Lokalsport

Traumhalbzeit und böses Ende

Nur hauchdünn schrammten die Weilheimer Handballer im Gastspiel beim Tabellenzweiten TSV Alfdorf an einer kleinen Sensation vorbei. Nach einer 20:14-Halbzeitführung mussten sich die Limburgstädter doch noch mit 28:29 geschlagen geben.

ALFDORF Die Abfahrt des TSV Weilheim zum schweren Auswärtsspiel hatte es in sich: Neben Marco Schill, dessen Urlaub schon seit längerem fest stand, musste Coach Markus Beichter auch noch auf die verletzten Björn Bachofer und Gerhard Bächle verzichten. Zu diesem Trio gesellte sich zudem Rechtsaußen Timo Würth, der sich im Prüfungsstress befindet, sodass der TSV die Fahrt mit lediglich acht Feldspielern antreten musste. Die Szene hatte etwas von den zehn kleinen Negerlein.

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"Wir haben hier nichts zu verlieren und können ganz befreit aufspielen", mit dieser Devise schickte Markus Beichter seine Mannen aufs Feld. In den ersten fünf Minuten schien es dann aber, als würde das Spiel den von einigen Kiebitzen auf der Tribüne erwarteten Verlauf nehmen. Der TSV Alfdorf ging mit 1:0 in Führung und konnte diese schnell auf 3:0 ausbauen, weil der TSV Weilheim zwei Konter nicht nutzte. Martin Weiss war es vorbehalten, per Siebenmeter das erste Weilheimer Tor (5.) zu erzielen. Nach dem 2:4 nahmen die Weilheimer Fahrt auf und kamen durch Weiss, Allgaier und Lehman immer wieder aus dem Rückraum zum Torerfolg. Erst holten sie die Gastgeber beim 8:8 (16.) toremäßig ein, kurz danach (17.) gelang durch ein Tor von Andreas Bleher sogar die Führung. Bis zur 22. Minute spielten die Weilheimer dann fast durchweg in Unterzahl, konnten den knappen Vorsprung aber trotzdem halten (13:12) nicht zuletzt weil sich Keeper Rehkugler ein ums andere Mal gut postiert zeigte. Rehkugler brachte die Alfdorfer Angreifer schier zur Verzweiflung, hielt fünf von zehn Siebenmetern. Seine Vorderleute beeindruckten zu diesem Zeitpunkt mit schnellem, druckvollem und erfolgreichen Spiel, dessen Endresultat bei Halbzeit (20:14) stark nach einer Überraschung roch.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit überraschte Alfdorfs Coach Norbert Mucha die Weilheimer mit einem Wechsel, der sich im Nachhinein als wohl spielentscheidend herausstellen sollte: Für den bis dahin eher glücklosen Ralph Heller wechselte Fabian Kunzl ins Alfdorfer Tor. Und genauso, wie Ende der ersten Hälfte Michael Rehkugler die Alfdorfer zur Verzweiflung trieb, sorgte nun Kunzl dafür, dass die Sorgenfalten auf der Stirn von Weilheims Coach Beichter immer tiefer wurden. Während die TSVW-Schützen nun zunehmend Probleme hatten, das Spielgerät im Gehäuse der Gastgeber unterzubringen, arbeitete sich der TSV Alfdorf Tor um Tor an die Gäste heran. In der 40. Minute hatten sie den Rückstand beim 19:22 bereits halbiert und fünf Minuten später beim 21:23 weiter verkürzt.

Weilheimer Tore blieben weiter Mangelware und in der 47. Minute war es dann passiert Alfdorf erzielte unter frenetischem Jubel der Fans den 23:23-Ausgleich. Weilheim stemmte sich nun mit allen verbliebenen Kräften gegen den drohenden Punktverlust und konnte zunächst immer wieder ein Tor vorlegen, ehe Alfdorf einen Leichtsinnsfehler im Weilheimer Spielaufbau nutzen konnte, um in der 56. Minute beim 27:26 erstmals wieder in Führung zu gehen. Weilheim konnte zwar nochmals ausgleichen, aber zwei weitere Fehler ermöglichten es den Gastgebern, sich 60 Sekunden vor dem Ende entscheidend auf 29:27 abzusetzen. In diesen letzten anderthalb Minuten spielte der TSV Weilheim "alles oder nichts" und stellte auf offene Manndeckung um. Dies schien sich auch auszuzahlen der TSV eroberte den Ball und konnte 30 Sekunden vor dem Ende auf 28:29 verkürzen. Drei Sekunden vor dem Ende gelangte der TSV Weilheim nochmals in Ballbesitz doch die Zeit war zu knapp.

Fazit: Dass es trotz einer ersten Halbzeit, die zu den besten 30 Minuten gehört, die die Weilheimer in dieser Saison gezeigt haben, nicht zu einem Sieg reichte, lag auch daran, dass personell bedingt nicht genüghend ausgewechselt werden konnte. Das Spiel hätte eigentlich keinen Sieger verdient gehabt. Der TSVW hat nun ein spielfreies Wochenende vor sich, danach (24. März) geht es zum letzten Auswärtsspiel nach Hofen. Bei genügend Fan-Interesse wird ein Bus gechartert.

ab

TSV Alfdorf: R. Heller, Kunzl Mucha (1), Liebold, J. Heller (4/1), Otterbein, Bareiß (3), Greiner (3/2), Bender (3/3), Schöbinger (5), Hasert (7), Kaspar (3)TSV Weilheim: Müske, Rehkugler Klein (1), Weiss (12/4), Bleher (5), Allgaier (4), Mauch (1), Lehmann (3), Auweter (1), Sigel (1)