Lokalsport

Über weite Wege zur Weltcup-Form

Mountainbike Manuel Fumic startet morgen in Singen erstmals bei einer Marathon-WM

Kirchheim. Zum ersten Mal in seiner Karriere bestreitet Manuel Fumic am Sonntag in Singen eine Marathon-Weltmeisterschaft. Große Ambitionen hegt der Kirchheimer nicht. Es geht um Unterstützung für seinen brasilianischen Teamkollegen. Es ist überhaupt erst das dritte Mal, dass eine MTB-Weltmeisterschaft auf deutschem Boden stattfindet. Nach 1995 in Kirchzarten im Cross-Country und Downhill und 2010 im Marathon in Sankt Wendel wird am Sonntag in Singen erneut um das Regenbogen-Jersey auf der Langdistanz gekämpft.

Das bedeutet für die Männer zwei 49-Kilometer-Runden durch die Vulkanlandschaft des Hegau. Das Profil dort bietet nur kurze, teilweise sehr steile Anstiege und längere Flachpassagen. Einem Cross-Country-Spezialisten wie Manuel Fumic kommt das entgegen. Neben der geografischen Nähe zum Wohnort schon zwei gute Gründe, weshalb der Kirchheimer in dieser Disziplin morgen sein Debüt geben wird. Um Marathon-Rennen hat der 35-Jährige in seiner Karriere bisher immer einen Bogen gemacht, sieht man vom südafrikanischen Etappenrennen Cape Epic einmal ab. Die deutschen Marathon-Meisterschaften 2005 in Münsingen waren das einzige Eintages-Langstreckenrennen in seiner Karriere. Die DM endete auf Medaillenkurs liegend für ihn mit einem Schlüsselbeinbruch, Bruder Lado holte damals den Titel. Lange her.

Morgen soll Manuel Fumic seinen Cape-Epic-Gefährten Henrique Avancini unterstützen. Der Brasilianer zählt auf dem schnellen Kurs zu den Medaillenkandidaten, wiewohl es davon viele gibt. In Singen sind auch etliche Cross-Country-Spezialisten am Start wie der Tscheche Jaroslav Kulhavy, U23-Weltmeister Sam Gaze aus Neuseeland, aber auch der niederländische Cyclo-Cross-Star Mathieu van der Poel, der beim Weltcup in Albstadt Zweiter wurde. „Ich bin nicht ausschließlich zum Helfen abgestellt“, sagt Fumic. „Die längere Intensität des Rennens kann mir beim Formaufbau helfen.“ Ohne Marathon-Punkte muss er sich mit Startnummer 149 allerdings erst mal durchs Feld wühlen. Start für die Herren ist um 10.20 Uhr, für die Damen, die nur 80 Kilometer zu fahren haben, bereits um 10 Uhr.Erhard Goller

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