Lokalsport

Tobias Unger vor Windlotterie in Biberach

Kirchheim. Die vorletzte Chance für das Erreichen der Olympia-Norm über 100 m bietet sich DLV-Sprint-Ass Tobias Unger am morgigen Samstag beim „Weltklasse-Meeting“ in Biberach. Der Kirchheimer muss bekanntlich bis übernächstes Wochenende 10,22 Sekunden oder schneller laufen, um noch eines der begehrten Tickets nach Peking zu ergattern – nach den deutschen Meisterschaften in Nürnberg (5./6. Juli) wird der DLV dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die aussichtsreichsten Athleten empfehlen, die dann in der letzten Nominierungsrunde am 15. Juli benannt werden.

Dass er die geforderte Zeit in den Beinen hat, bewies Unger am vergangenen Wochenende beim Europacup in Annecy, als er trotz 1,8 Metern Gegenwind 10,37 Sekunden auf die Bahn brannte: Nach der in Sprintkreisen geltenden Faustregel, dass 0,1 Meter Gegewind eine Hundertstelsekunde kostet, wäre der „Schwabenpfeil“ in 10,19 Sekunden unter der Norm geblieben und der Trip nach Biberach obsolet gewesen. So muss sich Unger im Oberschwäbischen erneut auf eine Windlotterie einstellen. Gestern verhieß die Wettervorhersage für die auf 15.50 und 17.35 Uhr angesetzten 100-m-Zeitläufe noch sprintfreundliche Bedingungen. „Es sieht nach Seitenwind aus, der im günstigsten Fall sogar von hinten kommen könnte“, gab Unger-Coach Micky Corucle kurzerhand den Wetter-Frosch. Sollten jedoch ähnliche Bedingungen wie in Annecy herrschen, ist laut Corucle mit einer kurzfristigen Absage Ungers zu rechnen. „Dann werden wir auf die Schnelle zu irgendeinem Meeting ins Ausland fliegen“, sagt er. Trainer und Schützling wollen nämlich eines tunlichst vermeiden: Einen Showdown um die Olympia-Norm bei den deutschen Meisterschaften in einer Woche. „Wir wollen ohne Druck nach Nürnberg“, sagt Corucle. pet


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