Lokalsport

Verlockende Perspektive für den VfL

Momente der puren Emotion: Sekunden nach dem letzten Elfmeter herrschte auf dem Rasen des Kirchheimer Stadions der Ausnahmezustand. Mitten drin: der VfL-Keeper.

Reimund Elbe

Kirchheim. Während die Kirchheimer Spielerkollegen ihren „Elfmetertöter“ (SSV-Trainer Peter Starzmann in der Pressekonferenz respektvoll über VfL-Torwart Patrick Gühring) im Sekundentakt um den Hals fielen, wurde der nerven- und reflexstarke Kirchheimer Schlussmann für einen Moment nachdenklich. „Das ist schon ein ganz besonderer Tag für mich, denn schließlich habe ich 14 Jahre beim SSV Reutlingen gespielt“, bekannte Gühring mitten im Trubel. Der Sensationssieg brachte dem 27-Jährigen neben zahllosen Glückwünschen auch einen weiteren Erfolg ein. „Ich hatte mit Abwehrspieler Christopher Eisenhardt gewettet, dass ich zwei Elfer halte“, so der Schlussmann des neuen Pokal-Halbfinalisten lachend.

Locker und gelöst präsentierte sich verständlicherweise auch das Kirchheimer Trainerduo Michael Rentschler/Christian Hofberger nach dem neuerlichen Coup gegen einen Regionalligisten. „Wir haben die Stuttgarter Kickers im Pokal geschlagen, den VfR Aalen vor kurzem in einem Vorbereitungsspiel und nun den SSV Reutlingen“, sagte Hofberger mit Schalk in der Stimme, „ich glaube, wir spielen irgendwie in der falschen Liga.“ Die Pointe saß und auch Peter Starzmann, der nicht sonderlich amüsiert über das Pokalaus des SSV war, musste schmunzeln. Beifall gab es jedoch auch für den ehemaligen Kirchheimer Oberligafußballer und A-Jugendtrainer („wenn ich hierher zurückkomme, werden natürlich viele Erinnerungen wach“). Starzmann wünschte seinem Ex-Club nicht nur alles Gute, sondern brachte auch das Thema DFB-Pokal ins Spiel. Grund: Mit dem VfR Aalen, der im Halbfinale am 24. März beim FC Heidenheim antritt, ist noch ein potenzieller Zweitligakandidat im Rennen. Erreichen die Aalener das Pokalfinale und steigen zudem in die zweite Liga auf, wäre auch der zweite WFV-Pokalfinalist für den DFB-Pokal qualifiziert – für die Kirchheimer natürlich eine äußerst verlockende Perspektive.

Doch zunächst sind es noch Träume, denn vor dem Sprung ins Endspiel steht noch das Halbfinale an. Der Gegner am Mittwoch, 26. März ist derselbe wie jener am kommenden Samstag: Der TSV Crailsheim. Das Team von Peter Kosturkov hat gestern Abend mit einem 3:0 im Oberliga-Nachholspiel über den SSV Ulm neue Ansprüche auf einen Platz in der Regionalliga angemeldet.

Die Kirchheimer müssen beim ersten der zwei kommenden Auftritte im Hohenlohischen mit Sicherheit auf Mittelfeldspieler Kagan Söylemezgiller verzichten. Der Torschütze des 1:0 beim Sieg gegen den SGV Freiberg im Oberligaduell zog sich in einem Zweikampf einen Innenbandverletzung zu und musste per Trage vom Platz gebracht werden: Der einzige Wermutstropfen für den VfL gestern Abend – der eine oder andere Tropfen Schampus folgte auf dem Fuße.

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