Lokalsport

VfL nimmt Hintertreppe

Turnerinnen steigen in 2. Liga auf

Die Turnerinnen des VfL Kirchheim müssen ihre Saisonpläne überarbeiten. Die Deutsche Turnliga (DTL) hat die VfL-Riege überraschend zum Nachrücker in die 2. Bundesliga bestimmt. Zehn Wochen nach dem knappen Scheitern in der Relegation sorgt der Rückzug des TuG Leipzig für späten Aufstiegsjubel unter der Teck.

Unverhofft kommt oft: Lory Fröchtling und die VfL-Turnerinnen strecken sich künftig wieder um Zweitligapunkte. Foto: Enis Kostic
Unverhofft kommt oft: Lory Fröchtling und die VfL-Turnerinnen strecken sich künftig wieder um Zweitligapunkte. Foto: Enis Kostic

Kirchheim. Michaela Pohl hat es leise geahnt. Die erfahrene VfL-Trainerin hat sich beim Saisonfinale der DTL am 9. November in Kirchheim ihren eigenen Reim auf den Leistungseinbruch des Erstligisten aus Leipzig gemacht. Nach zwei fünften Plätzen landete die Mannschaft aus Sachsen im Abschlusswettkampf in der Sporthalle Stadtmitte weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Offenbar hatten die Leipziger, die jahrelang zum Stamm der ersten Liga zählten, schon zu diesem Zeitpunkt mit großen Personalproblemen zu kämpfen. Jetzt steht fest: Dem TuG gelingt es 2014 auch in der 2. Bundesliga nicht, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen.

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Damit rücken die Kirchheimerinnen als Dritter der Relegation nachträglich in die 2. Liga auf. Der Ausflug in die Drittklassigkeit bleibt für den VfL, der zehn Jahre lang durchgängig in der 1. und 2. Bundesliga vertreten war, also vorerst eine Episode. „Wir freuen uns natürlich riesig“, bekennt Michaela Pohl, die weiß, wie groß die Enttäuschung ihrer Mädchen im Dezember war. Im entscheidenden Relegations-Wettkampf im westfälischen Hamm fehlten der jungen Kirchheimer Riege nur knapp vier Punkte auf die KTV Dortmund, die damit als Aufsteiger feststand.

Jetzt scheint die freudige Nachricht im Kirchheimer Team neue Kräfte freizusetzen. Nicht nur Dorothee Henzler sieht in der Rückkehr in die 2. Liga eine neue Herausforderung, auch die fünffache Österreichische Staatsmeisterin Hanna Grosch wird ihr Auslands-Engagement in Kirchheim verlängern. Nach ihrer erneuten Nominierung für den Nationalkader hat die 22-jährige Spezialistin am Stufenbarren ihr geplantes Karriereende noch einmal verschoben. Sieben Turnerinnen werden sich der Mission Klassenerhalt ab April stellen: Neben den international erfahrenen Henzler und Grosch, sind auch Lory Fröchtling, Lea Voith, Lisa Kiedaisch und Nele Bauerfeld wieder mit dabei. Selbst Turnküken Tamea Friedl, die erst im Januar ihren 13. Geburtstag feierte, bestreitet bereits ihre zweite Saison in der Bundesliga. Durchschnittsalter des Kirchheimer Teams: 16,2 Jahre.

Bange ist Trainerin Michaela Pohl deshalb nicht: „Während der vergangenen Saison hat sich gezeigt, dass die 2. Liga für uns nicht illusorisch ist“, sagt sie und hofft insgeheim, dass die Mannschaft mit der Herausforderung reift. Als Topfavorit in der neu formierten Staffel gilt weiterhin das Turnteam aus Köln, das mit Macht zurück in die 1. Liga drängt. Direkte Konkurrenten des VfL im drohenden Abstiegskampf sind vermutlich der TV Überlingen und die KTV Dortmund.