Lokalsport

T-Mobile zerschlägt das Teck-Quartett

T-Mobile zieht sich als Teamsponsor aus dem Mountainbikesport zurück. Das gab die Konzernzentrale gestern bekannt. Die Fumic-Brüder sind auf Teamsuche, Stefan Sahm hat bereits bei Ralph Denk unterschrieben.

EDGAR VELOCI

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BONN War es nun eine Überraschung oder abzusehen? So genau lässt sich diese Frage nicht beantworten. Gestern jedenfalls verkündete der Bonner Kommunikationsriese T-Mobile das Ende seines Team-Sponsorings im Mountainbike. Die Konzentration auf die Straßenmannschaft und auf den Breitensport seien die Gründe für den Ausstieg, heißt es in einer Pressemitteilung. Vermutlich aber stecken die Sparpolitik der Telekom und strategische Interessen dahinter. Der Mountainbike-Sport hat sich zwar sehr positiv entwickelt, aber von den Dimensionen des Straßenrennsports ist er noch weit entfernt, sowohl was die Finanzen als auch die Außenwirkung anbelangt.

Für die deutsche Mountainbike-Szene und für die vier Profi-Biker aus der Teckregion bedeutet die Nachricht das Ende einer vierjährigen Ära. Für den Bissinger Stefan Sahm kam die Entscheidung wohl nicht überraschend- zumindest konnte er bereits vorgestern Abend einen neuen Vertrag präsentieren. Ralph Denk Racing Team heißt seine neue Heimat. Eine Träne weint Sahm der Vergangenheit dennoch nach: "Es ist schade für die Szene, dass so ein Team zerfällt." Für sich selbst aber hat er keine Zweifel, dass er seinen Sport in den kommenden beiden Jahren professionell weiter betreiben kann. "Ich habe mich mit Ralph Denk unterhalten und unsere Vorstellungen sind nahezu deckungsgleich", meint Sahm. Aus der Veränderung schöpfe er auch neue Motivation. Obwohl das Ralph Denk Racing Team im bayrischen Rosenheim angesiedelt ist, wird Sahm seinen Standort und sein Trainingsgebiet nicht ändern.

Die beiden Fumic-Brüder zeigten sich mehr überrascht von der Nachricht. "Ehrlich gesagt, habe ich nicht daran geglaubt, dass es zu Ende geht. Schließlich hatten wir zuletzt Erfolge zu verbuchen", zeigt sich Manuel Fumic enttäuscht. Ihm sind in den zurückliegenden Wochen einige Angebote anderer Teams ins Haus geflattert. Welche, darüber schweigt er sich im Moment noch aus. "Die Welt geht dadurch nicht unter, ich werde kein Problem haben, in einer neuen Mannschaft unterzukommen", sagt der U23-Weltmeister. Gemeinsam mit seinem Bruder Lado? "Warum sollten wir uns trennen?", hofft der jüngere der beiden Fumics weiterhin auf eine gemeinsame sportliche Zukunft mit seinem sechs Jahre älteren Bruder. Der zeigt eine ähnliche Reaktion: "Manuel und ich, wir machen unser Ding. Wir werden gemeinsam daran arbeiten." Die aktuelle Entwicklung freilich bedauert auch er. "Es ist schade für alle, für die ganze Szene", meint er, fügt aber gleich hinzu: "Jedes Ende ist auch ein Neuanfang." Wie der aussehen könnte, darüber schweigt er sich bisher aus.

Auch die Zukunft von Marc Gölz ist derzeit noch offen. Der Weilheimer hat sich innerlich allerdings schon länger von der Magenta-Truppe verabschiedet. "Auch wenn ich ein Angebot bekommen hätte, wäre ich nicht geblieben", sagt er. Er habe sich schon länger Gedanken über seine Zukunft gemacht und sei zum Schluss gekommen, "dass es für meine Entwicklung besser ist, was anderes zu machen", bekennt Gölz. Er hatte sich im vergangenen Jahr in den Nationalkader gefahren und dort gezeigt, was in ihm steckt. Die Saison 2004 war dann allerdings von Pleiten, Pech und Pannen gekennzeichnet. Gölz war im Team T-Mo-bile immer die Nummer sechs geblieben. Er arbeite mit Zuversicht an einer Lösung für 2005, mehr wollte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.