Lokalsport

Tobias Unger will ein Heimspiel ohne Risiko

Top-Athleten zum Nulltarif: Beim für Zuschauer kostenlosen 3. Köngener Abendsportfest morgen Abend steht neben etlichen Nachwuchs-hoffnungen der momentane Star der deutschen Leichtahtletik im Fokus des Interesses: Tobias Unger.

PETER EIDEMÜLLER

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KÖNGEN Als Deutschlands Sprint-Star Nummer eins ist der 26-Jährige aus Wendlingen, der ab Oktober in Kirchheim wohnen wird, derzeit ein gefragter Mann. Egal, ob im Aktuellen Sportstudio des ZDF am vorletzten Samstag oder bei Sport im Dritten im SWR am vergangenen Sonntag der amtierende Deutsche Doppelmeister über 100 m und 200 m erntet momentan die medialen Früchte seiner Erfolge: Unger allerorten. Dabei steht der eigentliche Saisonhöhepunkt für den "Schwabenpfeil" noch aus: Die Weltmeisterschaften vom 6. bis 14. August im finnischen Helsinki.

Umso erfreulicher, dass er es sich trotz seines engen Terminkalenders nicht nehmen lässt, am morgigen Mittwoch in Köngen an den Start zu gehen. "Ich freue mich schon auf das Abendsportfest", verrät er, "es macht immer Spaß, vor heimischem Publikum zu laufen." Unger trainiert abwechselnd in der Köngener Fuchsgrube und im Stadion in Kirchheim. Das Event mit Heimspielcharakter hat für ihn freilich nicht den ganz großen sportlichen Stellenwert. "Ich werde es locker angehen lassen, will vor Helsinki nichts mehr riskieren." Zumal er und seine DLV-Sprintkollegen am Donnerstag nach Leverkusen fliegen. "Dort werden wir uns zwei Tage lang mit der Staffel auf die WM vorbereiten", so Unger, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils souveräner Sieger über die 100 m in der Fuchsgrube war. 2003 lief er 10,77 Sekunden, im vergangenen Jahr 10,54.

Neben Unger ist es Hauptorganisator Dietmar Bauder vom TSV Köngen gelungen, weitere namhafte Athleten in die Fuchsgrube zu locken. So zählt der Tübinger Peter Rapp seit Anfang Juni zum elitären Kreis der deutschen Acht-Meter-Springer im Weitsprung. Jüngste Erfolge des 21-Jährigen waren der fünfte Platz bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid sowie der vierte Platz bei der U 23-EM in Erfurt.

Auch für Stephanie Lichtl von der TG Nürtingen ist das Sportfest quasi ein Heimspiel, selbst Bauder bezeichnet die 100-Meter-Hürdensprinterin als "unsere Nachwuchshoffnung." Die 20-Jährige erreichte bei den deutschen Meisterschaften überraschend den Endlauf, wurde dort mit 13,45 Sekunden Fünfte. Daneben wird sicherlich die Fraktion der Kugelstoßer für Aufsehen sorgen, geht mit Christina Schwanitz aus Neckarsulm doch immerhin die aktuell Drittplatzierte der DLV-Bestenliste (18,84 m) an den Start. Schwanitz holte unlängst die Silbermedaille bei der U 23-EM in Erfurt.

Auch für die weibliche Sprint-Garde des VfL Kirchheim bietet die Veranstaltung Gelegenheit, weiter an Saisonbestleistungen zu arbeiten. Bis auf Anja Wackerhauser, die schulisch anderweitig unterwegs ist, schickt VfL-Coach Micky Corucle alle seine Mädels nach Köngen: Ann-Kathrin Fischer, die mit 25,00 Sekunden übrigens den Stadionrekord über 200 m in der Fuchsgrube hält, sowie Katja Holder, Melanie Föll und Daniel Hohneiser.

Als willkommene Unterbrechung seines Uni-Lernalltags sieht Lukas Erdmann das Event. Der 22-jährige Hürdensprinter aus Weilheim schreibt am Donnerstag früh um 9 Uhr eine Klausur in EDV. "Am Mittwoch geht sowieso nichts mehr in meinen Kopf, da kommt der Wettkampf ganz gelegen." Erdmann will's in Köngen nach einer für ihn bisher enttäuschenden Saison noch einmal wissen. "Die Zeit vom vergangenen Jahr zu unterbieten, wäre schon fein", sagt er. Die betrug 14,32 Sekunden, ist aktueller Stadionrekord und nebenbei noch seine persönliche Bestzeit über die 110-Meter-Hürden.

Nicht am Start sein wird Mittelstreckenläuferin Christina Krüger (LG Teck), der das Meeting zeitlich nicht gelegen kommt. "Heute und am Donnerstag machen wir härtere Trainingseinheiten", so die 17-jährige Ötlingerin, "deshalb brauche ich den Tag zum Erholen."