Lokalsport

VfL baut auf Meha und Isci

Die Freudentänze nach dem ersten Saisonsieg sind vorüber, morgen erwartet die Kirchheimer in Heidenheim ab 15.30 Uhr ein heißer Ritt. Beim Titelanwärter FCH hat es in den vergangenen Wochen personelle Turbulenzen gegeben.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Der Fußball schreibt bekanntlich verrückte Geschichten auch was das Trainergeschäft angeht. Es war im November des Jahres 2004, als es in der württembergischen Fußballszene gleich zwei Paukenschläge gab. Völlig überraschend entließen damals die Clubverantwortlichen des Oberligisten SSV Ulm ihren Trainer. Name: Dieter Märkle. Nachfolger des Ulmer Urgesteins wurde Marcus Sorg, seinerseits Trainer des Heidenheimer SB. Märkle wiederum übernahm postwendend dessen vakante Stelle an der Brenz.

Ein Wechselspiel, das von vielen atmosphärischen Störungen zwischen den Clubs begleitet war. Um die Story abzurunden: Fast drei Jahre später ereilte beide Übungsleiter binnen weniger Tage dasselbe Schicksal. Sorg musste Anfang September 2007 in Ulm wegen Erfolglosigkeit gehen, kurz danach auch Märkle beim FCH.

VfL-Trainer Michael Rentschler hat letzteren Fall hautnah mitbekommen. Der entlassene Heidenheimer Coach absolviert momentan zusammen mit dem Kirchheimer Meistertrainer den Lehrgang zum Fußball-Lehrer in Köln. Und jetzt wird es pikant: Die Heidenheimer Verantwortlichen um den mächtigen Abteilungsleiter Sanwald führten als offiziellen Grund für den Rauswurf an, dass "während Märkles Abwesenheit in Köln die abgesprochenen Voraussetzungen in der Trainingsarbeit nicht geschaffen und damit die Ziele des FC Heidenheim gefährdet" waren. Harter Tobak vor allen Dingen für Heidenheims (ebenfalls entlassenen) Co-Trainer Ralf Polzer. "Unsere Arbeit war auf Kooperationsbasis aufgebaut und meiner Ansicht nach auch erfolgreich", sagt jener trotzig.

Unter der Teck wurde die Sache in puncto Rentschlers Abwesenheit etwas galanter eingefädelt: Mit Christian Hofberger wurde ein gleichberechtigter Trainer installiert. Er kümmert sich in Rentschlers "Kölner" Tagen um die Inhalte der Übungseinheiten und die Befindlichkeiten der Spieler. Kritiker an diesem Modell sahen sich zwar zwischendurch durch die Ereignisse in Heidenheim bestätigt, sind nach dem 2:1 über den TSV Schwieberdingen allerdings wieder kleinlauter geworden.

Nichtsdestotrotz ist die sportliche Lage beim VfL Kirchheim nicht gerade rosig. Hofberger gibt das unumwunden zu. "Es gibt nur schwere Aufgaben für uns in der Oberliga", sagte er zwei weitere stehen nun binnen vier Tagen an. Nach dem morgigen Trip auf die Ostalb geht es am 3. Oktober an den südwestlichsten Zipfel Baden-Württembergs: Die Kirchheimer gastieren kommenden Mittwoch beim Bahlinger SC.

Die personelle Situation hat sich noch nicht entspannt, besonders was die Defensive betrifft. Nach dem Ausfall von drei Abwehrstammkräften (Grimm, Mayer, Koch) ist nun das erforderlich, was niemand wollte: Mittelfeldakteur Ferdi Er muss erneut zum Innenverteidiger umfunktioniert werden. Der aktuell im Griechenland-Urlaub weilende sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, hatte schon vor Beginn der Runde betont, dass "Ferdi aufgrund seiner Kreativkraft unbedingt im Mittelfeld spielen" sollte. Diesen Idealfall wird es wohl so schnell nicht geben, denn zumindest Mario Grimm und Mathias Koch fallen vorerst noch aus.

So bauen die VfL-Verantwortlichen bei der auf den ersten Blick kaum lösbaren Aufgabe in Heidenheim (wo Frank Schmidt als Interimscoach fungiert und mit einem 2:1 beim Lokalrivalen Normannia Gmünd debütierte) auf Spieler wie Feriz Meha und Coskun Isci: Beide setzten in der unansehnlichen Partie gegen den TSV Schwieberdingen einige der wenigen positiven Akzente.

In Heidenheim werden die Kirchheimer morgen noch mehr Akteure dieser Couleur benötigen.