Lokalsport

Veranstalter und fliegende Händler im Konflikt

Die Pläne für das Kirchheimer Radrennen am 3./4. Juni erhalten allmählich schärfere Konturen. Doch wo große Pläne geschmiedet werden, sind Stolpersteine meistens nicht weit. Stadt und Veranstalter sind derzeit dabei, die letzten Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Die Zeit drängt. Fünf Wochen noch, dann ist die Welt zwar noch nicht zu Gast bei Freunden, dafür sind sportbegeisterte Urlaubsmuffel an Pfingsten in Kirchheim garantiert gut aufgehoben. Das erstmals zweitägige Radspektakel rund um den Alleenring soll am Samstag und am Pfingstsonntag nicht nur Fachpublikum locken, sondern auch Volksfeststimmung in der Innenstadt verbreiten.

Damit dies gelingt, hat Lado Fumic Kirchheims Aushängeschild in Sachen Radsport und seit diesem Jahr Organisationschef in diesen Wochen einen wahren Knochenjob zu leisten. Die Vorbereitungen für das Alleenring-Rennen, täglich mehrere Stunden Training, dazu Wettkampfplanung und die Vermarktung des eigenen Mountainbike-Teams, das ist mehr als in einen gewöhnlichen Arbeitstag zu packen ist, auch wenn er sich die Arbeit mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Manuel teilt. Da mag es von Vorteil sein, dass das Familienunternehmen, das den eigenen Namen inzwischen zum Markenlabel erhoben hat, die anstehenden Aufgaben zwangsläufig fest vor Augen hat. Schließlich fällt der Blick vom Büro der Racingteam GmbH im zweiten Stock des Gewerbeparks auf dem Riethmüller-Areal schnurstracks auf den Alleenring.

Wenn dort am 4. Juni die Profis Aufstellung nehmen, wird der eine oder andere Fahrer im Feld bereits zum zweiten Mal am Start sein. Denn tags zuvor gehört die Kernstadt zwischen Kornhaus und Schlossgraben der Mountainbike-Elite, von der sich zumindest ein Teil am Sonntag mit den Straßenfahrern messen wird. Mit dem Renngeschehen an beiden Tagen wird sich auch der Brennpunkt des Geschehens in diesem Jahr mehr in Richtung Marktplatz verlagern. Dort soll nach den Plänen der Organisatoren im wörtlichen Sinne die Musik spielen und hier schlägt auch das Herz der ganzen Veranstaltung. Wer vor der Volksbank-Zentrale Hunger und Durst stillt, hat in diesem Jahr den Start- und Zielbereich direkt vor Augen. Markant hervorgehoben durch einen acht Meter hohen Turm, dessen Plateau gleichzeitig als VIP-Lounge dienen soll. Eine Idee, der lediglich noch der genehmigungsrechtliche Segen fehlt, denn die Stadt hat bereits Sicherheitsbedenken angemeldet.

Ähnlich spektakulär soll es auf dem Marktplatz zugehen, wo ein großes Festzelt auch bei schlechtem Wetter gute Stimmung garantieren soll. Wer vom Mountainbike-Sprint am Samstag nichts versäumen will, bräuchte in solchem Fall die schützende Hülle gar nicht zu verlassen, denn die Organisatoren holen das Renngeschehen kurzerhand herein: Der eng gesteckte und mit künstlichen Hindernissen gespickte Kurs, der vom Start vorbei am Rathaus durch die Kornstraße hoch zum Schlossplatz führt, soll auf dem Weg dorthin mitten durchs Festzelt verlaufen.

Gefahr droht den viel versprechenden Plänen ausgerechnet von einer der ältesten Kirchheimer Traditionen. Denn noch ist völlig ungeklärt, wie der Konflikt zwischen aufbauwilligen Radsportveranstaltern und abbauwilligen Marktbeschickern am Samstag beigelegt werden könnte. Da hilft es auch wenig, dass das Rennen erst in den Abendstunden beginnen soll. Lado Fumic spricht daher vom Hauptproblem, dass derzeit mit der Stadt verhandelt werde. Ein Festzelt für 600 Personen, dazu 700 Meter Absperrgitter und Banden. "Das lässt sich nicht in ein paar Stunden aufbauen", sagt er.

Gleichfalls unbekannt sind derzeit auch noch die Namen der Hauptakteure, die am Sonntag in drei Rennklassen das auf 70 Fahrer begrenzte Feld stellen sollen. Kein Grund zur Panik, meint Albert Bosler, Radsport-Abteilungsleiter beim veranstaltenden RKV. Seit zwei Wochen steht die Ausschreibung im Internet. Darüber hinaus sei man "an dem einen oder anderen dickeren Fisch dran", meint Bosler, ohne Namen zu nennen. Zu denen, die man ganz gerne auf der Meldeliste stehen hätte, wird wohl auch Titelverteidiger Stefan Schumacher gehören, der nach Beendigung des Giro d'Italia, durchaus Muse für ein paar Trainingsrunden auf dem Alleenring haben könnte.

Ein Novum wird in diesem Jahr die fehlende Damenklasse sein. Die musste der RKV Kirchheim in diesem Jahr an den RSC Villingen-Schwenningen abtreten, wo am Pfingstsonntag schon traditionell ein Rennen der LBS-Cup-Serie stattfindet. Im Gegenzug verzichten die Schwarzwälder auf die Junioren-Konkurrenz, sodass dort in Kirchheim mit einem starken Feld zu rechnen sein wird.