Lokalsport

Unterhaltung pur in der Sporthalle Stadtmitte

Die Kirchheim Knights werden die Regionalliga-Saison wohl als Vierter beenden. Das steht nach dem 96:85 gegen die KuSG Leimen am vorletzten Spieltag fast sicher fest. Die Entscheidungen in der Regionalliga Südwest/Süd sind offensichtlich gefallen.

KIRCHHEIM Meister und damit Nachfolger des VfL Kirchheim ist Aufsteiger KGJ Schwenningen, der sich mit dem souveränen 93:77 bei der SG Heidelberg-Kirchheim den Titel sicherte. Die SG rutschte damit auf Platz fünf und tauschte den Platz mit den Kirchheim Knights. Im Spitzenspiel des Tages gewann der MTV Stuttgart beim ersatzgeschwächten SSC Karlsruhe 92:78, holte sich damit auch den direkten Vergleich und wird, einen Sieg am kommenden Samstag in Mannheim vorausgesetzt, mit Schwenningen in die Aufstiegsrunde zur zweiten Liga einziehen.

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Der VfL hatte damit leider nichts mehr zu tun, schaffte es aber doch, den immerhin 600 Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte ein über weite Strecken gutes und vor allem temporeiches Basketballspiel zu liefern. 28 Assists und der Rekord von nur sieben Ballverlusten bis zu den letzten zwei Minuten zeugen von Spielfreude, Teamgeist, Konzentration und Ernsthaftigkeit. Dabei waren auch elf erfolgreiche Dreier zu bejubeln, wobei sich natürlich Liga-Scharfschütze Kai-Uwe Kranz mit sechs Treffern (bei elf Versuchen), aber auch Kapitän Robert Bruck (4/8) besonders hervortaten. Überragend war aber einmal mehr "the boss". Ross Jorgusen machte 30 Punkte, verteilte acht Anspiele und platzte fast vor Spiellaune. Der Lohn: mit 36 Minuten bekam er von Coach Theo Leftakis mit Abstand die meiste Spielzeit und stellte seinen Effektivitätsrekord vom Spiel in Karlsruhe mit 37 Punkten ein. Aber auch James Hayden, obwohl ohne Zielwasser an diesem Abend, zeigte seinen Wert und setzte seine Teamkollegen immer wieder uneigennützig in Szene (8 Assists).

Leider passten sich die Schiedsrichter dem meist unterhaltsamen Geschehen nicht an und ärgerten nicht nur Leftakis mit viel zu vielen Pfiffen meist gegen Kirchheim (28:17 Fouls). Der unrühmliche Höhepunkt: Marco Stifel hatte Jurkewitz beim Wurf gefoult, der Ball knallte ans Brett. Niedrig und Etiskol aber gaben den Korb, weil Stifel angeblich (während des Fouls!) ans Brett geschlagen haben soll. Quasi "obendrauf" gabs noch einen Bonus-Freiwurf plus zwei Freiwürfe wegen eines technischen Fouls gegen Stifel, der die Entscheidung mit demonstrativem Beifall kommentiert hatte.

Das alles geschah vier Minuten vor Schluss, und von da an war es mit der Ernsthaftigkeit beim VfL offensichtlich vorbei. Die Fans nahmen es jedoch nicht übel, dass das Ende deshalb nicht gerade sehenswert war. Auf die Abwehr wurde in diesen letzten Minuten nach dem 91:67 (36.) fast völlig verzichtet. Fünf Ballverluste in den letzten zwei Minuten, ein 0:11 nach dem 96:74 und das Verfehlen der anvisierten 100-Punkte-Marke hatten eigentlich das Zeug zum Stimmungskiller, aber die Kirchheimer Basketball-Anhänger nahmen es gelassen und feierten ihr Team beim vorletzten Heimspiel trotzdem enthusiastisch.

Ein weit größeres Fest soll es nun beim Saisonabschluss am kommenden Samstag geben. Fest steht bereits der Kandidat für den 500-Euro-Schuss: Er wurde von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker persönlich ausgelost, heißt Daniel Koser, ist 13 Jahre jung und hat jetzt eine Woche Zeit, den Wurf von der Mittellinie zu üben.

mad

VfL Kirchheim: Bruck (12/4), Goehrke (8), Hayden (3), Jorgusen (30/1), Kikic (2), Kranz (28/6), Lenger, Lukic (9), Stifel (4), TsouknidisKuSG Leimen: Stein (12/3), Wahlandt (6), Schwalb (15/1), Iglesias (12), Jurkewitz (10), Marschall (6), Ingerfurth (21/1), Lüdemann, Levedag (3)Dreier: 11 (VfL), 5 (KuSG)Fouls: 27 (VfL), 16 (KuSG)Freiwürfe: 17:25 (68,0% VfL), 14:36 (38,9% KuSG)Viertel: 32:18, 21:16, 24:25, 19:26Zuschauer: 600Schiedsrichter: Niedrig (Walldorf) und Etiskol (Pforzheim) leiteten schwach.