Lokalsport

VfL enttäuscht und kommt weiter

Mühsames 2:0 bei Bezirksligist Vöhringen in der ersten Runde des WFV-Pokals

Gerade noch mal gut gegangen:Mit einem äußerst schwachen Auftritt hat Fußball-Oberligist VfL Kirchheim beim 2:0 gegen Bezirksligist SG Vöhringen die zweite Runde des WFV-Pokals erreicht.

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KLAUS-DIETER LEIB

Vöhringen. Es wurde nicht das erwartete Schützenfest, das sich die wenigen mitgereisten VfL-Fans erhofft hatten. Nicht nur deshalb war der sportliche Leiter des VfL Kirchheim, Norbert Krumm, nach der Partie stinksauer: „Eine Woche vor Saisonbeginn solch eine Leistung abzuliefern, ist eine Frechheit.“ Für VfL-Trainer Dietmar Sehrig zählte nur das Weiterkommen: „ Ich gebe über dieses Spiel keine Bewertung ab. Das beste war das Ergebnis.“

Die Teckstädter taten sich vor allem in der ersten Hälfte recht schwer und konnten froh sein, mit einer 1:0-Führung in die Kabinen gegangen zu sein. Dabei hätte sich der Oberligist über einen Rückstand nicht beklagen können, denn die drei besten Einschussmöglichkeiten verzeichnete der Gastgeber. Es waren noch nicht einmal zehn Minuten gespielt, da lief der Vöhringer Norman Vogt alleine auf VfL-Torwart Philipp Uttikal zu, schoss aber überhastet am Tor vorbei (9.). Nur zwei Minuten später scheiterte der wieselflinke Außenverteidiger Tobias Tews am Kirchheimer Schlussmann. Der erst 17-jährige Uttikal bewahrte in dieser Szene mit einer tollen Fußabwehr seine Mannschaft vor dem Rückstand.

Der Oberligist war zwar die überlegene Mannschaft, aber eine richtig gut herausgespielte Torchance kam nicht zustande. Besser machte es der Bezirksligist – nach einer Unachtsamkeit in der Kirchheimer Hintermannschaft hatte Matthias Schnell Pech, als sein gut getimeter Schuss nur an den Innenpfosten klatschte (29.). „Vor dem Spiel hätte ich nie gedacht, dass wir den Hauch einer Chance haben, aber heute wäre eine Sensation möglich gewesen“, sagte Schnell hinterher. Nicht auszudenken, hätte der Bezirksligist eine seiner guten Chancen verwertet. „Wer weiß, wie das Spiel läuft, wenn wir in Führung gehen“, mutmaßte auch SG-Coach Markus Helber.

Es dauerte fast 45 Minuten, bis dem Oberligisten der erste sehenswerte Angriff gelang. Dieser war auch gleich von Erfolg gekrönt. Nach einem mustergültigen Flankenwechsel von Uwe Beran bediente Mathias Koch den mitgelaufenen Ferdi Er und der Kirchheimer Mittelfeldspieler hatte keine Mühe, das Leder zum 1:0 über die Linie zu drücken (43.). Nach dem Seitenwechsel erneut eine Schrecksekunde für die Teckstädter: Wiede­rum war Vöhringens Stürmer Norman Vogt seinem Gegenspieler entwischt und stürmte alleine auf Uttikal zu. Doch der Kirchheimer Torwart entschied die Eins-gegen-Eins-Situation für sich (54.) – es sollte die letzte Chance für die Gastgeber sein.

In der Folgezeit wurden die Teckstädter ihrer Favoritenrolle immer mehr gerecht. Nach einem sehenswerten Solo von Uwe Beran, der gleich vier Abwehrspieler aussteigen ließ und das 2:0 erzielte (64.), zweifelte niemand mehr am Weiterkommen des Oberligisten. In der letzten halben Stunde gab es für den VfL noch einige gute Chancen, aber mit der gezeigten Leistung wären weitere Tore nicht verdient gewesen.

Nach dem Schlusspfiff waren vor allem die Vöhringer mit ihrer Leistung hoch zufrieden. „Wir haben uns vorgenommen, weniger als sechs Gegentore zu bekommen“, meinte Mannschaftskapitän Mike Beilharz. Einziger Wermutstropfen aus SG-Sicht: Die dürftige Kulisse von gerade einmal 200 Zuschauern. „Wenn der VfL einer Verlegung auf Freitagabend zugestimmt hätte, wären sicher 500 bis 600 Zuschauer gekommen“, grantelte Vöhringen-Coach Helber.

SG Vöhringen: Lebold (46. Göttler) – Tews, Blocher, Beilharz, Cmelik – Bossenmaier, Dettling (80. Becker), Dieterle (82. Zeller), Geiser – Schnell (76. Dittmann), Vogt.

VfL Kirchheim: Uttikal – Koch, Grimm, Dihl (73. Schraivogel), Eisenhardt – Ohran, Er, Kauffmann (46. Helber), Söylemezgiller, Altinsoy (46. Isci) – Beran (80. Nita).

Tore: 0:1 Ferdi Er (43.), 0:2 Uwe Beran (64.)

Gelbe Karte: Blocher

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Lehmann (Tuttlingen)