Lokalsport

Trotz "Fingerzeig": Notzingen marschiert

Vertrautes Bild in der Bezirksliga: Während Jesinger und Notzinger marschieren, tritt die SGEH auf der Stelle.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM 5:2 gegen den TKSV Geislingen für die erfolgsverwöhnten Jesinger ging das muntere Punktesammeln an der Ligaspitze weiter. Vor allem für Abteilungsleiter Steffen Mauz war das ein klein wenig überraschend, stand doch noch am Vorabend der große Kameradschaftsabend in der Jesinger Gemeindehalle an. "In den vergangenen Jahren hatten wir immer tags darauf verloren", rekapitulierte der Jesinger schmunzelnd. So feierten die TSVJ-Kicker an diesem Wochenende gleich zweimal: Am Samstag mit über 150 Honoratioren, Spielern, Fans und Gönnern, gestern in den Lehenäckern nach der erfolgreichen Verteidigung der Tabellenspitze vor dem gestern ebenfalls siegreichen TSuGV Großbettlingen mit Spielertrainer Claus Maier.

Nun 16 Punkte aus sechs Spielen: Der TSV Notzingen baute seine aktuelle Positivserie in Neckartailfingen unter nicht alltäglichen Umständen weiter aus. Zum Schluss standen nur noch acht TSVN-Akteure auf dem Platz, nachdem Abwehrspieler Jan Müller (Gelb-Rot) sowie Freddy Giehl und Ingo Schäfer (Rot) vom Platz geflogen waren. Letzterer soll laut Augenzeugen den einheimischen Zuschauern kurz vor dem Abpfiff den Mittelfinger gezeigt haben.

Trotz dieser Dezimierung: Die Notzinger machten aus einem 0:2 ein 3:2. Spielertrainer Stefan Haußmann ("der Schiri war schwach") sprach von einem "teuer erkauften Sieg angesichts der drohenden Sperren". Ein Handicap für das anstehende Schlagerspiel gegen den TSV Jesingen im Eichert? "Die Jesinger gehen zwar als Favorit in dieses Derby, aber unser Sieg in Neckartailfingen gibt trotz der Feldverweise weiter Auftrieb." Mauz zum Knaller in Notzingen: "Wir freuen uns auf diese Partie, da werden die Zuschauer strömen."

Beim A-Ligisten TSV Weilheim wurde gestern Torjäger Bejtula Halimi schmerzlich vermisst. "Mit ihm hätten wir gegen Linsenhofen sicher mehr als ein 1:1 erreicht", mutmaßte TSVW-Trainer Jürgen Fritsch. Ob Halimi in dieser Saison nochmals auflaufen kann, ist eher ungewiss, denn nach neuer Diagnose hat er eine Herzmuskelentzündung. "Wir wünschen ihm alles Gute", so Fritsch.

Kreisliga-A-Spitzenreiter TSV Oberlenningen erlitt die erste Saisonniederlage. Was Spielertrainer Antonio Portale nicht überraschte. "Bei uns hat sich schon in den vergangenen Partien angedeutet, dass es demnächst die erste Niederlage geben könnte", so der frühere Oberligaakteur, "aber das 0:1 gegen den TSV Altdorf wirft uns nicht um." Der siegreiche Neuling nähert sich immer mehr der Ligaspitze, ist nun bereits Vierter. Die Fäden bei dem Verein aus der 1400-Seelen-Gemeinde zieht Marc Mayer, einst unter anderem beim TSV Jesingen und der SGEH fußballerisch engagiert. "Der hält als Libero in der Defensive den Laden dicht", so das Lob von Oberlenningens Pressewart Heinz Eber nach dem gestrigen Spiel.

Ärger gab es nach dem Kreisliga-B-Derby zwischen dem TASV Kirchheim und der TG (2:4). Zwischen TASV-Trainer Canan Karahan und Schiedsrichter Rainer Haden (Jesingen) kam es nach dem Abpfiff zu einem heftigen Wortgefecht. Auslöser: Der TG-Treffer zum vorentscheidenden 3:1. "Dem Tor ging ein glasklares Foul an unserem Torwart Özdemir Sahin voraus", schimpfte Karahan, "doch Schiri Haden erkannte den Treffer selbst zur Überraschung der TG-Zuschauer an." Nach dem Spiel marschierte Karahan, selbst seit vielen Jahren Unparteiischer, in die Schiri-Kabine und beschwerte sich lautstark. Der TASV-Übungsleiter sauer: "Ich habe es langsam satt, wie wir jede Woche regelrecht runtergepfiffen werden wir sind Hobbyfußballer und wollen uns den Spaß am Kicken nicht verderben lassen."