Lokalsport

Trotz Wetter-Chaos: Veranstaltung wird als Erfolg gewertet

Ohne einen weiteren Wertungstag ist am Samstag mit dem Abschlussfest der 39. Internationale Hahnweid-Segelflugwettbewerb zu Ende gegangen. Trotz der schlechten fliegerischen Ausbeute konnte die Fliegergruppe Wolf-Hirth zufriedene Pilotinnen und Piloten verabschieden.

CORINNA FRITZ

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KIRCHHEIM Bereits beim morgendlichen Briefing war klar, nachdem Meteorologe Jupp Dahlem das Wetter zum letzten Mal analysiert hatte, dass es am Samstag für einen vierten Wertungstag keine Chance geben würde. Wettbewerbsleiterin Rita Heimann musste daher schweren Herzens auch den letzten Tag des Wettbewerbs neutralisieren.

Viele Piloten nutzen die notgedrungene Freizeit, um die Region zu erkunden und in der Beurener Therme zu entspannen. Währenddessen liefen die Vorbereitungen für das gemeinsame Abschiedsfest auf Hochtouren. Rita Heimann nutzte bei ihrer Abschlussrede die Gelegenheit, sich bei allen für ihr Vertrauen zu bedanken, da dies ihr erster Wettbewerb in der Position der Leiterin war. Ihr wurde sowohl von den Pilotensprechern als auch der Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zum erfolgreichen Debüt gratuliert.

Die Gesamtwertung war zum Großteil bereits nach dem letzten Wertungstag am Montag entschieden gewesen, doch hatte sich in der Doppelsitzerklasse ein Fehler eingeschlichen und es gab kurz vor der Siegerehrung noch eine Berichtigung des Klassements.

Platz eins ging an Matthias Sturm und Heike Schatz aus Winzeln, die mit einem knappen Vorsprung von acht Punkten den erfahrenen Piloten Dr. Sigi Baumgartl mit seiner Teamkollegin Brigitte Brüning (beide LSV Dinslaken) auf Platz zwei verwiesen. Platz drei hatte sich Norbert Sommer vom SFC Hirzenhain erflogen. Er startete abwechselnd mit Frank Interthal und Kathrin Sommer.

Beim Blick auf die Standardklasse wurde schnell die Überlegenheit der eidgenössischen Starter deutlich. Sowohl Platz eins als auch Platz zwei gingen an Piloten aus der Schweiz. Marcel Dünner siegte mit 172 Punkten vor seinem Landsmann Andreas Allenspacher. Das Team Gundula Goeke und Karl Scholz, die abwechselnd an den Start gingen, flog auf Platz drei. Lokalmatador Mario Kießling rangierte auf Platz 14. Bedenkt man jedoch, dass er einen Wertungstag aus beruflichen Gründen auslassen musste, ist das trotzdem eine gute Leistung. Er hätte mit einem Tagessieg am verpassten letzten Wertungstag klar die Führung behalten.

In der 15-Meter Klasse entschied der ehemalige Vize-Weltmeister Michael Grund (AC Stuttgart) das Duell der Hahnweidepiloten für sich. Er verwies den Kirchheimer Piloten Tilo Holighaus auf Platz zwei. Mit Michael Eisele (FG Köngen) konnte ein dritter Hahnweidepilot einen Podestplatz verbuchen. Der Jugend-Nationalmannschaftspilot konnte sich über Platz drei freuen.

Die Konkurrenz in der 18-Meter-Klasse entschied der Aschaffenburger Pilot Carsten Runge für sich. Mit einem Tagessieg und konstanten vorderen Platzierungen errang er den ersten Platz im Gesamtklassement. Der Nellinger Pilot Thomas Ingerfurth freute sich über seinen zweiten Platz im Starterfeld von 25 Piloten. Platz drei ging an den Starter mit der weitesten Anreisestrecke insgesamt. Makoto Ichikawa aus Japan flog auf Platz drei.

In der Offenen Klasse konnte sich Alexander Müller (LSC Burg Feuerstein) durch konstante Leistung an allen drei Wertungstagen auf Platz eins in der Gesamtwertung fliegen. Der Niederländer Francois Jeremaisse kam mit einem Tagessieg auf Platz zwei. Platz drei hatten sich Robert Schröder und Wilhelm Guggenmoos erkämpft. Weltmeister Holger Karow (FG Wolf-Hirth), der erst am Montag selbst an den Start gegangen war, konnte die Aufholjagd wegen des schlechten Wetters nicht vollenden und rangierte im Endeffekt nur auf Platz vier. Sein Vertreter Kocks hatte am ersten Wertungstag mit technischen Problemen zu kämpfen und musste sich daher weit hinten einordnen. Mit nur zwei weiteren Wertungen konnte auch Holger Karow trotz seiner fliegerischen Fähigkeiten den Rückstand nicht mehr aufholen.

Alles in allem war der Wettbewerb eine sehr erfolgreiche Veranstaltung: Die Pilotinnen und Piloten sind gemeinsam eine Strecke von mehr als 95 000 Kilometern geflogen, das entspricht einer 2,5-fachen Erdumrundung. Auf dieser langen Strecke gab es keinen Unfall und stets sind alle, wenn auch mit Hilfe ihrer Rückholmannschaft, sicher wieder auf der Hahnweide angekommen.