Lokalsport

Unger pfeilschnell

Beim Karlsruher Hallenmeeting hat Sprint-Ass Tobias Unger für eines von zahlreichen Highlights gesorgt. Der 26-Jährige gewann den 200-m-Sprint souverän und überraschte vor allem mit seiner Siegeszeit.

PETER EIDEMÜLLER

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KARLSRUHE Badener und Schwaben sind bekanntlich nicht immer gut aufeinander zu sprechen. Dennoch war die Stimmung in der badischen Metropole prächtig, als "Schwabenpfeil" Tobias Unger zum Ende des Meetings in der Karlsruher Europahalle seine Fähigkeiten über 200 m unter Beweis stellte. In 20,71 Sekunden deklassierte der Kirchheimer den zweitplatzierten Christopher Williams, der nach 20,96 Sekunden ins Ziel kam. "Ich bin sehr zufrieden", waren Ungers Worte vor allem in Bezug auf die Zeit. Noch vor acht Tagen war er in 21,07 Sekunden baden-württembergischer Meister über seine Königsdisziplin geworden, hat sich somit innerhalb von wenigen Tagen um drei Zehntelsekunden verbessert. Die Trainingseinheiten unter der Woche, die vor allem auf eine Korrektur der verloren gegangenen Schrittlänge zielten, haben ihre Wirkung erfüllt. Die Form stimmt also, Unger nähert sich seiner persönlichen Bestzeit von 20,53 Sekunden gleichbedeutend mit dem deutschen Hallenrekord weiter an. Zum Leidwesen seines Trainers Micky Corucle, der eigentlich eine Zeit von 20,80 Sekunden für das Meeting gefordert hatte. "Ich hoffe, er ist jetzt nicht böse auf mich", so Unger augenzwinkernd.

Eine Premiere der unerwarteten Art feierte der Weilheimer Hürdensprinter Lukas Erdmann. Im Vorlauf über 60 m Hürden erwartungsgemäß ausgeschieden, sah sich der 22-Jährige nach dem Rennen zahlreichen Autogrammwünschen ausgesetzt. "Da sind ganz viele Kinder herum gelaufen, die haben von jedem eine Unterschrift haben wollen", war Erdmann bass erstaunt. Mit seiner Zeit von 8,03 Sekunden war er dennoch nicht zufrieden, hatte er doch angesichts der starken Konkurrenz auf eine Zeit um die 7,80 Sekunden gehofft. "Ein bisschen traurig bin ich schon. So eine Zeit habe ich eigentlich drauf." Nervös sei er angesichts der voll besetzten Halle zwar nicht gewesen, doch habe ihm ein wenig die Power in den Beinen gefehlt. Zudem kam er mit dem neuen, weichen Belag in der Europahalle nicht zurecht. "Das hat schon etwas Zeit gekostet."

Da Ann-Kathrin Fischer (VfL Kirchheim) in ihrem 60-m-Vorlauf "nur" 7,78 Sekunden lief, scheint die Bahn tatsächlich nicht problemlos gewesen zu sein. Auch Fischers Ausscheiden war dennoch erwartungsgemäß, wurde sie doch von ihrem Coach Micky Corucle mit der Teilnahme an der renommierten Veranstaltung quasi belohnt. Auf einen Start verzichten musste Hürdensprinterin Stephanie Lichtl (Salamander Kornwestheim). Nach einer am Freitag im Training zugezogenen Bänderdehnung wollte sie keinen Riss riskieren.