Lokalsport

Verfolger patzen, VfL frohlockt

Zweimal hintereinander auswärts 1:1: die VfL-Fußballer als Remis-Fachleute in der Fremde. Doch gegenüber der Partie in Illertissen waren die Kirchheimer Reaktionen am Freitag in Fellbach mit Blick auf die gezeigten Leistungen eher kritisch.

REIMUND ELBE

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FELLBACH Herrschte noch nach dem Remis in Illertissen aufgrund des späten Ausgleichs durch den eingewechselten Ali Kütri eine total ausgelassene Stimmung bei den VfL-Kickern, schlichen jene am vergangenen Freitagabend fast schon wie begossene Pudel vom Platz. Hundertprozentig zufrieden war keiner in der Kirchheimer Kolonie mit dem Unentschieden beim auf heimischem Gelände weiter ungeschlagenen SV Fellbach. VfL-Trainer Michael Rentschler: "Wir haben gegen einen passiven Gegner ein blödes Gegentor eingefangen, das uns den Sieg gekostet hat."

Es war in der Tat mehr drin für den VfL, aber die Kirchheimer Fußballer suchten im Spielaufbau viel zu häufig komplizierte Lösungen: Der besser postierte Mitspieler wurde des Öfteren übersehen. Symptomatisch war jene Szene, die in der 44. Minute zum 1:1 führte. Der Fehlpass von Emrah Polat rund 30 Meter vor dem eigenen Strafraum war ein Beispiel für die ein oder andere Unkonzentriertheit und Ideenlosigkeit im Spielaufbau. Kirchheims wiedergenesener Kapitän Mario Grimm nach Spielende noch in einen heftigen Disput und eine Fast-Rangelei mit Fellbachs Akteur Oliver Merkelbach verwickelt haderte ebenfalls mit dem Auftritt des VfL. "Wir haben einfach nicht kompakt genug gestanden, es gab immer wieder kleine Fehler", so der zuletzt pausierende Mannschaftsführer. Routinier Torsten Raspe zog trotz alledem ein positives Fazit der als schwierig apostrophierten Aufgaben in Illertissen und Fellbach. "Wir haben bei zwei heimstarken Mannschaften nicht verloren und gehen gestärkt aus diesen Spielen hervor."

Doch bei aller lobenswerten Selbstkritik: Am späten Samstagnachmittag hellten sich die Mienen im Kirchheimer Lager bereits wieder auf als die Endergebnisse der restlichen Verbandsligapartien publik wurden. Der ärgste Verfolger TSV Schwieberdingen mit dem ehrgeizigen Trainer Gianni Coveli erreichte beim Tabellenletzen FC Gärtingen lediglich ein 2:2, die SpVgg Au patzte gar im heimischen Stadion gegen den FV Olympia Laupheim im Derby überraschend 0:1. Mannschaft der Stunde ist der FV Ravensburg. Durch das 2:1 gegen die SpVgg Ludwigsburg schob sich das defensivstarke Team von Michael Wohlfarth fast schon klammheimlich auf Platz drei vor: Der VfL hat einen neuen Konkurrenten im Kampf um Titel und Relegationsplatz zwei.

Doch die Kirchheimer haben es nun selbst in der Hand, oder besser gesagt auf dem Fuß, die furiose zweite Hälfte des Jahres 2006 mit dem entsprechenden Sahnehäubchen zu versehen. Gleich zweimal dürfen die Mannen von Michael Rentschler noch zu Hause ran, in beiden Fällen gegen abstiegsgefährdete Neulinge. Am kommenden Samstag gastiert zunächst der SV Baustetten an der Jesinger Allee. Bis dahin sollen der am Rücken lädierte Angreifer Tiago Santos-Araujo sowie Innenverteidiger Andreas Mayer (Adduktoren) wieder völlig fit sein. Die beiden werden aktuell intensiv von VfL-Physiotherapeut Hartmut Munderich behandelt. Michael Rentschler würde eine Rückkehr der Verletzten neue Möglichkeiten eröffnen. So könnte beispielsweise den auch in Fellbach überragend agierenden Ferdi Er wieder auf die angestammte Position ins defensive Mittelfeld rücken.