Lokalsport

TTC mit einem Bein im Finale

Im ersten Halbfinal-Match um die deutsche Tischtennismeisterschaft hat sich der vermeintliche Außenseiter TTC Frickenhausen mit 6:1 gegen Borussia Düsseldorf durchgesetzt und sicherte sich für das Rückspiel am nächsten Sonntag eine glänzende Ausgangssituation.

OLAF NÄGELE

Anzeige

FRICKENHAUSEN Draußen vor den Toren der Sporthalle auf dem Berg sorgte die Sonne für karibische Temperaturen, drinnen heizte das Team des TTC Frickenhausen dem Rekordmeister Borussia Düsseldorf ein. 1 200 Zuschauer schworen dem lockenden Badevergnügen und den Musestunden im Biergarten ab und begaben sich in die Sporthalle in Frickenhausen, um das Halbfinalspiel des TTC gegen die Düsseldorfer zu sehen.

Schon bei den Doppeln war erkennbar, dass sich die Teams an diesem Nachmittag nichts schenken würden. Trainer Qiu setzte auf die Paarungen der letzten beiden Spiele. "Wir haben uns dafür entschieden, mit zwei gleich starken Doppeln zu spielen." Ma Wenge und Jens Lundquist erkämpften sich gegen Christian Süß und Ryusuke Sakamoto schnell einen Vorsprung, der zwar einen Satz lang in Gefahr geriet, aber letztendlich den ersten Punkt für den TTC sicherte.

Spannend ging es auch am Nebentisch zu, wo es Torben Wosik und Bojan Tokic mit Michael Maze und Danny Heister zu tun hatten. Die Frickenhauser gingen zweimal in Führung, mussten jedoch den Ausgleich hinnehmen, bevor sie im fünften Satz alles klar machten. Der optimale Start war also gelungen. Ma Wenge lieferte sich gegen Bastian Steger eine eindrucksvolle Partie, die immerhin fünf Sätze dauerte. In der Verlängerung behielt der Routinier gegen den Youngster die Oberhand und baute die Führung seiner Mannschaft weiter aus.

Im skandinavischen Duell Lundquist gegen Maze begann der Schwedische Meister sehr zögerlich. Ohne selbst ein Risiko einzugehen, ließ er den WM-Dritten von Shanghai gewähren und kam nur selten dazu sein Spiel aufzuziehen. Ab Satz zwei änderte er seine Strategie, brachte Maze durch aggressive Angriffe in Bedrängnis und zeigte den Kampfgeist, den er während der Saison oft vermissen ließ. Am Ende von fünf Sätzen war die Sensation perfekt

: Lundquist besiegte den Dänen, bot seine beste Saisonleistung und brachte sein Team dem Sieg ein Stückchen näher.

Gespannt durfte man nun erwarten, wie sich das hintere Paarkreuz aus der Affäre zog. Den Anfang machte Torben Wosik, der sich gegen den Vize-Weltmeister im Herren-Doppel, Christian Süß, behaupten musste. Er benötigte zwei Sätze, um sich auf die Spielweise des jungen Borussen einzustellen und im dritten Satz hatte es Süß beim Spielstand von 10:10 auf dem Schläger, eine schnelle Entscheidung zu seinen Gunsten herbeizuführen. Doch Wosik drehte das Spiel und hielt Süß auf Distanz. Mit seinem Sieg erhöhte er auf ein 5:0. Bojan Tokic hätte das Spiel beenden können, doch Danny Heister war an diesem Nachmittag der bessere Akteur. Tokic konnte lediglich im dritten Satz eine Verlängerung erzwingen, ansonsten hatte er das Nachsehen.

Das Spitzeneinzel sollte die Entscheidung bringen. Da traf Ma Wenge auf Michael Maze. Schon in den Vorrundenspielen gegen den Dänen ging der Chinese immer als Verlierer von der Platte. Doch an einem Nachmittag wie diesem ist alles möglich und so siegte er in vier Sätzen. 6:1 die Ausgangssituation für das Rückrundenspiel könnte besser nicht sein. Doch Manager Reuhl warnt vor zu großer Euphorie: "Wir werden in Düsseldorf hart fighten müssen, um die zwei Punkte zu machen, die wir zum Weiterkommen benötigen."