Lokalsport

VfL-Kicker greifen nach den Sternen

Oberligist Kirchheim kämpft morgen beim Ligarivalen aus Crailsheim um den Einzug ins WFV-Pokalfinale

Fünf Jahre nach dem letzten Einzug in ein WFV-Pokal-Endspiel wollen die Fußballer des VfL Kirchheim wieder nach den Sternen greifen. Morgen um 19 Uhr beginnt das Pokal-Halbfinale im Crailsheimer Schönebürgstadion.

REIMUND ELBE

Kirchheim. Der Gegner TSV Crailsheim: Eine Mannschaft, mit der der VfL in jüngster Vergangenheit immer größte Probleme hatte. Im Spätsommer 2006 schieden die Kirchheimer frühzeitig im WFV-Pokal gegen die Crailsheimer aus, in der Oberliga gaben die Teckstädter in dieser Runde zweimal die Punkte ab. Kein gutes Omen? „Dieses Mal verlieren wir nicht“, macht der sportliche Leiter Norbert Krumm sich und seinen Kickern vor dem so wichtigen Trip ins Hohenlohische Mut.

Am Ostersamstag und gestern trainierte das Team. Im Vordergrund: Das Aufarbeiten der Schwachpunkte beim 1:1 gegen die SG Sonnenhof- Großaspach am vergangenen Donnerstag und hierbei insbesondere das allzu sorglose Abwehrverhalten des VfL vor dem Ausgleichstor durch SG-Mittelfeldakteur di Biccari. Gleich drei Kirchheimer hatten den heranstürmenden Krasniqi beschäftigt, im Abwehrzentrum stand derweil di Biccari völlig frei. Ein Beweis für die fehlende mentale Frische der VfL-Fußballer. „Nach den vergangenen Wochen mit einem 120 Minuten-Match gegen den SSV Reutlingen und den schweren Oberligapartien war gegen Großaspach ein gewisser Substanzverlust erkennbar“, analysierte Norbert Krumm, „wir müssen jetzt wieder die Kurve kriegen.“

Die VfL-Fußballer wissen spätestens jetzt, was die Stunde geschlagen hat. Mit einem Sieg in Crailsheim stünde Kirchheim im Finale und womöglich sogar im DFB-Pokal. Ein Erfolg kommenden Sonntag in Schwieberdingen wäre zudem ein wichtiger Schritt zum Verbleib in der Oberliga. Die Mienen nach dem 1:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach haben sich bei den Kirchheimern immerhin schon wieder etwas aufgehellt. Wohlwollend nahm man die Resultate der Oberligakonkurrenz zur Kenntnis. Bis auf den Bahlinger SC (1:0 über Freiberg) verloren alle anderen abstiegsgefährdeten Teams ihre Spiele. Das Remis des VfL gegen die SG Sonnenhof Großaspach und der damit gewonnene Punkt erscheint angesichts dieser neuen Faktenlage umso wertvoller.

Auch der TSV Crailsheim wirkte am Ostersamstag ganz im Kirchheimer Sinne. Die Mannschaft von Peter Kosturkov gewann nach Anlaufschwierigkeiten bei den Stuttgarter Kickers II mit 3:1, stoppte den jüngsten Aufwärtstrend des VfL-Kellerkollegen. Das Punktspiel auf der Waldau bewies allerdings einmal mehr, dass die Crailsheimer regelrechte Geduldspieler sind. Wie vor eineinhalb Wochen beim 2:0 über den VfL im Oberligaduell wartete der Regionalligaaspirant auf Lücken im Deckungsverband des Gegners und siegte letztlich deutlich. Unter den Torschützen beim 3:1 auf der Waldau: Angreifer Joseph Fameyeh. Dem Afrikaner wird das Hauptaugenmerk der Kirchheimer beim Pokalhit im Schönebürgstadion gelten, entschied doch just er beim 2:0 über den VfL das Oberligaduell vor zehn Tagen praktisch alleine.

Bei den Kirchheimern haben alle Akteure das Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach verletzungsfrei überstanden. Auch der in der Schlussphase mit muskulären Problemen ausgewechselte Mittelfeldspieler Nicola Spina scheint für morgen fit zu sein. Sorgen bereitet allerdings der Angriff. Sowohl Antonio Tunjic als auch Maximilian Laible blieben gegen Großaspach das wichtigste für einen Angreifer schuldig: Torgefährlichkeit. Die auf einen Einsatz von Beginn an brennenden Andre´Gonsior und Selim Altinsoy könnten somit zu Anfangsaufläufern werden. Ein Tor gegen den TSV Crailsheim wäre auf jeden Fall etwas besonderes. Weder im Pokalduell 2006 noch in den beiden Oberligapartien der aktuellen Saison gelang dem VfL ein selbiges gegen den TSV. Noch ein Beleg dafür, wie schwer es für das Team von Michael Rentschler und Christian Hofberger morgen Abend wird.

Mögliche VfL-Aufstellung: Gühring – Koch, Grimm, Dihl (Mayer), Eisenhardt – Isci, Polat (Raspe), Er, Spina – Gonsior (Tunjic), Laible (Altinsoy).

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