erfolg gewertet. „Wir sind mit dem Abschneiden zufrieden“, sagt Abteilungsleiter Klaus Moll. „Wir haben gegen Mannschaften gewonnen, die sich in unserer Tabellenregion bewegen und gegen vordere Teams keine allzu hohen Niederlagen kassiert.“ Nichtsdestotrotz darf es am Ende der Saison noch ein bisschen mehr sein: „Vielleicht können wir uns noch um einen oder zwei Plätze verbessern“, hofft Moll.

Ähnlich Ziele verfolgt man auch bei der TG Kirchheim. Der einstige B6-Topclub, bis vor zwei Jahren regelmäßig im Kreis der Aufstiegsfavoriten, kommt einfach nicht in Tritt. Nach Platz zwölf im Vorjahr sollte es diese Saison eigentlich wieder aufwärts gehen, doch nach einer äußerst turbulenten Vorrunde mit zwei Trainerwechseln steht die Turngemeinde aktuell nur auf Platz neun. Auf Ömer Telci, der zu Beginn der Runde auf dem Trainerstuhl gesessen hatte, folgte im Oktober Bernhard Feldmann, der wiederum in der Winterpause durch Spieler Branko Kalfic ersetzt wurde. Kein Wunder also, dass TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretzschmar erst mal Ruhe einfordert: „Wir wollen in der Rückrunde einen Neuanfang machen.“

Nachdem sie nach acht Spielen zwischenzeitlich auf Platz vier gestanden hatten, ging es für die Kicker des TSV Owen stetig abwärts. Von Platz zehn aus blasen die Herzogstädter nun zur Aufholjagd. „Wir wollen uns verbessern, nachdem die gute Platzierung zu Saisonbeginn wegen Verletzungen nicht gehalten werden konnte“, so Abteilungsleiter Harry Streicher. Die Chance auf erste Punkte bietet sich dem TSVO übermorgen gegen Tabellennachbar SGEH II.

Just dieser Club sorgte in der Vorrunde weniger durch spektakuläre Ergebnisse, als durch seine faire Spielweise für Schlagzeilen. Mit blütenweißer Weste, also keiner einzigen Gelb-Roten oder Roten Karte, führen die Älbler die Fair-Play-Wertung des Teckboten und der Kreissparkasse Esslingen an – was zwischen Erkenbrechtsweiler und Hochwang für großes Erstaunen sorgt. „Ich wusste gar nicht, dass wir da Erster sind“, ist Pressewart Benjamin Möll überrascht. Wenn die SGEH ihren fairen Kurs beibehält, winken am Saisonende 1 200 Euro Prämie.

Gerade mal elf Punkte hat der TSV Schlierbach bisher gesammelt, ist damit Drittletzter der Liga. Dass so der anvisierte einstellige Tabellenplatz kaum erreicht werden kann, sorgt für Frust: „Von den bisher gezeigten Leistungen unserer Mannschaft bin ich sehr enttäuscht“, klagt Abteilungsleiter Michele Müller, der bereits vor Saisonbeginn gemahnt hatte: „Unser Ziel können wir nur erreichen, wenn die Spieler bereit sind, häufiger am Training teilzunehmen.“ Klarer Fall von ´Satz mit X´.

Differenzierter fällt die Vorrundenanalyse beim Vorletzten TSV Oberlenningen II aus. „Trotz guter Leistungen blieb die Mannschaft bislang weit hinter ihren Möglichkeiten“, weiß der Trainer der ersten Mannschaft, Rainer Ziegelin, der damit auf die beiden Siege gegen die weitaus besser eingeschätzten Teams SV Nabern und TG Kirchheim anspielt. „Deshalb kann das Team in der Rückrunde sicherlich noch mehr Spiele für sich entscheiden, denn der Trainingseinsatz ist gegeben.“

Hinter dem TSVO II auf dem letzten Tabellenplatz liegt der SV Reudern II mit vier Pünktchen. Die „kleinen Hirsche“ sind also auf dem besten Weg, ihr Vorjahresergebnis zu bestätigen: Da wurden sie nämlich ebenfalls Letzter.