Lokalsport

T-Shirt-Magie lässt SGL zur Hochform auflaufen

In einem hochklassigen Handballspiel hat Verbandsliga-Neuling SG Lenningen zu Hause gegen Team Esslingen 32:28 (12:13) gewonnen und dabei ein wahres Feuerwerk abgebrannt.

LENNINGEN Eine Motivationspille gab es schon vor dem Anpfiff: Klaus Kazmaier, Mannschaftskapitän der legendären Oberliga-Mannschaft des TSV Oberlenningen, verteilte T-Shirts mit dem Aufdruck "Ein Ziel für Euch? Oberliga 1975. Das waren wir!" Die Magie dieser T-Shirts übertrug sich auf die gesamte Mannschaft.

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Lenningen spielte Handball der Extraklasse. Bruno Riekes handballerischer Ziehvater Hans Hahn klopfte seinem Trainer-Nachfolger anerkennend auf die Schultern: "Mich freut es, wie sich die SG physisch und mental weiterentwickelt hat. Beeindruckend der Durchsetzungswille gegen eine offensive Esslinger Abwehr."

Angekündigt war, dass dieses Spiel im Zeichen der Torjäger Stefan Wiedemann (Team) und Christoph Wiesinger (SG) stehen würde. Dem war zumindest aus Lenninger Sicht nicht so. Hier war klar: Die Mannschaft ist der Star. Zu einer ganz anderen Einschätzung kam Team-Trainer Frank Ziehfreund: "Da waren zu viele Häuptlinge auf dem Feld. Die Angriffsleistung war unterirdisch." Dass dies so war, dafür sorgte ein Topabwehrverband mit den Organisationschefs Jochen Renz und Steffen Kazmaier. An kleinen Defiziten auf den Außenpositionen muss noch gearbeitet werden. Extraklasse auch die Torhüter Sven Lamparter und Jörg Tombrägel, nicht nur wegen ihrer drei gehaltenen Strafwürfe.

Was die Wurfqualitäten anbetraf, entstand eine Pattsituation. Die SG-Kanoniere Jan Lamparter, Christoph Wiesinger und Jochen Leitner hatten hervorragend eingestellt. Auf Team-Seite glänzten Volker Rausch und Stefan Wiedemann. Neben viel Rückraum-Feuerwerk gab es auch Einblendungen filigraner Handballkunst, so in der 19. Minute, als Hagen Braunwarth zu Steffen Kazmaier passte und dieser seinen Gegenspieler narrte und zum 8:6 einwarf. Das Pendant dazu lieferte zweimal hintereinander Volker Rausch ab. Zu viel für Bruno Rieke, der den grünen Karton zog. Wiesingers schneller Antritt sorgte für das 9:8 (25.) und das in Unterzahl. Jochen Renz war auf der Bank.

Dann ein gellendes Pfeifkonzert gegen das Deizisauer Schirigespann, das in der 28. Minute wiederum Renz auf die Bank schickte. Und nochmals traf es einen SG-Spieler vor der Pause: Manuel Rudolph. Dank Leitners Strafwurftor konnte Team nur einen 13:12-Vorsprung in die Kabine nehmen. Marc Segeritz, der in der ersten Halbzeit noch etwas Ladehemmung hatte, lief jetzt zu großer Form auf. Dem 13:13 lies er zwei weitere Treffer zum 17:15 (39.) folgen. Zum ersten Mal "angezählt" werden mussten die Esslinger nach einer Leistungsexplosion von Jochen Leitner. Nach seinem Spurt zum 18:15 (40.) spitzelte er in der Abwehr den Ball weg und erhöhte in der gleichen Minute auf 19:15. Jetzt bekam das Spiel "erhöhte Temperatur". Auch deshalb, weil Team nachsetzte und zweimal durch Rausch auf 17:19 verkürzte. Noch einmal hinterließ Leitner bei Team-Golie Patek ein Fragezeichen (20:17, 43.) Es war die Vorentscheidung.

Lenningen spielte beherrscht und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Frank Ziehfreund beorderte seine Abwehr nach vorne, wollte die SG zu Abspielfehlern verleiten. Umsonst, der SG-Express ließ sich nicht mehr stoppen. Segeritz und Wiesinger erhöhten auf 27:22 (52.). Ganz aus dem Häuschen waren die SG-Fans, als Tombrägel einen Strafwurf von Wiedemann (53.) parierte. Unter dem tosenden Beifall ihrer Fans setzten Kirschmann, Kazmaier und Segeritz weitere Duftmarken zum 32:26 (57.). Team gelang nur noch eine Ergebniskorrektur zum 32:28. "Wir haben fast keine technischen Fehler gemacht. Die Abwehr hat sensationell gespielt und kein Kreistor erhalten", so ein sichtlich erfreuter Bruno Rieke.

döl

SG Lenningen:

Sven Lamparter, Tombrägel Segeritz (8), Leitner (6/1), Jan Lamparter (4), Kirschmann (4), Kazmaier (3), Christoph Wiesinger (3), Baumann (1), Braunwarth (1), Renz (1), Joachim Wiesinger (1), Schwohl, Rudolph.