Lokalsport

Untergang im Normannia-Stadion

Mit einer der schwächsten Saisonleistungen ist Fußball-Oberligist VfL Kirchheim beim FC Normannia Gmünd sang- und klanglos 0:5 (0:1) untergegangen. Bezeichnenderweise war der positiv auffälligste Akteur im Kirchheimer Dress Youngster Marcel Helber.

HELGE WAIDER

Schwäbisch Gmünd. Als Normannia-Torjäger Benjamino Molinari unmittelbar vor dem Schlusspfiff mit einem Lupfer den 5:0-Endstand hergestellt hatte, war die Welt für die Gmünder vollends in Ordnung: Der Goalgetter hatte mit seinem 20. Saisontreffer die Führung in der Oberliga-Torschützentabelle übernommen, die Normannia hatte dem scheidenden Trainer Lothar Mattner (geht nach Reutlingen) ein schönes Abschieds-Heimspiel beschert.

Dabei hatte es bis zur Halbzeit noch nicht nach einem Gmünder Kantersieg ausgesehen. Der VfL bestimmte, angetrieben von Marcel Helber im zentralen Mittelfeld, zu Beginn die Partie, ohne freilich torgefährlich zu agieren. Erst nach einer guten Viertelstunde wachte die Normannia auf und Patrick Krätschmer sorgte mit einem ersten Weitschuss für Gefahr im VfL-Strafraum.

Die Sturmmaschinerie der Gmünder schien nun aktiviert, denn fortan rollte Angriff über Angriff in Richtung VfL-Tor – meist vorgetragen über die linke VfL-Abwehrseite, wo der tapfer kämpfende David Hertel ein ums andere Mal überfordert war: Giuseppe Grecos Schuss aus 15 Metern klärte Christopher Eisenhardt zur Ecke (19.), ein Schlenzer von Patrick Stöppler strich am langen Eck vorbei (23.) und ein Seitfallzieher von Stanislaus Bergheim verfehlte sein Ziel nur knapp (25.).

Die Normannia beherrschte in dieser Phase der Partie Ball und Gegner nach Belieben – unterstützt von Kirchheimer Unzulänglichkeiten, wie beispielsweise einem leichtsinnigen Ballverlust von Armin Ohran im Mittelfeld, der VfL-Keeper Edgar Porada (hütete absprachegemäß das Gehäuse für Michael Stowers) nach einem Schuss von Bergheim zu einer Glanzparade zwang (29.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff durchbrachen die Gastgeber dann aber ihre Abschlussschwäche – freilich unter freundlicher Mithilfe von VfL-Goalie Porada: der sah sich einem 16-Meter-Knaller von Alexandar Kasunic gegenüber, flog spektakulär in die richtige Ecke und faustete sich das Leder am Ende ins eigene Tor.

In der Halbzeit reagierte VfL-Interimscoach Thomas Stumpp, brachte mit Selim Altinsoy für den glücklosen Vitali Lasarev und Emrah Polat für den schwachen Ohran zwei offensiv ausgerichtete Akteure. Prompt kam der VfL in der 52.(!) Minute auch zur ersten Torchance, als Altinsoy auf Sabri Gürol flankte, dessen Kopfball aus sechs Metern vom Gmünder Keeper Matthias Gruca pariert wurde. Mitten in die Kirchheimer Angriffsbemühungen platzte wie aus heiterem Himmel das 2:0 durch einen Kopfball des frei stehenden Molinari, für den sich in der bis dahin umsichtigen VfL-Innenverteidigung niemand zuständig gefühlt hatte (58.).

Es war der Anfang vom Ende aller Kirchheimer Punkteträume, fortan spielte nur noch die Normannia, die bereits acht Minuten später durch Bergheim, den besten Akteur auf dem Platz, das 3:0 markierte.

Der Rest der Partie ist schnell erzählt, denn die Gmünder machten forthin den sprichwörtlichen kurzen Prozess mit den Kirchheimern, die nun völlig von der Rolle agierten. Lediglich mit einem Kopfball von Ferdi Er, den Keeper Gruca parierte (69.), sorgten die VfL-Kicker für kurze Aufregung in den Normannia-Reihen. Der eingewechselte Patrick Faber sorgte dann nach einem Zuspiel von Bergheim im Strafraum für das 4:0. Beim Schlusspunkt zum 5:0 ließ sich dann ausgerechnet Routinier Er von Molinari düpieren.

Am Ende stand eine Niederlage, die auch in dieser Höhe verdient war, und nur eine gute Seite hatte: beim Saisonfinale im Kirchheimer Stadion gegen den TSV Crailsheim am kommenden Samstag kann es nur besser werden.

FC Normannia Gmünd: Gruca (83. Fro­boess) – Krätschmer, Kasunic, Fröhlich, Leichtle – Glück (56. Molner), Mangold, Greco, Stöppler (70. Faber) – Bergheim, Molinari.

VfL Kirchheim: Porada – Eisenhardt, Kauffmann Er, Hertel – Ziegler (81. Hentschel), Ohran (46. Polat), Lasarev (46.Altinsoy) – Horeth, Gürol.

Tore: 1:0 Kasunic (44.), 2:0 Molinari (58.), 3:0 Bergheim (66.), 4:0 Faber (79.), 5:0 Molinari (90.).

Gelbe Karten: Molinari – Lasarev.

Zuschauer: 305.

Schiedsrichter: Michael Karle (Weinstadt)

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