Lokalsport

Triumphzug in Oberschwaben

Die SG Lenningen zeigte sich am Wochenende mit einem 33:26 (16:7)-Sieg über die TG Biberach für das Derby am kommenden Samstag gegen die TG Nürtingen bestens gerüstet.

BIBERACH Den Biberachern half auch die "Schützenhilfe" ihres Oberbürgermeisters Thomas Fettsack wenig. Er analysierte nach Spielschluss folgerichtig: "Das Spiel ging bereits im ersten Drittel verloren."

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Die SG dominierte von der ersten Minute an. Mit wie viel Selbstbewusstsein die SG agierte, zeigte sich in der 18. Minute, als Marc Segeritz zum zweiten Mal aus der Hüfte heraus warf und Ratlosigkeit bei Florian Engler hinterließ. Lenningen führte 9:5. Biberacher Gegentreffer waren in dieser Phase lediglich "Betriebsunfälle", weil die linke SGL-Abwehrseite noch nicht das richtige Timing zu dem wendigen Simon Kruse hergestellt hatte.

Trainer Bruno Riekes offensives 5:1-Abwehr-Konzept schmeckte den Gastgebern überhaupt nicht. Lenningen stellte geschickt die Passwege zu, spielte schnell nach vorne und war abschlusssicher. Da kam der SG-Coach auf der Heimfahrt ins Schwärmen: "Wir haben unsere Chancen in der ersten Viertelstunde zu hundert Prozent genutzt." Das sah auf TG-Seite ganz anders aus. SG-Torhüter Sven Lamparter erklärte sein Gehäuse zur nicht einnehmbaren Festung. In ihm fanden die Biberacher ihren Meister bis auf einen: Jörg Redetzky. Gegen seine präzisen Aufsetzer war Lamparter machtlos. Durch die Reduzierung auf Redetzkys Torgefährlichkeit war das Knirschen im TG-Angiffsgetriebe unüberhörbar. Da zeigte plötzlich auch TG-Torhüter Florian Engler Nerven: Nach einem Kirschmann-Überzieher zum 12:6 (21.) rastete er gegen den Lenninger aus und musste für zwei Minuten auf die Bank.

Perfektes Timing produzierten danach Volker Schwohl und Jens Kirschmann, der den Spielzug zum 14:6 abschloss (28.). Biberach fand kein Mittel, den SG-Abwehrriegel zu knacken. Immer mehr haderten die Gastgeber mit den Schiedsrichtern und zogen den Kürzeren. Einmal war es Spielertrainer Peter Engel, der auf die Bank verwiesen wurde, zum anderen Mannschaftsbetreuer Michael Gsimbsl, der sich auf einen Disput einließ und für dessen "Bärendienst" ein TG-Spieler herunter musste. Weil aber die Schiris gleichermaßen beide Teams bestraften Lenningen erhielt zehn Zeitstrafen, Biberach neun, wollte Engel die Niederlage nicht allein an den Schiedsrichterentscheidungen festmachen: "Wir sind selbst schuld und haben das harte Spiel nicht angenommen."

In der zweiten Halbzeit ging bei der SG die spielerische Linie etwas verloren. Das lag teilweise an den vielen, oftmals dubiosen Schiedsrichter-Entscheidungen, teilweise wohl auch am zu großen Vorsprung. Lenningen blieb dennoch "auf Linie." Kein Nachhaken bei den Schiris, obwohl zweimal in doppelter Unterzahl gespielt werden musste. Bei einigen Eins-gegen-Eins-Situationen sahen die SG'ler richtig gut aus. Heinz Gökeler, mitgereister TVU-Skiabteilungsleiter, meinte treffend: "Die haben die Biberacher-Abwehr umkurvt wie Slalomstangen."

Da hatte Lenningen mehrere Spezialisten: Jan Lamparter, der die Schussfahrt wählte sowie die "Slalomspezialisten" Segeritz und C. Wiesinger. Ein richtiger Allrounder war Kirschmann: Abwehrstark und abschlusssicher. Für seine fünf Tore benötigte er ganze sieben Versuche. Einen Glanztag hatte auch Jochen Renz erwischt. Dreimal legte sich der SG-Rechtsaußen in den Kreis und überwand den eingewechselten TG-Keeper Uwe Junginger: 22:13 (40.). Biberachs Antwort hieß einmal mehr Jörg Redetzky. Aber ein Redetzky war zu wenig. Lenningen kontrollierte Spiel und Gegner. Näher als zum 20:25 (51.) kamen die Gäste nicht heran. Bruno Rieke konnte es sich erlauben seinem Spielmacher Steffen Kazmaier längere Pausen zu gönnen.

Wie sehr Biberach mit Problemen zu kämpfen hatte, bewies Ante Kovacevic, der 40 Sekunden vor Schluss Kirschmann die Hand ins Gesicht schlug: die Rote Karte. Der Lenninger ließ sich auch in dieser Situation nicht provozieren. Mit ihm stellten sich seine Kameraden zum "Abspann" auf und nahmen den tosenden Applaus ihrer Fans entgegen.

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Segeritz (7), Kirschmann (5), C. Wiesinger (5), Renz (5/2), J. Lamparter (4), Kazmaier (3/2), Braunwarth (2), Leitner (1), J. Wiesinger (1), Schwohl.Zuschauer: 250.Schiedsrichter: Kienle/Simmendinger (Dettingen/Albbuch).