Lokalsport

Über Durlach zurück an die Spitze?

Das Durchschnaufen hat in Durlach ein Ende: Oberliga-Spitzenreiter VfL Kirchheim will nach der Länderspielpause nun am Ausgang des Pfinztals seinen Höhenflug fortsetzen. Anpfiff im Turmbergstadion: 15.30 Uhr.

Anzeige

REIMUND ELBE

Kirchheim. Zehn Spiele absolviert, nur eines davon verloren: Die VfL-Zwischenbilanz in der Fußball-Oberliga wäre atemberaubend, hätten sich nicht in den vergangenen drei Partien erste Schwächen eingeschlichen. Nur zwei von neun möglichen Zählern fuhr das Team von Trainer Rolf Baumann dabei ein. „Auch wir werden noch Rückschläge in dieser Saison erleiden“, hatte der Erfolgscoach nach dem vorerst letzten Sieg, beim 2:1 in Nöttingen, orakelt. Aus der Mutmaßung wurde nun Gewissheit: Das erste kleine Tief ist da. Wie Balsam war für die Mannschaft gerade in dieser Situation die beeindruckende Leistung beim 2:1-Testspielerfolg über den Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach. Ein Fingerzeig, dass der VfL jetzt wieder durchstartet? Ein Sieg beim ASV Durlach, der nur eines seiner fünf Heimpartien in dieser Runde gewonnen hat (am 15. August beim 4:2 über Mitaufsteiger SV Bonlanden), wäre die optimale Einstimmung auf das nächste Heimspiel: Am 24. Oktober rückt bekanntlich Topfavorit TSG Hoffenheim II an. Der absolute Knüller für den VfL, nicht nur aufgrund der tabellarischen Situation.

Die Kirchheimer werden in Durlach allerdings erst einmal mehr bieten müssen, als in den vergangenen Partien gegen den SGV Freiberg (0:1), bei der TSG Weinheim (2:2) und den Tabellenletzten, Stuttgarter Kickers II (2:2). Bei allen Gegentreffern sah die VfL-Defensivabteilung nicht sonderlich glücklich aus. Im Angriff ruht zu viel Last auf Goalgetter Antonio Tunjic, aktuell Dritter in der Oberliga-Torjägerliste mit sieben Treffern. Wenigstens hat Tunjics Sturmpartner Maximilian Laible mit seinem Kopfball zum 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers II seine Torflaute in dieser Saison beendet. Bezeichnend, dass mit Ferdi Er ein Innenverteidiger aktuell Platz zwei in der Torstatistik des Teckclubs belegt.

Apropos Torjäger: Auf dem Weg zurück ins Team ist Abwehrspieler David Hertel, der sich am 1. September bei der Auswärtspartie in Bahlingen eine Bänderverletzung am Knöchel zuzog, jedoch trotzdem mit zwei Toren zusammen mit Mittelfeldakteur Emrah Polat auf Platz drei der internen Torjägerliste liegt. Hertel wäre auf der linken Defensivseite ein Stabilisator. Klar ist: Die Kirchheimer kämpfen unter dem Turmberg um die Tabellenspitze. Gewinnt der VfL im Badischen nicht und schlägt tags drauf der Tabellenzweite aus Hoffenheim im Dietmar-Hopp-Stadion den FC Villingen, wären die Teckstädter die Spitzenposition los. Den ersten Platz hat das Team von Rolf Baumann seit dem zweiten Spieltag inne.

Beim Gegner aus Durlach sind Spieler, Fans und Funktionäre mit dem Saisonstart nicht ganz so zufrieden. Neun Punkte, drittletzter Platz in der Tabelle: Ein paar Pünktchen mehr hätten es eigentlich sein sollen. Doch immer mal wieder, wie zuletzt bei der 1:3-Schlappe in Villingen, agierte das Team des ehemaligen Bundesliga-Profis Rainer Krieg in der Offensive nicht effektiv genug. Tabellarisch trennen die beiden Kontrahenten aus Kirchheim und Karlsruhe-Durlach derzeit Welten, doch Gemeinsamkeiten gibt es vor allen Dingen in einer Sache: Hier wie da ist der Wunsch nach einer moderneren Sportanlage ganz oben auf der Tagesordnung. Bis 2012 soll der ASV in einen neuen Sport- und Freizeitpark ganz in der Nähe der Autobahn A 5 umziehen. Doch noch wird, wie häufig bei solch weitreichenden Maßnahmen, in der Stadt erst einmal eifrig diskutiert.

Das Turmbergstadion hätte für den ASV Durlach ausgedient. Eingeweiht wurde die Anlage übrigens 1948. Das Einweihungsspiel verloren die Gastgeber damals gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 4:5 – vier der fünf FCK-Treffer erzielte Fritz Walter, später Kapitän der deutschen Weltmeisterelf von 1954. Dem VfL würde 61 Jahre nach diesem Event sicher schon ein 1:0 zum Glücklichsein reichen.