Lokalsport

Traurige Erkenntnis: Nur Fans sind derzeit spitze

15 Stunden im Zug, oft nicht mal ein Sitzplatz: Der Trip der Knights und ihrer Fans nach Chemnitz war ein Abenteuer der ermüdenden Art.

CHEMNITZ Die Begeisterung war durchaus gegenseitig. Zum einen waren alle Kirchheimer beeindruckt vom Chemnitzer Basketball-Umfeld. Pasko Tomic: "Eine tolle Halle, eine tolle Organisation, tolle Fans Chemnitz kann stolz auf sich sein." Zum anderen waren die Chemnitzer hin und weg vom kleinen Häuflein der Knights-Anhänger.

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Ein paar Auszüge der Komplimente: "Vielen Dank an eure Fans, das war das beste was seit langem in Chemnitz war! Ihr habt echtes Zweitliga-Niveau." Und auch: "Ich muss den Kirchheimer Fans ein großes Lob aussprechen, selten so gut gelaunte Leute bei so einem deutlichen Rückstand gesehen. Kann man nur hoffen, dass es zwei andere Absteiger gibt, denn die Fans haben Zweitliga-Format." Und auch so: "Ich glaube, die Aktion mit den ausgezogenen Schuhen und dann damit klatschen, die war einmalig."

Leider konnte das Team da nicht ganz mithalten. Ob es an der Klasse der Bundesligaorientierten 99ers lag? Die einhellige Meinung der Kirchheimer: nein! Bayreuth und Kaiserslautern waren besser. Coach Mike Smith ist natürlich anderer Meinung: "Wir haben ein gutes Gefühl im Titelkampf. In der Vorbereitung haben wir gegen einige Erstligisten nur knapp verloren, deshalb glaube ich, dass wir bei den Schlüsselspielen gegen die Konkurrenz voll da sind."

Oder sind die Knights derzeit einfach zu schlecht für die Liga? Auch da widerspricht Smith: "Kirchheim hat viel Herz, hört nie auf zu kämpfen. Wir mussten vier Viertel durch alles tun, um den VfL auf Distanz zu halten da ist einiges an Potenzial." Doch warum können das derzeit nur die Fans abrufen? Das hat sicherlich viel damit zu tun, dass die Knights noch ein Team auf dem Weg zur Selbstfindung sind, sich noch keine echte Hierarchie herausgebildet hat, oft der eine dem anderen noch nicht hundertprozentig vertraut.

Tom Klemm, in Chemnitz auch nicht in Bestform, meint dazu: "Wir müssen einfach mal den Plan konsequent durchziehen. Wenn das nicht klappt, können wir ihn ändern. Aber wir wissen es nicht, wenn wir es nicht wenigstens probieren." Das müsste heftiges Klingeln im Ohr von Pasko Tomic verursachen. Der Coach der Knights leidet erkennbar unter der Niederlagenserie jetzt vier hintereinander und der partiellen Disziplinlosigkeit seiner Jungs.

Und an diesem Wochenende zusätzlich unter der ewigen Reise: Zweimal siebeneinhalb Stunden in überfüllten Ferienzügen. Oft gab es nicht einmal einen Sitzplatz, zwischen Nürnberg und Stuttgart hielt der Zug an jedem Misthaufen. Das war der Preis für die billige Variante der Sachsentour. Teammanager Volker Oesterle ist allerdings sicher: "Das tun wir uns nicht noch einmal an. Nach Jena am 10. März geht's mit dem Bus."

mad