Lokalsport

Unger Weltklasse: 20,66 Sekunden

In der Weltklassezeit von 20,66 Sekunden sorgte Tobias Unger über 200 Meter beim Sparkassen-Cup in Stuttgart für das Highlight der Veranstaltung. Lange Gesichter gab es hingegen bei Marc Kochan und Christina Krüger bei den süddeutschen, beziehungsweise baden-württembergischen Meisterschaften in Karlsruhe.

STUTTGART/KARLSRUHE Keine Zweifel ließ Tobias Unger an seiner derzeitgen Vormachtstellung über die 200 Meter auf deutschem Boden aufkommen: Die von seinem Nationalmannschafts-Kollegen Sebastian Ernst (Schalke 04) im ersten Lauf vorgelegten 20,74 Sekunden waren schon zum Zungeschnalzen. Doch der 25-jährige Wendlinger konterte und wie: Nach nur 20,66 Sekunden finishte er in seinem wie ein Astronautenanzug anmutenden Renndress. Damit verpasste er seine im vergangenen Jahr erzielte Hallen-Bestzeit von 20,57 Sekunden nur knapp dem Jubel und der Begeisterung der rund 7 000 Zuschauer in der Stuttgarter Schleyerhalle, die ihn nach seinem Paukenschlag frenetisch feierten, tat das allerdings keinen Abbruch. In Vorbereitung auf "sein" Rennen absolvierte Unger auch einen 60-Meter-Vorlauf. mit 6,73 Sekunden schied er zwar aus, doch diente dieser Auftritt nur dem Aufwärmen für das 200-Meter-Rennen.

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Ihren ersten von einer größeren Öffentlichkeit verfolgten Auftritt hatte die Nürtinger Sprinterin Stephanie Licht, die über 60 Meter Hürden an den Start ging. In ihrem Vorlauf startete auch Michelle Freeman aus Jamaica, die in ihrer langen Karriere schon so manche Medaille bei Großveranstaltungen gewonnen hat, so zum Beispiel Bronze in der 4 x 100-Meter-Staffel bei Olympia 1996 in Atlanta. Dass Lichtl gegen so namhafte Kontrahentinnen wenig Chancen hatte, in den Endlauf zu kommen, war klar. Ihr Ziel war, unter 8,30 Sekunden zu bleiben, was ihr in 8,34 Sekunden jedoch knapp misslang.

Als misslungen konnte Marc Kochan seinen Auftritt bei den süddeutschen Meisterschaften in der Karlsruher Europahalle abhaken. Das von ihm unter der Woche erklärte Ziel, die Norm für die 60 Meter bei den deutschen Meisterschaften Mitte Feburar in Sindelfingen zu unterbieten, schlug fehl. 6,95 Sekunden hätte der Kirchheimer dafür laufen müssen. In seinem Vorlauf, einem von elfen, erzielte er eine Zeit von 6,98 Sekunden. Im Zwischenlauf konnte sich der 26-Jährige nicht mehr steigern: Mit 7,01 Sekunden schied Kochan nicht nur aus, sondern entfernte sich auch einen großen Schritt von den deutschen Meisterschaften. Sieger der 60-Meter-Konkurrenz wurde sein Teamkollege von Salamander Kornwestheim, Patrick Sihler, in 6,78 Sekunden.

Auch Christina Krüger von der LG Teck konnte ihr im Vorfeld gestecktes Ziel nicht erreichen. Der Titelverteidigung über die 800 Meter bei der weiblichen Jugend B kam die Aalenerin Judith Klieninger zuvor. Die auf der Zielgeraden überspurtete Krüger musste sich mit dem baden-württembergischen Vizetitel begügnen und richtet den Blick aber bereits wieder nach vorne: Für die deutschen Jugendmeisterschaften in 14 Tagen hat sie sich vorgenommen, mit einer guten Zeit ins Finale zu laufen.

Für positive Schlagzeilen sorgte Anja Wackershauser vom VfL Kirchheim über 60 Meter bei der weiblichen Jugend B: Nach 7,93 Sekunden im Vor- und 7,87 Sekunden im Zwischenlauf wurde sie in 7,85 Sekunden zweite im Endlauf und sicherte sich damit den baden-württmbergischen Vize-Titel. Ihre Mannschaftskameradin Melanie Föll schied mit 8,27 Sekunden hingegen im Vorlauf bereits aus.

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