Lokalsport

"Top-Ergebnis kann ich nicht erwarten"

Bekenntnisse vom anderen Ende der Welt: Vor dem Elite-Rennen bei der Mountainbike-WM in Neuseeland macht sich der Kirchheimer Manuel Fumic wenig Hoffnungen, für eine Überraschung zu sorgen die Favoriten seien andere, zumal er selbst nach seiner Schlüsselbeinverletzung nicht im Vollbesitz seiner Kräfte scheint.

EDGAR VELOCI

Anzeige

ROTORUA Das Novotel liegt direkt am Lake Rotorua, weniger als zehn Autominuten entfernt vom Mount Ngongotaha, über dessen Nordseite sich der WM-Kurs der Mountainbiker schlängelt. Manuel Fumic sitzt in der Lobby und redet über die Saison 2006, über seine Fehler und über die (freilich geringen) Erwartungen an das WM-Rennen am morgigen Sonntag. Ohne Umschweife bekennt der 24-Jährige, dass er nach seinem zweiten Schlüsselbeinbruch alles überstürzt gemacht habe jedenfalls nicht so, wie man es normalerweise macht. Dabei sei etwas auf der Strecke geblieben. In erster Linie ein solides Grundlagen-Niveau, das dafür sorgt, dass ein Fahrer erstens über zwei Stunden Renndauer stabil bleibt und zweitens über mehrere Rennen hinweg seine Leistung abrufen kann.

"Nachdem ich 2005 so viel Pech hatte, wollte ich dieses Jahr eigentlich beweisen, dass ich zur Spitze gehöre", sagt der Kirchheimer, "wenn ich sehe, wie Leute mit meinem Niveau jetzt vorne mitfahren, muss ich sagen, dort hätte ich mich auch gesehen." Beim morgien Rennen (4 Uhr MESZ) werde er nur eine Nebenrolle spielen. Wenn es sich ergibt, will er auch Jochen Käß (Weil im Schönbuch) oder Karl Platt (Osthofen) unterstützen. Einer von beiden wird wohl am Ende des Jahres für die Nationenwertung neben Lado Fumic und Moritz Milatz (Freiburg) die Punkte liefern. Und die ist ja wichtig für die Zahl der Olympiastartplätze 2008. "Ein Top-Ergebnis kann ich nicht erwarten. Für zwei Runden würde es vielleicht reichen, aber nicht mehr. Deshalb muss ich schon mit angezogener Handbremse weg fahren, damit ich durchkomme", beschreibt Manuel Fumic, warum man auf die Wiederholung des sechsten WM-Platzes von 2005 in Livigno nicht hoffen darf.

Zum Favoriten erklärt Manuel Fumic den Titelverteidiger Julien Absalon (Frankreich) und seinen Kumpel Ralph Näf (Schweiz). Der Eidgenosse ist vor zwei Wochen Marathon-Weltmeister geworden und hat zurzeit einen echten Lauf. Ihm setzt allerdings die Affäre um seinen Teamkollegen und Freund, den Spanier José Hermida zu. Der WM-Dritte des vergangenen Jahres wurde am vergangenen Sonntag vom spanischen Verband nach Hause zurückbeordert, nachdem im Zusammenhang mit der Operation Puerto ein Dossier aufgetaucht ist, in dem ein Spitzname genannt wird, hinter dem sich Hermida verbergen könnte. Hermida wurde zwar von der WM zurückgeholt, doch gesperrt oder suspendiert ist er nicht.