Lokalsport

TSVO im Aufsteigerduell

Verrückte Fußball-Welt in der Kreisliga A: Der einst so mächtig erscheinende Spitzenreiter TSV Grafenberg schwächelt. Noch sieben Teams hegen realistische Hoffnungen auf Relegationsplatz zwei.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Der Vorteil eines komfortablen Punktepolsters ist zweifellos, dass von diesem in der Not gezehrt werden kann. Dem mit zwei Niederlagen ins Frühjahr (fehl)gestarteten Tabellenführer TSV Grafenberg geht es momentan exakt so. Doch allzu viele Pleiten darf sich der Liga-Regent aus dem Kreis Reutlingen trotz eines Elf-Punkte-Vorsprungs auf den Zweitplatzierten nicht mehr erlauben, wittert doch die Konkurrenz noch einen Hauch von Morgenluft.

Ein Vorteil für den Tabellenführer TSVG, dass nun der TASV Kirchheim anrückt, jener Club, der mit zwölf Zählern als Schlusslicht mit dem Rücken zur Wand steht? Für den TASV wäre nach dem empfindlichen personellen Aderlass in der Winterpause schon ein Remis ein starkes Stück. TASV-Daumendrücker werden auf jeden Fall unter anderen im Oberlenninger Lager zu finden sein. Zwar heißt es beim Liga-Zweiten (29 Punkte) offiziell, dass "die Grafenberger kaum noch einzuholen" sind, andererseits dürfte jener 2:1-Coup über den Spitzenreiter vom vergangenen Sonntag beim Team von Trainer Karl-Heinz Toparkus weitere Energie freisetzen. Übermorgen gastiert der TSVO beim Aufstiegskollegen Turn- und Sportvereinigung Oberensingen, derzeit Tabellenzwölfter.

Die Oberlenninger führen eine Gruppe von insgesamt sieben Clubs an, die allesamt noch für die Aufstiegsrelegation in Frage kommen. Ganze fünf Punkte trennen die Kicker aus dem Lenninger Tal vom Achten TSV Weilheim. Unter der Limburg rüsten sich die Kicker für das Derby in Dettingen. Die Vorzeichen versprechen Spannung: Zum einen sind die SFD Tabellennachbar, des Weiteren punktgleich und natürlich auch noch ein Relegations-Kandidat. Für TSVW-Trainer Jürgen Fritsch ist es ein ganz besonderes Spiel: Er wohnt seit sieben Jahren in Dettingen. "Klar ist das Spiel deshalb etwas Besonderes", sagt er, "aber nach der Heimniederlage gegen Nürtingen ist der Zug nach oben für uns so gut wie abgefahren." Verzichten müssen die Weilheimer auf Nelson Abrantes (verletzt).

Hochstimmung derweil in Dettingen: Aus dem einstigen Abstiegskandidaten ist zumindest ein Team mit Potenzial für einen vorderen Mittelfeldplatz geworden. "Die Vertragsverlängerung mit Trainer Wolfram Bielke zeigt, dass wir mit seiner Arbeit zufrieden sind und wir unseren Weg mit jungen Spielern weitergehen werden", betont SFD-Pressewart Volker Krissler, der gegen Weilheim die jüngste Siegesserie fortsetzen möchte. "Es wird mal wieder Zeit, dass wir gegen die gewinnen."

Relegationskandidaten unter sich sind auch bei der Partie zwischen dem FC Frickenhausen II und dem TV Neidlingen. Der TVN hat als Fünfter mit 26 Zählern einen Punkt mehr auf dem Konto als der Gegner. Für den TSV Holzmaden (beim FV 09 Nürtingen) und den AC Catania Kirchheim (gegen den VfB Neuffen) geht es in erster Linie darum, den Abstand zur Abstiegszone zu vergrößern.