Lokalsport

Trotz Grippewellezuversichtlich

Mit den Spielen in München und gegen Mainz schließen die Kirchheim Knights die Vorrunde der zweiten Basketball-Bundesliga ab. Mindestens ein Sieg ist dabei Pflicht. Ob der schon am Sonntag bei Kickz München möglich ist?

MAX DANIEL

Anzeige

KIRCHHEIM Perfekt lief die Vorbereitung auf den Trip nach Bayern nicht. Bereits beim Auftakt am Abend des Neujahrtages fehlten Kai-Uwe Kranz (erkältet), Alex Zyskunov, Bill Goehrke und Wilu Lenger (alle im Urlaub). Als dann am Dienstag die Urlauber bis auf Zyskunov (Hochzeitsvorbereitungen in Weißrussland) eintrudelten, griff die Erkältungswelle nach den Knights und erwischte nacheinander Antonis Sivorotka, Tom Klemm und Kostas Karamatskos. Trotzdem ist Coach Pasko Tomic vorsichtig zuversichtlich: "Sicher ist das nicht optimal. Aber bis Sonntag sollten alle wieder fit sein. Wenn wir dann mit einer ähnlichen Intensität, vor allem defensiv, wie beim Match in Crailsheim spielen, ist in München etwas möglich."

Dort ist man nach den Turbulenzen vor dem Jahreswechsel wieder zuversichtlicher geworden. Am 1. Januar konnte die lange verwaiste Centerposition wieder besetzt werden, und allem Anschein nach mit einem amerikanischen Spitzenmann: Jon Rogers (2,05 m, 105 kg) war beim norwegischen Erstligisten und Tabellenletzten Kristiansand Pirates der überragende Spieler und machte 24,2 Punkte und 10,6 Rebounds pro Spiel. Dorthin hatte es den 22-Jährigen nach Abschluss seiner Collegezeit auf der Valdosta Universität in Georgia verschlagen. Dort spielte er mit seiner Mannschaft in der zweiten Division der College-Liga NCAA und sammelte in seinem letzten Jahr 17 Punkte, zehn Rebounds und beeindruckende 2,8 geblockte Würfe pro Spiel.

Rogers ist nach Antoine Tisby, der München wegen Heimwehs verließ, und Howard Wilkerson (verletzt) bereits der dritte amerikanische "big man" des Aufsteigers. Die feste US-Größe ist der 23-jährige Aufbauspieler Virgil Matthews (1,91 m), mit 20,7 Punkten pro Spiel Nummer sechs der Liga-Topscorer und mit 5,5 Assists der drittbeste Passgeber.

München hatte nach durchwachsenem Start (1:4 Siege) Trainer Thomas Blechner entlassen, obwohl das Team beim 77:85 in Bayreuth und beim 65:67 in Jena durchaus überzeugt hatte. Doch beim Aufsteiger, der als Vierter der Regionalliga Süd ähnlich wie die Knights durch die Hintertür in die zweite Liga gerutscht war, hat man höhere Ambitionen. Manager Janos Belik offenbarte dies unlängst in der Münchner Presse: "Langfristig wollen wir in die Bundesliga aufsteigen."

Starker SaisonstartIm Oktober übernahm der verletzte Aufbauspieler Solomon Winterl den Coaching-Job und legte gleich eine tolle Serie mit vier Siegen nacheinander hin. Zum Start wurde gleich Titelfavorit Chemnitz 92:83 besiegt, auch Kaiserslautern ließ in der kleinen Sporthalle der Münchner an der Dachauer Straße Federn (95:88). Doch seit dem 10. Spieltag und der Verletzung von Wilkerson setzte es vier Niederlagen in Folge. Über Weihnachten konnte dann mit Michael Schwarz, der auch schon Junioren-Bundestrainer war, endlich ein fester Coach gewonnen werden, sodass das Saisonziel achter Platz wieder anvisiert werden kann.

Können die Knights die hoch fliegenden Pläne der Großstädter durchkreuzen? Viel wird davon abhängen, wie weit Rogers bei den Münchnern schon integriert ist und wie die Schlacht unter den Körben ausgeht. München ist mit nur 28,7 Rebounds pro Spiel das bisher schlechteste Team der Liga unter den Körben (Knights: Zwölfte mit 32,5). Viel Arbeit also für die Kirchheimer Korbjäger.

VfL Kirchheim:

Burnette, Goehrke, Hountondji, Jorgusen, Karamatskos, Klemm, Kranz, Lenger, Reichmuth, Sivorotka, Zyskunov.