Lokalsport

VfL Kirchheim will Torflaute beenden

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Die nackten Zahlen nach den ersten Saisonpartien offenbaren Aussagekräftiges über den Kirchheimer Talentschuppen. Fünf Spiele, 4:5 Tore, Platz neun. Vereinfacht interpretiert heißt das: Die Defensive des VfL befindet sich in einem zufriedenstellenden, weil stabilen Zustand, aber im Angriff drückt der Schuh und zwar gewaltig. Die Torflaute (begann nach dem Treffer zum 2:0 in Ditzingen) ist zu einem Problem herangewachsen. Doch nach Beobachtungen von VfL-Spielertrainer Michael Rentschler ist Besserung in Sicht: "Wir haben am vergangenen Samstag beim 0:0 gegen den FV Rottweil einige gute Strafraumszenen gehabt", so die Analyse des VfL-Routiniers mit dem Abstand einiger Tage. "Unsere jungen Spieler müssen nur noch konsequenter und selbstbewusster den Abschluss suchen."

Das samstägliche Spiel gegen das Team von Trainer Reiner Scheu (49) bestätigte aber zumindest den positiven Trend in der Abwehr. Doch wie schnell der Stolz über die eigene Defensivabteilung in Hohn umschlagen kann, exerzierte ausgerechnet der kommende Auswärtsgegner TuS Metzingen (wo Kirchheims Ex-Torjäger Fabio Cutruneo aktuell nicht über die Rolle eines Jokers hinauskommt) am vergangenen Wochenende beim Oberliga-Absteiger SpVgg Au vor. Mit der Paradebilanz von nur einem Gegentor in vier Saisonspielen an die Iller gereist, kassierten die Kicker aus Süddeutschlands Bekleidungseldorado im Illertissener Teilort eine fast unglaubliche 0:6-Klatsche. Metzingens Trainer Michael Traum blieb nach dem Abpfiff nur noch das (ehrliche) Eingeständnis, dass selbst dieses Resultat "in der Höhe völlig verdient" war. Das jüngste TuS-Waterloo ist für Kirchheims Spielertrainer Michael Rentschler der Beweis, wie unberechenbar die Verbandsliga in dieser Saison ist. "Ich habe die Metzinger vor kurzem erst beim Spiel in Schwieberdingen beobachtet", rekapituliert der VfL-Spielertrainer, "da haben sie auf mich eigentlich einen guten, gefestigten Eindruck hinterlassen. In dieser Mannschaft gibt es einige sehr erfahrene Spieler."

Eine Warnung für seine Youngster dürfte mit Sicherheit auch ein kurioses Kapitel VfL-Vereinsgeschichte sein, dass im vergangenen Herbst bei der Partie zwischen der TuS und dem VfL geschrieben wurde. Die Kirchheimer kassierten damals bei eisigen Temperaturen den schnellsten Gegentreffer der Clubgeschichte nach nur 14 Sekunden stand's 0:1. Direkt nach dem Metzinger Anstoß passte ein Metzinger Akteur den Ball auf die rechte Angriffsseite, die Hereingabe verwertete ein Mitspieler locker zum schnellen Führungstreffer. Michael Rentschler sieht dieses Paradebeispiel aus der Abteilung "Unkonzentriertheit" mit dem ihm eigenen Humor: "Da können wir nur hoffen, dass wir diesmal Anstoß haben."

In Metzingen wollen die VfL-Kicker morgen Abend endlich wieder Grund zum Jubeln haben.