Lokalsport

VfL muss runter: Schock sitzt nicht mehr tief

Die erhoffte Rettung blieb aus: Nach dem nunmehr feststehenden Bezirksliga-Abstieg sind die VfL-Ballwerfer im Handballbezirk Esslingen-Teck künftig nur noch zweitklassig. Trainer Thomas Neukamm und Schützlinge müssen in der Spielzeit 2005/06 mit der Bezirksklasse vorlieb nehmen.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Der Schock saß nicht mehr tief. Ob Funktionäre, Spieler oder Trainer der VfL-Handballabteilung erschüttern konnte sie letztlich nicht mehr, dass zuletzt eine Hoffnung auf Rettung in letzter Sekunde nach der anderen platzte. Ob TSV Weilheim (in Verbandsliga-Aufstiegsrunde gescheitert) oder TSV Zizishausen (in Landesliga-Aufstiegsrunde gescheitert) kein anderer Kreis-Verein hatte die zur VfL-Rettung so dringend benötigte Schützenhilfe geleistet. "Letztlich war unser Abstieg dann doch keine große Überraschung mehr", erklärte VfL-Abteilungsleiter Klaus "Hoss" Reehten, der die Abstiegs-Ursachen primär im eigenen Saisonfehlstart sieht (1:11 Punkte) und gestern, nach wochenlangem Hoffen und Bangen, die alles entscheidende Nachricht bekam.

Zuvor hatte der Handballbezirk Esslingen-Teck die von der Technischen Kommission vorgenommene Staffeleinteilung 2005/06 ins Internet gestellt mit dem Bezirksliga-Kellerquartett SG Hegensbronn-Liebers-bronn ( (9.), VfL Kirchheim (10.), TB Ruit 1892 II (11.) und SG Esslingen (Schlusslicht) als kommende Bezirksklassen-Clubs. Zweifel an dieser "vorläufigen Staffeleinteilung" (offizielle Deklaration) sind zumindest für die VfL-Verantwortlichen nicht mehr erlaubt: "Kirchheim ist abgestiegen", bestätigte Bezirks-Chef Kurt Ostwald (Ostfildern) gestern. Damit beendeten die Teckstädter, die mittelfristig in die Landesliga wollen, ein jahrelanges Bezirksliga-Dasein.

Zum Pech des neuen VfL-Trainers Thomas Neukamm, der jetzt nur ein "halbes" Saison-Happyend geschenkt bekam: Nach dem glorreichen Aufstieg mit "seinem" TSV Neuhausen/F. inklusive einer ausgelassenen Abschiedsfete führte ihn sein VfL-Debüt am vergangenen Dienstagabend direkt zu einem Absteiger. Ein Wechselbad der Gefühle, doch Neukamm ließ sich denkbaren Frust nicht anmerken. "Nett, locker, kompetent", so charakterisierte VfL-Spielführer Ralf Schulenburg (31) den neuen Mann am Kirchheimer Regiepult, der weder "Schleifer" noch "Kumpeltyp" sei. Doch Neukamm ("wir müssen im nächsten Jahr wieder in der Bezirksliga spielen") wird den VfL-Spielern in naher Zukunft noch einiges abverlangen: Statt zwei wie bisher gibt's künftig drei Trainingseinheiten pro Woche, und eine findet ausschließlich im Kraftraum statt. "Jetzt haben wir alle weniger Freizeit, aber ich denke, die Mannschaft zieht voll mit", glaubt Schulenburg. Den Abstieg sieht er auch nicht als Beinbruch an. "Wir haben eine junge Mannschaft, die in der Bezirksliga oben mitspielen kann." Abgänge gibt es bisher keine, allein Florian Simon (beginnt in Konstanz ein Studium) wird zum Fragezeichen. "Ich habe keine Ahnung, ob ich mit ihm in der neuen Saison rechnen kann", sagt Hoss Reehten.

Im Juni, wenn die letzten Abstiegstränen verdrückt sind, wollen die Kirchheimer Handballer erstmal auf große Reise: Mannschaftsurlaub an der Cote d'Azur. "Danach werden wir richtig Gas geben", kündigt Neukamm eine intensive Saisonvorbereitung an.

Dass der VfL in der im September beginnenden Spielzeit 2005/06 als Bezirksliga-Absteiger in der Bezirksklasse automatisch zum Gejagten werden wird, ist Schicksal für Neukamm aber kein Grund zum Grübeln: Personell nachrüsten wird er nicht. "Ich vertraue auf meine jungen Spieler. Wer glaubt, ich würde aus Neuhausen noch den einen oder anderen Reservespieler nach Kirchheim lotsen, liegt falsch."