Lokalsport

Trotz weiter Anreise kurzer Prozess?

Weiter Anfahrtsweg, kurzer Prozess? Obwohl der 540-Kilometer-Trip nach Braunschweig automatisch einige Unannehmlichkeiten nach sich ziehen wird, gelten die Basketballer der VfL Kirchheim Knights im Zweitligaspiel der Pro B am späten Sonntagnachmittag als klarer Favorit: Der Spitzenreiter gastiert schließlich beim Tabellendrittletzten.

THOMAS AUERBACH

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KIRCHHEIM Das nächste Auswärtsspiel führt die VfL Kirchheim Knights erneut in den Norden: zur SG Braunschweig 540 Kilometer von Kirchheim entfernt. Dass die Planung der Auswärtsfahrten entscheidend für Sieg oder Niederlage in der Pro B sein kann, musste zuletzt Topfavorit Crailsheim Merlins erfahren, der beim Tabellenzehnten Lichterfelde hauchdünn 79:80 verlor und so die Tabellenführung an den USC Freiburg verlor. Solch eine Niederlage wollen die Knights tunlichst vermeiden und so treten sie ihre drittlängste Zweitliga-Fahrt bereits am Samstag an. In Braunschweig gibt's dann noch ein oder zwei Trainingseinheiten.

"Das wird ein hartes Spiel", glaubt der sportliche Leiter der Knights, Michael Schmauder, vor dem Schlagabtausch beim Tabellendrittletzten am Sonntag ab 17 Uhr. Denn in Braunschweig werden am Sonntag alle Spieler aus der Kooperation mit den New Yorker Phantoms Braunschweig dabei sein. "Deswegen wollen wir optimal vorbereitet sein." Braunschweig befindet sich punktgleich mit Iserlohn, Bielefeld, Herten und Wolfenbüttel im Tabellenkeller mit nur einem Sieg aus sechs Spielen. Das erste Saisonspiel verloren die Braunschweiger deutlich mit 45:75 gegen Crailsheim, dann gab's ein 75:91 in Breitengüssbach, danach den bisher einzigen Sieg (73:69 gegen Essen), anschließend die Niederlagen gegen Freiburg (60:85), München (66:91) und Ehingen (69:71).

Das Spiel gegen den Tabellenzweiten TSG Ehingen zeigte allerdings, dass Braunschweigs Mannschaft sich inzwischen etwas konsolidiert hat und durchaus gegen einen starken Gegner mithalten kann, auch wenn die Statistik zunächst gegen sie spricht: Das Team von Coach Liviu Calin erzielt in der Pro B mit 65 Zählern die wenigsten Punkte pro Partie. Des Weiteren hat es die zweitschlechteste Freiwurfquote (62 Prozent) und die schlechteste Feldwurfquote (38 Prozent). Die Knights dagegen erzielen im Schnitt 87 Punkte, die Freiwurfquote liegt bei 73 Prozent und die Trefferquote aus dem Feld bei 44 Prozent.

Nachdem die Knights am letzten Spieltag deutlich gegen Iserlohn gewannen (92:76), ist das Spiel gegen Braunschweig eine weitere Chance, den Vorsprung auf die verfolgenden Mannschaften Crailsheim, Freiburg und Ehingen auszubauen. Trainer Pat Elzie warnt aber davor, das Spiel schon vor dem Sprungball als gewonnen abzuhaken: "Wir haben gegen Iserlohn gesehen, wie motiviert jeder Gegner gegen uns spielt. Wenn man die Tabelle anführt, wird man von jeder Mannschaft gejagt." Schlüsselspieler der SG Braunschweig sind Aufbauspieler Dennis Czeprezynski, Flügelspieler Nikita Khartchenkov und Center Jannik Freese. Sie erzielen jeweils 11, 19 beziehungsweise 13 Punkte pro Spiel und sorgen so für mehr als die Hälfte aller Punkte, die Braunschweig pro Partie erzielt.

Kirchheim will wieder mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auftreten und so Braunschweig letztlich erwartungsgemäß in die Knie zwingen. Center Andreas Hornig gibt sich optimistisch: "Andere Mannschaften haben zwei oder drei Spieler, die alles machen. Wenn man die kalt stellt, dann haben sie es schwer. Wenn bei uns mal einer nicht den besten Tag erwischt, dann können wir das kompensieren. Also sind wir schwerer auszurechnen."

McCray reist nachDie Chancen für einen Auswärtssieg stehen gut. Alle Spieler sind fit. Die Ellbogen-Probleme von David McCray sind ebenso Vergangenheit wie die Knie-Malaise von Sascha Kesselring. Allerdings wird David McCray voraussichtlich nach Braunschweig nachreisen, denn am Samstag muss er bei der EnBW Ludwigsburg für den ausgeschiedenen Ed Norvell auflaufen.