Lokalsport

Über den Schatten springen

Ausgerechnet vor dem entscheidenden Halbfinalrückspiel sind einige TTC-Spieler außer Form

Der TTC Frickenhausen ist zum Erfolg verdammt. Nur ein Heimsieg hilft dem Titelverteidiger am Samstag, im Kampf um die deutsche Meisterschaft im Rennen zu bleiben.

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M. RENNERS/T. PFEIFFER

Frickenhausen. In verhältnismäßig schwacher Form präsentierten sich einige Spieler des TTC Frickenhausen kurioserweise ausgerechnet dann, als es zum ersten Mal in dieser Saison richtig ernst wurde: Beim Halbfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft in Ochsenhausen (4:6) überzeugte allein Ma Wenge. Im Rückspiel am kommenden Samstag (ab 14 Uhr, Sporthalle auf dem Berg) müssen die TTC-Spieler nun über ihren Schatten springen, soll der heiß ersehnte Endspiel-Einzug doch noch geschafft werden. Die Ausgangslage ist klar. Frickenhausen genügt ein 6:4-Erfolg, um in die Finalspiele einzuziehen.

Eine Woche nur hatte Frickenhausens Trainer Qiu Zeit, um die Schwachpunkte im Team zu korrigieren. Wirklich überzeugen in Ochsenhausen konnte einzig der 40-jährige Ma Wenge. Der Chinese, der kaum deutsch spricht und demnächst nach Italien wechselt, gewann beide Einzel, eines davon sogar nach einem 0:2-Satzrückstand. Beim Slowenen Bojan Tokic hingegen läuft wenig zusammen derzeit. „Seit er die Olympia-Qualifikation in der Tasche hat, trifft er keinen Ball mehr. Auch in Ochsenhausen lief bei ihm wenig“, sagte TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann und fügte an: „Für Samstag hat mir Bojan einen Sieg versprochen.“ Der ist fast überlebenswichtig.

Rolf Wohlhaupter-Hermann sieht für seine Truppe noch nichts verloren. „In eigener Halle können wir es noch schaffen.“ Als Empfehlung wie‘s gehen kann, dient ihm das Bundesliga-Rückrundenspiel in der Sporthalle auf dem Berg (6:4).

Damals fehlte Ochsenhausens Nummer zwei Adrian Crisan (27) wegen einer Verletzung – auch am Samstag ist sein Einsatz ungewiss. Nun hat Dr. Müller-Wohlfahrt das Wort. Der Münchner Sportarzt führt die entscheidende Untersuchung durch. Wie dringend die Ochsenhausener ihren rumänischen Nationalspieler brauchen können, bewies sich im Bundesliga-Hinrundenspiel. Mithilfe von Crisan trotzten sie Frickenhausen damals ein 5:5 ab.

Doch gleich, ob der zweimalige EM-Mannschafts-Bronzemedaillengewinner nun spielen wird oder nicht: Es wird schwer für den TTC. Angesichts des ungünstigen Spieltermins zur besten Familienzeit, rechnen sie in Frickenhausen mit keinem ausverkauften Haus. Um wenigstens einen Hauch von Hexenkessel fürs wichtige Spiel zu bekommen, hat der Tischtennis-Nachwuchs im Bezirk freien Eintritt. „Wir haben die Vereine angeschrieben und darüber informiert“, sagt der Präsident.

Während die TTC-Fans um die angeschlagenen Spieler-Psychen momentan noch bangen, kommen die Oberschwaben mit breiter Brust. „Beim 6:4 hat die Mannschaft ihre beste Saisonleistung gezeigt. In Frickenhausen haben wir alle Chancen“, erklärte TTF-Cheftrainer Anders Johansson, dessen Optimismus offenbar ansteckend ist: Auch die TTF-Homepage kündigt schon den Favoritensturz an. Originalton dort: „Im Rückspiel reicht den TTF nun ein 5:5, um das Finale zu erreichen. Dort treffen die Oberschwaben voraussichtlich auf Düsseldorf.“

Das DSF sendet eine Zusammenfassung der Halbfinalspiele am Samstag ab 19.30 Uhr (bis 20.30 Uhr).