Lokalsport

TTC punktet weiter

Die Frage, was denn nun heller strahlte die Herbstsonne oder die makellose Bilanz des TTC Frickenhausen konnte gestern Nachmittag nicht eindeutig beantwortet werden. Fakt ist, dass auch der SV Werder Bremen nicht in der Lage war, einen Punkt aus dem Neuffener Tal zu entführen.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Mit einem erwartungsgemäß deutlichen 6:1-Sieg baute der TTC seine Serie weiter aus liegt mit 12:0 Punkten an zweiter Stelle in der Tabelle. 420 Zuschauer fanden an diesem herrlichen Herbstsonntag den Weg in die Sporthalle auf dem Berg, um mitzuerleben, ob es dem TTC gelingt, seine makellose Punktebilanz beizubehalten. Und selbst Pessimisten dachten wohl kaum daran, dass es ausgerechnet dem Bundesliga-Aufsteiger aus Bremen gelingen sollte, die "Unschlagbaren" aus dem Täle zu besiegen.

Ein Spaziergang wurde es dennoch nicht für das Team von Trainer Qiu. Die Gäste hielten über lange Strecken gut mit und hätten sicher mit dem gewissen Quäntchen Glück den einen oder anderen Punkt ergattern können. Zum Beispiel das Duo Yang/Bentsen. Die beiden bereiteten Torben Wosik und Bojan Tokic erhebliche Probleme, glichen im zweiten Satz aus, brachen dann jedoch ein und konnten auch im vierten Satz das Ruder nicht mehr herumreißen. 1:3 lautete der Spielstand am Ende aus ihrer Sicht. Wosik/Tokic hatten den kühleren Kopf bewiesen.

In der zweiten Box waren die Vorzeichen eindeutiger. Ma Wenge und Jens Lundquist beherrschten das Duo Molin/Sörensen souverän. Mit wenig Mühe erspielten sie sich einen 3:0-Sieg und sicherten ihrer Mannschaft die 2:0-Führung. Zur Überraschung aller trat Constantin Cioti, der in den letzten Spielen sehr gute Leistungen geboten hatte, wegen einer Rückenverletzung nicht an. Für ihn rückte Magnus Molin in das vordere Paarkreuz und hatte es im ersten Match mit Ma Wenge zu tun. Der 37-jährige Chinese im TTC-Dress unterstrich erneut seine hervorragende Form und ließ dem jungen Schweden bei seinem 3:0 nicht den Hauch einer Chance. Dieses Schicksal ereilte auch den Schweden in den Reihen des TTC. Lundquist erwischte einen rabenschwarzen Tag und büßte im Duell gegen den Dänen Bentsen seine Coolness ein, die er in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen hatte. Mit nervösen, fahrigen Attacken produzierte er viele Fehler, die Bremens Nummer 1 souverän nutzte. Auch wenn im dritten Satz noch ein Aufbäumen zu spüren war, musste er sich letztendlich doch mit 0:3 in die Kabine schicken lassen.

Frickenhausens Trainer Qiu nahm seinen Akteur in Schutz. "Jens war in letzter Zeit sehr viel mit der Nationalmannschaft unterwegs und ist ein wenig müde. Ich bin überzeugt, dass er am Dienstag gegen Ochsenhausen wieder fit ist." Torben Wosik ist schon fit und zeigte erneut sein gesamtes Können. Gegenspieler Yang leistete nur einen Satz lang erbitterten Widerstand, war dann jedoch völlig überfordert, als Wosik einen Zahn zulegte und sich ein 3:0 sicherte.Gewohnt kämpferisch präsentierte sich auch Bojan Tokic gegen Mads Sörensen. In Satz 1 drehte der Slowene einen 7:9-Rückstand um und gewann mit 11:9 und ließ sich auch die beiden folgenden Sätze nicht nehmen. Den Schlusspunkt in der sehr ansehnlichen Partie steuerte einmal mehr Ma Wenge bei. Der 37-Jährige lieferte sich mit Allan Bentsen ein Match nach allen Regeln der Tischtennis-Kunst. Kraft, Technik, fantastisch geschlagene Bälle und ein hochdramatischer vierter Satz, bei der Ma einen 4:9-Rückstand ausglich und das Spiel mit 11:9 für sich entschied hier wurde den Zuschauern wirklich alles geboten. Trainer Qiu war von seiner Nummer 1 begeistert, kennt jedoch auch die Gründe für Ma Wenges großartige Leistung: "Zum einen spielt er in dieser Saison mit anderen Belägen und zum anderen hat er keine Schulterprobleme mehr. Das wird sein Jahr."

Morgen Abend (19 Uhr) kommen die ebenfalls noch ungeschlagenen Tischtennisfreunde Ochsenhausen zum Schwabenderby nach Frickenhausen. Qiu sieht eine realistische Chance, die eigene Bilanz weiter auszubauen: "In den Doppeln und am vorderen Paarkreuz wird es sicher schwer, aber hinten sind wir klar besser."TTC Frickenhausen SV Werder Bremen 6:1:

Ma/Lundquist Molin/Sörensen 3:0 (11:7, 11:7, 11:5), Wosik/Tokic Yang/Bentsen 3:1 (11:8, 9:11, 11:4, 11:8), Ma - Molin 3:0 (11:8, 11:7, 11:3), Lundquist Bentsen 0:3 (4:11, 8:11, 12:14), Wosik Yang 3:0 (11:9, 11:1, 11:4), Tokic Sörensen 3:0 (11:9, 11:8, 11:7), Ma Bentsen 3:0 (11:7, 11:8, 10:12, 11:9).